Der virtuelle 29. EDV-Gerichtstag 2020 vom 23. — 25. September ist gestartet

Eröff­nung des virtuellen 29. Deutschen EDV-Gericht­stages 2020 vom 23. – 25. Sep­tem­ber 2020

unter dem Mot­to: Dig­i­tal­isierung gren­zen­los – aber (nur) mit Sicher­heit

Wie geht man mit kün­stlich­er Intel­li­genz in der Jus­tiz um? Gibt es Gren­zen von Legal Tech bei der Beratung von Man­dan­ten? Wie ist die Zivil­prozes­sor­d­nung zu reformieren, um dig­i­tale Ver­fahren zeit­gemäß zu führen? Wie ste­ht es um die Sicher­heit von IT? Das sind beispiel­haft Fra­gen des 29. Deutschen EDV-Gericht­stages, der soeben (am 23. Sep­tem­ber 2020) als dig­i­taler Kongress eröffnet wurde. Dabei warb der Vor­sitzende Recht­san­walt Prof. Dr. Stephan Ory darum, schon jet­zt wis­senschaftlich die Weit­er­en­twick­lung des Rechts im dig­i­tal­en Kon­text über die prak­tis­che Umset­zung des elek­tro­n­is­chen Rechtsverkehrs hin­aus vorzu­bere­it­en.

Die Ver­anstal­tung ist in diesem Jahr ein Mix aus Online-Fachkongress und virtueller Firmen­begleitausstellung mit dig­i­tal erleb­bar­er Messe­halle. Mit über 1.000 reg­istri­erten Teil­nehmern hat der EDV-Gericht­stag sog­ar die Präsen­zver­anstal­tun­gen aus den let­zten Jahren übertrof­fen.

Die inhaltliche Eröff­nungsrede des Fachkon­gress­es steuerte der saar­ländis­che Jus­tizs­taat­sekretär Roland The­is bei. Er hob die weit­ere Beschle­u­ni­gung der Dig­i­tal­isierung her­vor, die ins­beson­dere durch die Fol­gen der Coro­na-Krise weit­eres Tem­po gewin­nen werde: „Die ver­gan­genen Monate haben uns allen gezeigt, dass die IT-gestützte Dezen­tral­isierung der Arbeit und die Telear­beit zunehmend Teil der kün­fti­gen Arbeitswelt sein wer­den und auch sein sollen.“ Der Deutsche EDV-Gericht­stag habe seit sein­er Grün­dung im Jahr 1992 „regelmäßig die Rolle eines Vor­re­it­ers ein­genom­men“.

Aus den neuen dig­i­tal­en Her­aus­forderun­gen ergäben sich auch Sicher­heits­fra­gen, denen sich die Gesellschaft stellen müsse, so The­is. Der Staat­sekretär weit­er: „Ich bin daher überzeugt, dass auch der diesjährige EDV-Gericht­stag unter dem Mot­to “Dig­i­tal­isierung gren­zen­los — aber (nur) mit Sicher­heit” das richtige The­ma gewählt hat und hier bedeu­tende Impulse set­zen wird.“

Im Anschluss wün­schte der Staatssekretär des Min­is­teri­ums der Jus­tiz aus Nor­drhein West­falen und Vor­sitzen­der des E‑Justice Rats, Dirk Wedel, dem Deutschen EDV-Gericht­stag eine inter­es­sante und erfol­gre­iche Tagung. In seinem Eröff­nungsvor­trag spricht er über das wichtige The­ma der „Dig­i­tal­en Sou­veränität“ mit dem sich der E‑Justice Rat seit vie­len Jahren beschäftige und auch in Zukun­ft weit­er­hin inten­siv beschäfti­gen werde. „Es gilt die Leis­tungs­fähigkeit der Jus­tiz zu bewahren und ganz beson­ders ihre Unab­hängigkeit auch in der dig­i­tal­en Welt sicherzustellen“, betonte Wedel in seinem Eröff­nungsvor­trag. Weit­er plädiert Wedel für ein „dig­i­tales Ökosys­tem“, das in sein­er tech­nis­chen Aus­gestal­tung europäis­chen Werten, wie Trans­parenz, Offen­heit und Schutz der Pri­vat­sphäre folge. Ziel könne „ein dig­i­taler öffentlich­er Raum sein, der faire Zugangs- und Nutzungs­be­din­gun­gen bietet“. Ohne Nutzung eines eige­nen dig­i­tal­en Ökosys­tems, welch­es europäis­chen Werten fol­gt und europäis­ch­er Reg­ulierung unter­liegt, wer­den wir unsere Ansprüche an Infor­ma­tions- und Daten­sicher­heit und damit let­ztlich unsere Recht­sor­d­nung nicht mehr durch­set­zen kön­nen,“ for­muliert Jus­tizs­taatssekretär Wedel die Her­aus­forderung der kom­menden Jahre.

Der virtuelle Kongress hat seine Pforten unter der Adresse https://edvgt2020.expo-ip.com/ geöffnet. Das Fach­pro­gramm mit Work­shops und Diskus­sio­nen find­et am Don­ner­stag und Fre­itag, 24. und 25. Sep­tem­ber, statt. Die gle­ichzeit­ig stat­tfind­ende Begleitmesse mit zahlre­ichen Unternehmen kann noch bis zum 30. Sep­tem­ber besucht wer­den.

The­men der Work­shops und Fachvorträge sind in diesem Jahr unter anderem die IT-Sicher­heit an Gericht­en, die Mod­ernisierung der Zivil­prozes­sor­d­nung im Hin­blick auf die Dig­i­tal­isierung und die eAk­te, der Ein­satz von Blockchain-Tech­nolo­gie für notarielle Voll­macht­en und Erb­scheine und die Ein­satzmöglichkeit­en von kün­stlich­er Intel­li­genz in der Jus­tiz.

Im Rah­men des Deutschen EDV-Gericht­tages hat die Bund-Län­der-Kom­mis­sion für Informations­technik in der Jus­tiz (BLK) außer­dem eigene The­menslots. Unter anderem beschäftigt sie sich mit richter­lichen Anhörun­gen im Betreu­ungs- und Unter­bringungsver­fahren mit­tels Videoüber­tra­gung – ein The­ma, das während Coro­na-Krise und Lock­down neue Rel­e­vanz erfahren hat. U.a. ste­ht auch ein Work­shop zu Online-Ter­min­buchun­gen in Gericht­en auf der Tage­sor­d­nung der BLK.

Das Fach­pro­gramm find­et live im Zeitraum vom 23. – 25. Sep­tem­ber 2020 statt. Die Teil­nahme ist in diesem Jahr kosten­los. Die Fachvorträge sind nach Abschluss der Work­shops auf der Plat­tform abruf­bar.

Kosten­lose Reg­istrierung als Teil­nehmer unter
https://edvgt2020.expo-ip.com/