EDV-Gerichtstag beleuchtet die Frage, wie Künstliche Intelligenz die Rechtspflege in Zukunft verändern kann und darf

Saar­brück­en, 20.09.2018 – Ein­er der Schw­er­punk­te des diesjähri­gen EDV-Gericht­stages in Saar­brück­en liegt auf der Rolle, die Kün­stliche Intel­li­genz kün­ftig in der Recht­spflege ein­nehmen wird. Am heuti­gen Don­ner­stag hielt der Leit­er des Deutschen Forschungszen­trums für Kün­stliche Intel­li­genz (DFKI), Pro­fes­sor Wolf­gang Wahlster, die Eröff­nungsrede über „Kün­stliche Intel­li­genz als juris­tis­che Assis­tenz“. Wahlster betonte hier­bei, dass die Kün­stliche Intel­li­genz als Speer­spitze der Dig­i­tal­isierung enorme Poten­ziale biete, um Abläufe in der Jus­tiz effizien­ter, trans­par­enter und kostengün­stiger zu gestal­ten. „Auch die Strafver­fol­gung und die Gerichts­barkeit wer­den durch KI-Tech­nolo­gien wie maschinelles Ler­nen, Sprach- und Bild­ver­ste­hen umgewälzt.“, so Wahlster. Er wies jedoch im Rah­men sein­er Eröff­nungsrede eben­falls darauf hin, dass schon aus ethis­chen und sozialen Grün­den Gerichte keines­falls durch KI-Algo­rith­men erset­zt, son­dern lediglich unter­stützt wer­den kön­nten.

Ergänzt wur­den die Aus­führun­gen Wahlsters durch den Vor­trag von Patric Fedlmeier, den Vor­standsvor­sitzen­den der Prov­inzial Rhein­land Ver­sicherung und Leit­er der Fach­gruppe IT im Gesamtver­band der Deutschen Ver­sicherungswirtschaft, der anschließend über „Kün­stliche Intel­li­genz in der Asseku­ranz – Vom Ver­trag bis zur Schaden­reg­ulierung“ sprach. “Kün­stliche Intel­li­genz schien unerr­e­ich­bar, aber vieles was unmöglich schien, ist nun schon Real­ität.”, so Fedlmeier. Er führte aus, dass der Kunde weit­er­hin eine exzel­lente Beratung und schnelle Kom­mu­nika­tion erwarte, allerd­ings nun „any­time, any­where“. “Die Automa­tisierung der Prozesse befre­it Mitar­beit­er von Sinn entleerten Arbeit­en, gle­ichzeit­ig ist Kün­stliche Intel­li­genz für die Claims Pre­dic­tion und damit für die Fest­set­zung unser­er Ver­sicherungs­beiträge ein großer Fortschritt.”, so Fedlmeier, der damit auch einen Aus­blick auf mögliche Auswirkun­gen der Dig­i­tal­isierung und KI in der Prax­is der Recht­san­waltschaft, Gerichte und Behör­den gab.