EDV-Gerichtstag 2017: Schadsoftware und Cybercrime immer gefährlicher – EDV-Gerichtstag diskutiert sichere Strukturen in der Justiz

Hack­ing Ses­sion mit prak­tis­chen Demon­stra­tio­nen zur IT-Sicher­heit

Saar­brück­en, den 19.09.2017 – Cyber­at­tack­en stellen nicht nur eine Gefahr für pri­vate Dat­en und einzelne Wirtschaft­sun­ternehmen dar, son­dern bedro­hen kri­tis­che Infra­struk­turen – der elek­tro­n­is­che Rechtsverkehr mit den Gericht­en und inner­halb der Jus­tiz gehört dazu. „Im Mai erst hat die Schad­soft­ware „Wan­naCry“ mehr als 230.000 Com­put­er in über 150 Län­dern befall­en, Dat­en ver­schlüs­selt und die Besitzer zur Zahlung eines Lösegeldes erpressen wollen. Auch staatliche Insti­tu­tio­nen sehen sich einem erhöht­en Risiko aus­ge­set­zt“, so Pro­fes­sor Christoph Sorge, Inhab­er der juris-Stiftung­spro­fes­sur für Rechtsin­for­matik und CISPA, der in die Hack­ing Ses­sion im Rah­men des 26. EDV-Gericht­stages 2017 in Saar­brück­en ein­führen und sie mod­erieren wird.

„Unser Ziel ist es daher, auf die Gefahr möglich­er Angriffe hinzuweisen und Inter­essierten prak­tis­che Hin­weise zur IT-Sicher­heit an die Hand zu geben“, so Sorge. Die Hack­ing Ses­sion beschäftigt sich in diesem Jahr mit der Sicher­heit von Fer­niden­ti­fizierungsver­fahren, etwa im Rah­men von Online-Ver­fahren von Banken, Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen oder anderen Dien­stleis­tern. Dr. Ulf Löck­mann, Bun­de­samt für Sicher­heit in der Infor­ma­tion­stech­nik, wird dieses mit­tler­weile alltägliche The­ma in einem Vor­trag beleucht­en. Jörn Erbguth, der nicht nur Diplom-Infor­matik­er und Jurist, son­dern auch Berater für Rechtsin­for­matiksys­teme ist, wird sich in einem weit­eren Vor­trag mit dem Track­ing von Bit­coin-Zahlun­gen auseinan­der­set­zen.

Weit­ere The­men der Hack­ing Ses­sion wer­den der Anonymisierungs­di­enst Tor (Fred­erik Möllers, M.Sc., wis­senschaftlich­er Mitar­beit­er, juris-Stiftung­spro­fes­sur für Rechtsin­for­matik und CISPA) und die Vere­in­barkeit von Big Data mit den Anforderun­gen an eine aus­re­ichende Pri­vat­sphäre durch Dr. Andreas Dewes sein, seines Zeichens Diplom-Physik­er, Diplom-Kauf­mann und Daten­wis­senschaftler. Er wird in seinem Vor­trag unter anderem zeigen, wie leicht ein NDR-Jour­nal­is­ten-Team im Rah­men ein­er inves­tiga­tiv­en Recherche an die Web-Dat­en von fast drei Mil­lio­nen Deutschen gelan­gen kon­nte, und wie mit ein­fachen Tech­niken eine große Zahl von Per­so­n­en in diesem ver­meintlich anonymisierten Daten­satz wieder iden­ti­fiziert wer­den kon­nten. Des Weit­eren wird sich Ste­fan Hes­sel, stu­den­tis­ch­er Mitar­beit­er, juris-Stiftung­spro­fes­sur für Rechtsin­for­matik und CISPA, in einem Vor­trag dem Stand der IT-Sicher­heit im Kinderz­im­mer wid­men.

Auch im weit­eren Ver­lauf des 26. EDV-Gericht­stages 2017 in Saar­brück­en wird die IT-Sicher­heit in ein­er Vielzahl von Ver­anstal­tun­gen Beach­tung find­en. So wer­den beispiel­sweise im Rah­men der Bund-Län­der-Kom­mis­sion Daniela Frei­heit und Johannes Kühn über aktuelle Entwick­lun­gen im Bere­ich der IT-Stan­dards referieren.

Die Hack­ing-Ses­sion find­et am Mittwoch, 20. Sep­tem­ber 2017 um 14.00 Uhr an der Uni­ver­sität des Saar­lan­des, Geb B 4.1 , HS 0.19 statt.