Rechts­fra­gen von Künst­li­cher Intel­li­genz ste­hen im Fokus des EDV-Gerichts­tags vom 18. bis zum 20. Sep­tem­ber 2019

Wie behält der Mensch die Kon­trol­le beim Schutz der Daten, die Sys­te­me mit Künst­li­cher Intel­li­genz ver­ar­bei­ten? Wie kön­nen für die Straf­ver­fol­gung nöti­ge digi­ta­le Bewei­se gesi­chert wer­den? Mit Fra­gen wie die­sen befas­sen sich rund 900 Exper­tin­nen und Exper­ten aus Jus­tiz, Anwalt­schaft, Ver­wal­tung, Poli­tik und Wis­sen­schaft auf dem dies­jäh­ri­gen 28. Deut­schen EDV-Gerichts­tag. Die juris­ti­sche Fach­ta­gung steht vom 18. bis 20. Sep­tem­ber auf dem Cam­pus der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des (Gebäu­de B4 1) unter dem Mot­to „Digi­ta­li­sie­rung und Recht – Her­aus­for­de­run­gen und Visio­nen“.

Künst­li­che Intel­li­genz macht den Ein­zel­nen und sein Ver­hal­ten bere­chen­bar und vor­her­sag­bar. KI-Sys­te­me ver­ar­bei­ten mas­sen­haft Daten und beur­tei­len, ob jemand einen Kre­dit bekommt, ob er kör­per­lich fit ist, erstel­len sogar Pro­gno­sen, ob ein Ver­bre­chen bevor­steht. Wer kon­trol­liert die­se Sys­te­me? Wie kön­nen sen­si­ble Daten geschützt wer­den?

Die­se Fra­gen ste­hen im Mit­tel­punkt des dies­jäh­ri­gen EDV-Gerichts­ta­ges auf dem Saar­brü­cker Cam­pus. Seit 28 Jah­ren tref­fen sich Juris­tin­nen und Juris­ten und IT-Exper­tin­nen und Exper­ten zu die­sem bun­des­weit größ­ten Kon­gress auf dem Gebiet des IT-Rechts, um aktu­el­le Ent­wick­lun­gen an der Schnitt­stel­le von Recht und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie zu dis­ku­tie­ren.

So wird der Bun­des­be­auf­trag­te für Daten­schutz und Infor­ma­ti­ons­frei­heit, Ulrich Kel­ber, in sei­nem Eröff­nungs­vor­trag beleuch­ten, vor wel­che neu­en Her­aus­for­de­run­gen die Künst­li­che Intel­li­genz den Daten­schutz stellt. Auch die elek­tro­ni­sche Strafak­te wird in die­sem Jahr im Fokus ste­hen: Über die tech­ni­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen und recht­li­chen Fra­gen, auf die Gerich­te, Staats­an­walt­schaf­ten und die Poli­zei gemein­sa­me Ant­wor­ten fin­den müs­sen, infor­miert die Vor­sit­zen­de der Bund-Län­der-Kom­mis­si­on für Infor­ma­ti­ons­tech­nik in der Jus­tiz, Jes­si­ca Laß, zusam­men mit Minis­te­ri­al­di­ri­gent Dr. Rai­ner Stent­zel aus dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um.

Wei­te­res zen­tra­les The­ma der Exper­tin­nen und Exper­ten ist auch die elek­tro­ni­sche Beweis­si­che­rung: Mit zuneh­men­der Digi­ta­li­sie­rung aller Berei­che des All­tags stellt sich immer dring­li­cher die Fra­ge danach, wie digi­ta­le Bewei­se für Gerichts­ver­fah­ren gesi­chert wer­den kön­nen. Wie kann etwa ver­hin­dert wer­den, dass E‑Mails, Screen­shots oder sicher­ge­stell­te Fest­plat­ten ver­fälscht oder mani­pu­liert wer­den? Außer­dem gehen die Kon­gress­teil­neh­me­rin­nen und ‑teil­neh­mer der Fra­ge nach, inwie­weit Ermitt­lungs­be­hör­den über Lan­des­gren­zen hin­weg Zugriff auf Daten haben, die auf Ser­vern im Aus­land lie­gen. Ande­re Arbeits­krei­se befas­sen sich mit Video­kon­fe­ren­zen in gericht­li­chen Ver­fah­ren oder auch Fra­gen des elek­tro­ni­schen Anwalts­post­fa­ches. Außer­dem ste­hen wie­der der Erfah­rungs­aus­tausch und die euro­pa­wei­ten Ent­wick­lun­gen beim Ein­satz von IT-Ver­fah­ren in der Jus­tiz („eJus­ti­ce“) auf dem Pro­gramm.

Dem The­ma „IT-Sicher­heit in der Jus­tiz – Neue Gefah­ren für die Gerich­te?“ wid­met sich zum Auf­takt des Fach-Kon­gres­ses eine von Pro­fes­sor Chris­toph Sor­ge orga­ni­sier­te Ver­an­stal­tung am Mitt­woch, 18. Sep­tem­ber, ab 14 Uhr (Gebäu­de B4 1).

Eine Aus­stel­lung von Fach­un­ter­neh­men beglei­tet die Fach­ta­gung. Rund 50 Aus­stel­ler zei­gen Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen aus den Gebie­ten IT und Recht.