Teil­neh­mer­re­kord: 26. Deut­scher EDV-Gerichts­tag 2017 in Saar­brü­cken eröff­net

Ory: „Der EDV-Gerichts­tag wird die Digi­ta­li­sie­rung der Jus­tiz auch künf­tig kon­struk­tiv und kri­tisch beglei­ten“

Prof. Dr. Ory

Prof. Dr. Ste­pahn Ory (Vor­stands­vor­sit­zen­der des Deut­schen EDV ‑Gerichts­ta­ges e.V,).

Saar­brü­cken, den 21.09.2017 – Der Vor­sit­zen­de des Ver­eins Deut­scher EDV-Gerichts­tag e.V., Prof. Dr. Ste­phan Ory hat vor eine Viel­zahl nam­haf­ter Gäs­te und neu­en Rekord­zahl an Teil­neh­mern den 26. Deut­schen EDV-Gerichts­tag in Saar­brü­cken eröff­net. Die Ver­an­stal­tung steht in die­sem Jahr unter dem Mot­to „Recht 4.0 – Vom elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr zur digi­ta­len Jus­tiz“. In der bevor­ste­hen­den Frei­schal­tung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs zum Jah­res­wech­sel sah Ory einen Erfolg des EDV-Gerichts­ta­ges, der sich immer dafür ein­ge­setzt hat, dass der elek­tro­ni­sche Rechts­ver­kehr zu allen deut­schen Gerich­ten, Straf- und Buß­geld­be­hör­den eröff­net wird. Dies stel­le nicht nur einen Ein­schnitt für die Jus­tiz und die Rechts­an­walt­schaft dar, son­dern auch für den EDV-Gerichts­tag. „Mit der Eröff­nung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs fängt die Auf­ga­be des EDV-Gerichts­tags gera­de erst an. Wir wer­den die Umset­zung kri­tisch und kon­struk­tiv beglei­ten und dar­auf auf­merk­sam machen, wenn die Umset­zung in punc­to Rechts­rah­men, Orga­ni­sa­ti­on oder Soft­ware ver­bes­sert wer­den muss.“, so Ory.

In die­sem Zusam­men­hang prä­sen­tier­te Ory das Por­tal „www.erv-rechtsfrage.de“, auf dem Fra­gen zum elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr gesam­melt und dis­ku­tiert wer­den sol­len, um so auf eine ste­ti­ge Ver­bes­se­rung und ein­fa­che­ren Zugang hin­zu­wir­ken. „Wir wol­len, dass bei der Umstel­lung auf den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr alle mit­ge­nom­men wer­den, die Prak­ti­ker mit jahr­zehn­te­lan­ger Erfah­rung wie auch die Berufs­ein­stei­ger, die pri­vat schon ganz anders mit digi­ta­len Werk­zeu­gen umge­hen.“, so Ory wei­ter. Er beton­te außer­dem, dass zu einer digi­ta­len Jus­tiz mehr gehö­re, als nur elek­tro­nisch zu kom­mu­ni­zie­ren. „Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet dar­über hin­aus gro­ßes Poten­zi­al bei der Opti­mie­rung inter­ner Arbeits­pro­zes­se und eröff­net zugleich ganz neue Mög­lich­kei­ten des Ser­vice für die Rechts­su­chen­den. Unser dies­jäh­ri­ges Mot­to ‚Recht 4.0 – Vom elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr zur digi­ta­len Jus­tiz“ beschreibt inso­fern den Schwer­punkt der wei­te­ren Arbeit des EDV-Gerichts­ta­ges: Wir wol­len auch künf­tig sowohl Ver­mitt­ler, als auch Antrei­ber bei der Digi­ta­li­sie­rung sein.“, so Ory.

Die dies­jäh­ri­ge Tagung befasst sich ins­be­son­de­re mit der aktu­el­len Recht­spre­chung auf dem Gebiet E‑Government und E‑Justice. In der Bund-Län­der-Kom­mis­si­on für Infor­ma­ti­ons­tech­nik in der Jus­tiz wer­den die Bun­des­län­der außer­dem über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen im Bereich der IT-Stan­dards, neue Wege der grenz­über­schrei­ten­den Straf­ver­fol­gung und aktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei den euro­päi­schen IT-Pro­jek­ten infor­mie­ren. Des Wei­te­ren wird sich die Ver­an­stal­tung mit den beson­de­ren elek­tro­ni­schen Post­fä­chern, den Schnitt­stel­len zwi­schen E‑Government und E‑Justice sowie den The­men Legal Tech, also der auto­ma­ti­sier­ten Erstel­lung von Ver­trä­gen, und Machi­ne Lear­ning befas­sen.

Zu den Gäs­ten zäh­len hier­bei die saar­län­di­sche Minis­ter­prä­si­den­tin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, die Vize­prä­si­den­tin des saar­län­di­schen Land­tags, Bar­ba­ra Spa­ni­ol, der Ver­wal­tungs­de­zer­nent der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken, Jür­gen Wohlfarth, der Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des, Prof. Dr. Man­fred Schmitt sowie der Dekan der juris­ti­schen Fakul­tät, Prof. Dr. Roland Beck­mann. Ory kün­dig­te auch an, dass der saar­län­di­sche Jus­tiz­mi­nis­ter Ste­phan Tos­ca­ni bei der Abend­ver­an­stal­tung den „Die­ter Meu­rer Preis Rechts­in­for­ma­tik‘“ an die dies­jäh­ri­ge Preis­trä­ge­rin Prof. Dr. Loui­sa Specht über­rei­chen wird, und dass sich Jus­tiz-Staats­se­kre­tär Roland Theis für die Work­shops am mor­gi­gen Frei­tag ange­kün­digt hat. In Ver­tre­tung des kurz­fris­tig ver­hin­der­ten Vize­prä­si­denten des Bun­des­am­tes für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik, Dr. Ger­hard Schab­hü­ser, hielt die Fach­be­reichs­lei­te­rin Dr. Astrid Schu­ma­cher den Eröff­nungs­vor­trag zum The­ma „„Digi­ta­li­sie­rung in der Jus­tiz: Ver­trauen durch IT-Sicher­heit“. Part­ner­land des dies­jäh­ri­gen Kon­gres­ses ist das Ver­ei­nig­ten König­reich, des­sen Straf­ver­fah­ren schon weit­ge­hend digi­tal vor­be­rei­tet wer­den.