IT-Sicherheit im Fokus: Deutscher EDV-Gerichtstag findet erstmals virtuell statt

Wie bleiben Gerichte geschützt vor dig­i­tal­en Angrif­f­en? Wie kön­nen IT-gestützte Tech­nik und Kün­stliche Intel­li­genz die Arbeit der Jus­tiz erle­ichtern? Diese Fra­gen ste­hen vom 23. bis 25. Sep­tem­ber im Mit­telpunkt des 29. Deutschen EDV-Gericht­stages. Erst­mals tre­f­fen die Exper­tin­nen und Experten virtuell zum bun­desweit größten Fachkongress zum elek­tro­n­is­chen Rechtsverkehr und der Rechtsin­for­matik zusam­men. Die Teil­nahme ist für alle Inter­essierte frei. https://edvgt2020.expo-ip.com/

Hack­eran­griffe auf die Jus­tiz sind heikel. Die Angreifer kön­nten ver­suchen, Dat­en in Prozessen zu manip­ulieren, in denen unab­hängig und gerecht Recht gesprochen und Urteile gefällt wer­den sollen. Auch Infor­ma­tio­nen über Zeu­gen oder verdeck­te Ermit­tler dür­fen nicht in falsche Hände ger­at­en. Es geht hier auch um das Ver­trauen in den Rechtsstaat. Umso wichtiger ist es, Justi­tia gegen solche Gefahren zu wapp­nen. Dies ist eines der Hauptziele des Deutschen EDV-Gericht­stages, zu dem in „nor­malen“ Jahren annäh­ernd 1000 Fach­leute aus Jus­tiz, Anwaltschaft, Ver­wal­tung, Poli­tik und Wis­senschaft auf den Saar­brück­er Cam­pus strö­men.

In diesem Jahr find­et der Kongress ganz im dig­i­tal­en Raum statt: Zu den Work­shops unter dem Mot­to „Dig­i­tal­isierung gren­zen­los – aber (nur) mit Sicher­heit“ kön­nen sich alle Inter­essierten kosten­los auf der Kon­feren­z­plat­tform https://edvgt2020.expo-ip.com/ reg­istri­eren. Das Fach­pro­gramm find­et live im Zeitraum vom 23. bis 25. Sep­tem­ber statt. Die Fachvorträge wer­den hier noch bis zum 30. Sep­tem­ber abruf­bar sein.

„Bei der dig­i­tal­en Pre­miere geht es neben IT-Sicher­heit außer­dem um Dig­i­tal­isierung­sprozesse in der Jus­tiz. Auch Kün­stliche Intel­li­genz wird ein großes The­ma sein, disku­tiert wer­den etwa ihre Ein­satzmöglichkeit­en im Gericht oder ihr Ein­satz zur Über­prü­fung von Inhal­ten sozialer Net­zw­erke“, erläutert Pro­fes­sor Stephan Ory, Vor­standsvor­sitzen­der des EDV-Gericht­stages, der die Ver­anstal­tung leit­et. Die Exper­tin­nen und Experten aus Recht und IT beleucht­en außer­dem rechtliche Gren­zen der IT-Sicher­heits­forschung und der IT-gestützten Tech­nik in der Anwalt­skan­zlei, neue Entwick­lun­gen zu elek­tro­n­is­chen Post­fäch­ern, E‑Justice in Europa und auch Bar­ri­ere­frei­heit wird The­ma sein.

Im Rah­men des Fachkon­gress­es wird die Bund-Län­der-Kom­mis­sion für Infor­ma­tion­stech­nik in der Jus­tiz aus­gewählte IT-Pro­jek­te der Län­der vorstellen. In ihren Vorträ­gen geht es unter anderem um Blockchain-Tech­nolo­gie für notarielle Voll­macht­en und Erb­scheine, die Entwick­lung des gemein­samen Fachver­fahrens und die IT-Gov­er­nance für die Jus­tiz. Außer­dem wird zum EDV-Gericht­stag der neue Inter­ne­tauftritt des gemein­samen Jus­tiz­por­tals des Bun­des und der Län­der vorgestellt.

Die Fir­men­be­gleitausstel­lung informiert vom 23. bis 30. Sep­tem­ber über neue Pro­duk­te und Dien­stleis­tun­gen rund um IT und Recht.

Eröffnet wird der virtuelle EDV-Gericht­stag am 23. Sep­tem­ber unter anderem mit einem Eröff­nungs­ge­spräch zwis­chen Pro­fes­sor Stephan Ory und Roland The­is, Staatssekretär im saar­ländis­chen Jus­tizmin­is­teri­um. The­ma ist die Coro­na-Krise und ihre Auswirkun­gen auf die Dig­i­tal­isierung­sprozesse in der Ver­wal­tung. Im Anschluss wird Dirk Wedel, Staatssekretär im Min­is­teri­um der Jus­tiz des Lan­des Nor­drhein-West­falen und Vor­sitzen­der des E‑Jus­tice-Rats, über das aktuelle The­ma „Dig­i­tale Sou­veränität“ sprechen.