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Veranstaltung: “Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz  — die Zukunft der Justiz?”

14. März 2018 um 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Das Min­is­teri­um der Jus­tiz des Saar­lan­des richtet unter Beteili­gung des Deutschen EDV-Gericht­stages e.V. eine Ver­anstal­tung aus zum The­ma:

Maschinelles Ler­nen und kün­stliche Intel­li­genz  — die Zukun­ft der Jus­tiz?

Mittwoch, 14. März 2018, 12:00 Uhr

in der Lan­desvertre­tung des Saar­lan­des in Berlin

In den Min­is­tergärten 4, 10117 Berlin.

Im Anschluss an das Gruß­wort von Her­rn Staatsskretär Roland The­is, Min­is­teri­um der Jus­tiz des Saar­lan­des  und die Vorträge von Frau Prof. Dr. Katha­ri­na Anna Zweig, Depart­ment of Com­put­er Sci­ence, Algo­rithm Account­abil­i­ty Lab, TU Kaiser­slautern und Her­rn Jörn Erbguth,  Legal Tech Con­sul­tant und extern­er Daten­schutzbeauf­tragter, Mit­glied im Vor­stand des Deutschen EDV-Gericht­stages e.V. schließt sich eine Podi­ums­diskus­sion aus Sicht der Jus­tiz, der Richter und der Rechtsin­for­matik an.

Teil­nehmer der Podi­ums­diskus­sion sind:

  • Dirk Biegel, Jus­tizhaupt­sekretär am Saar­ländis­chen Ober­lan­des­gericht, Vor­sitzen­der der Deutschen Jus­tiz Gew­erkschaft, Lan­desver­band Saar e. V.
  • Dr. Bern­hard Joachim Scholz, Richter am Bun­dessozial­gericht und Mit­glied des Prä­sid­i­ums des Deutschen Richter­bunds
  • Prof. Dr. Christoph Sorge, Inhab­er der juris-Stiftung­spro­fes­sur für Rechtsin­for­matik und Direk­tor des Insti­tuts für Rechtsin­for­matik, Uni­ver­sität des Saar­lan­des

Weit­ere Infor­ma­tio­nen und das Pro­gramm find­en Sie hier.

Hier find­en Sie das Pro­gramm als PDF-Fly­er.

Um Anmel­dung unter veranstaltungen@justiz.saarland.de wird bis spätestens 8. März 2018 gebeten.

Abstracts und Ref­er­enten:

“Sind Computer die besseren Richter? Algorithmische Entscheidungssysteme vor Gericht”

In den USA sind algo­rith­mis­che Entschei­dungssys­teme schon rou­tinemäßig im Ein­satz, wenn es um die Bew­er­tung von Krim­inellen geht. Die Ini­tia­tive zu deren Ein­satz geht auf Bürg­er­rechts­be­we­gun­gen zurück, die sich von Com­put­ern mehr Objek­tiv­ität und Trans­parenz ver­sprechen. In ihrem Vor­trag zeigt Prof. Dr. Zweig auf, wie solche Sys­teme entwick­elt wer­den, welche Fehler dabei passieren kön­nen und wie die Qual­ität der getrof­fe­nen Entschei­dun­gen zu bew­erten ist. Auch wenn es unwahrschein­lich ist, dass solche Sys­teme auch in Deutsch­land in rechtlichen Prozessen einge­set­zt wer­den, wer­den ver­mut­lich in den näch­sten Jahren viele ähn­liche Sys­teme von Fir­men und öffentlichen Stellen einge­set­zt wer­den — und dementsprechend wegen Fehlentschei­dun­gen selb­st möglicher­weise bald “vor Gericht ste­hen”. Darum ist es notwendig, sich schon heute mit der grundle­gen­den Tech­nik dahin­ter auseinan­derzuset­zen und mit der Frage, wie man diese Tech­nik nachvol­lziehbar gestal­tet.

Pro­fes­sorin Dr. Katha­ri­na Anna Zweig ist Pro­fes­sorin für Infor­matik an der TU Kaiser­slautern und leit­et dort das Algo­rithm Account­abil­i­ty Lab, das sich der Frage wid­met, wie algo­rith­mis­che Entschei­dungssys­teme opti­mal geplant, entwick­elt und evaluiert wer­den kön­nen. Sie hat auch fed­er­führend den deutsch­landweit einzi­gar­ti­gen Stu­di­en­gang Sozioin­for­matik entwick­elt, der die Auswirkun­gen der Dig­i­tal­isierung auf Indi­vidu­um, Organ­i­sa­tion und Gesellschaft mod­el­liert und analysiert. Sie ist 2013 zur Junior Fel­low der Gesellschaft für Infor­matik ernan­nt wor­den, wurde 2014 als eine von 39 “Dig­i­tal­en Köpfen” aus­geze­ich­net und bekam 2017 den ars leg­en­di Lehrpreis in Infor­matik und den Inge­nieur­swis­senschaften. Sie berät Min­is­te­rien, die Lan­desme­di­en­anstal­ten, Stiftun­gen und die Kirchen zu allen The­men rund um die Dig­i­tal­isierung und ihre Auswirkung auf die Gesellschaft.

“Deep-Learning im Recht: Droht die computergestützte Kasuistik die Rechtsdogmatik zu verdrängen?”

In der KI erre­ichen auf Deep-Learn­ing basierende Sys­teme, inzwis­chen Tre­f­fer­rat­en, die über denen men­schlich­er Entschei­der liegen. Diese Sys­teme wer­den mit ein­er sehr großen Anzahl von Beispie­len trainiert und nicht mehr mit Regeln pro­gram­miert. Sie wer­den auch zur juris­tis­chen Entschei­dungs­find­ung einge­set­zt. Promi­nente Anwen­dungs­bere­iche sind Pre­dic­tive Polic­ing und Sozial­prog­nosen. Der hohen sta­tis­tis­chen Qual­ität ste­ht jedoch eine Igno­ranz gegenüber Regeln und Grundw­erten gegenüber, die dem Sys­tem nie mit­geteilt wor­den sind. Das stellt uns vor das Dilem­ma: Kön­nen wir es uns leis­ten, für eine möglicher­weise sta­tis­tisch bessere Entschei­dungsqual­ität des Deep-Learn­ings, unsere Dog­matik über Bord zu wer­fen? Welche Hil­festel­lung gibt uns dabei Art. 22 DS-GVO? Welche Verbesserun­gen lassen sich durch zusät­zliche Begrün­dungskom­po­nen­ten und Algo­rith­men-TÜV erre­ichen?

Jörn Erbguth ist Diplom-Infor­matik­er und Diplom-Jurist. An der Uni­ver­sität Genf forscht er zur Blockchain Gov­er­nance. Er lehrt an der Gene­va School of Diplo­ma­cy zur Auswirkung der IT auf Diplo­matie und Inter­na­tionale Beziehun­gen. Bei der juris GmbH war er tech­nis­ch­er Leit­er und CTO bei der Swisslex AG. Er ist UDIS-zer­ti­fiziert­er extern­er Daten­schutzbeauf­tragter, Legal Tech Berater und Mit­glied im Vor­stand des Deutschen EDV-Gericht­stags.

Details

Datum:
14. März 2018
Zeit:
12:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Landesvertretung des Saarlandes in Berlin
in den Ministergärten 4
10117 Berlin,
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