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Aktu­el­ler Stand der Ent­wick­lun­gen zur e‑Evidence

19. Sep­tem­ber 2019 um 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr

Hör­saal 0.23

Mode­ra­ti­on:Mar­kus Hart­mann, Ober­staats­an­walt als Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter, Lei­ter der Zen­tral- und Ansprech­stel­le Cybercrime Nord­rhein-West­fa­len (ZAC NRW), Köln
Refe­ren­ten:Bir­git Sip­pel, Abge­ord­ne­te des Euro­päi­schen Par­la­ments, Straß­burg
Ste­fa­nie Schott, Fach­an­wäl­tin für Straf- und Steu­er­recht, Kanz­lei Kip­per + Durth, Darm­stadt
Dr. Rapha­el Bossong, Wis­sen­schaft­ler an der Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik
Patri­cia Hamel, Natio­na­le Exper­tin in der Euro­päi­schen Kommission/Generaldirektion Jus­tiz

Immer mehr Daten wer­den bei Cloud-Anbie­tern auf aus­län­di­schen Ser­vern gespei­chert. Müs­sen Ermitt­lungs­be­hör­den auf die­se Daten zugrei­fen und wol­len sie den – oft ermitt­lungs­ge­fähr­den­den lang­wie­ri­gen – Weg der jus­ti­zi­el­len Rechts­hil­fe ver­mei­den, sind sie meist auf die frei­wil­li­ge Koope­ra­ti­on der Anbie­ter ange­wie­sen.

Am 17.04.2018 hat die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on eine Ver­ord­nung über eine Euro­päi­sche Her­aus­ga­be- und Siche­rungs­an­ord­nung bezüg­lich elek­tro­ni­scher Beweis­mit­tel in Straf­ver­fah­ren sowie eine Richt­li­nie bezüg­lich der Ernen­nung eines gesetz­li­chen Ver­tre­ters durch die Ser­vice-Pro­vi­der in der Uni­on vor­ge­schla­gen. Mit­hil­fe die­ser soge­nann­ten E‑E­vi­dence-Ver­ord­nung sol­len Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Inter­net­diens­te ver­pflich­tet wer­den, per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten an die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den ande­rer EU-Mit­glieds­staa­ten her­aus­zu­ge­ben. Auch Dritt­staats­an­bie­ter, die inner­halb der EU ihre Diens­te anbie­ten, kön­nen adres­siert wer­den.

Die­ser direk­te grenz­über­schrei­ten­de Daten­zu­griff wird jedoch vor allem des­halb kri­ti­siert, weil eine Prü­fung durch Gerich­te oder sons­ti­ge Behör­den des Ziel­lan­des nicht erfol­ge und damit rechts­staat­li­che Garan­ti­en unter­lau­fen wür­den. Die Dis­kus­si­on soll den recht­lich und poli­tisch bedeut­sa­men Ver­ord­nungs­ent­wurf kri­tisch beleuch­ten und den aktu­el­len Stand der Befas­sung auf­zei­gen.

Bir­git Sip­pel ist seit 2009 Abge­ord­ne­te des Euro­päi­schen Par­la­ments und Koor­di­na­to­rin (Spre­che­rin) der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen S&D‑Fraktion im Aus­schuss für Bür­ger­li­che Frei­hei­ten, Jus­tiz und Inne­res (LIBE). Sie ist die par­la­men­ta­ri­sche Ver­hand­lungs­füh­re­rin (Bericht­erstat­te­rin) für die Ver­ord­nun­gen über Pri­vat­sphä­re und elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on (ePri­va­cy) sowie zum Zugriff auf elek­tro­ni­sche Beweis­mit­tel (E‑Evidence).

Im LIBE-Aus­schuss beschäf­tigt sich Bir­git Sip­pel ins­be­son­de­re mit den The­men­be­rei­chen Pri­vat­sphä­re und Daten­schutz, Asyl- und Migra­ti­ons­po­li­tik, Schen­gen, der poli­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zusam­men­ar­beit sowie dem Schutz von Demo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit.

Neben ihrer Rol­le im LIBE-Aus­schuss ist Bir­git Sip­pel Stell­ver­tre­te­rin im Aus­schuss für Beschäf­ti­gung und Sozia­le Ange­le­gen­hei­ten (EMPL). Seit 1982 ist Bir­git Sip­pel akti­ves Mit­glied der SPD. Im Jahr 1983 wur­de sie Mit­glied der IG Metall und enga­gier­te sich u.a. als Betriebs­rä­tin. Von 1994 bis 2004 war sie als Mit­glied der SPD Frak­ti­on im Stadt­rat von Arns­berg. Außer­dem war Bir­git Sip­pel von 1996 bis 2010 Mit­glied im SPD-Bun­des­par­tei­rat. Seit 2010 ist sie Mit­glied des Lan­des­vor­stands und des Prä­si­di­ums der NRW-SPD.

Ste­fa­nie Schott ist Rechts­an­wäl­tin und Part­ne­rin der auf Wirt­schafts­straf­recht spe­zia­li­sier­ten Kanz­lei Kip­per + Durth in Darm­stadt. Zuvor arbei­te­te sie als Rechts­an­wäl­tin und Part­ne­rin in der auf die Gebie­te des Wirt­schafts- und des Steu­er­straf­rechts aus­ge­rich­te­te Kanz­lei Hoff­mann und Part­ner in Mainz. Zudem ist Frau Schott Mit­glied im Aus­schuss Euro­pa der Bun­des­rechts­an­walts­kam­mer (BRAK) und ist dort Bericht­erstat­te­rin für den Vor­schlag der Kom­mis­si­on für eine Ver­ord­nung des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates über Euro­päi­sche Her­aus­ga­be­an­ord­nun­gen und Siche­rungs­an­ord­nun­gen für elek­tro­ni­sche Beweis­mit­tel in Straf­sa­chen

Rapha­el Bossong ist Wis­sen­schaft­ler (Seni­or Asso­cia­te) bei der Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik (Deut­sches Insti­tut für inter­na­tio­na­le Poli­tik und Sicher­heit), wo er seit 2016 den Bereich EU Jus­tiz und Inne­res ver­ant­wor­tet. Zuvor wirk­te er in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen an der Euro­pa Uni­ver­si­tät Via­dri­na (Frankfurt,O), dem Insti­tut für Frie­dens­for­schung und Sicher­heits­po­li­tik (Ham­burg), dem Glo­bal Public Poli­cy Insti­tu­te (Ber­lin) sowie der Lon­don School of Eco­no­mics and Poli­ti­cal Sci­en­ces (Lon­don). Sei­ne For­schungs­ar­bei­ten erstre­cken sich über die EU-Anti­ter­ro­ris­mus­po­li­tik, die euro­päi­sche Grenz­si­che­rungs- und Migra­ti­ons­po­li­tik, Fra­gen der Cyber­si­cher­heit sowie das zivi­le Kri­sen­ma­nage­ment der EU. Rapha­el Bossong stu­dier­te Sozi­al- Poli­tik­wis­sen­schaf­ten (BA) an der Cam­bridge Uni­ver­si­ty und Inter­na­tio­nal Rela­ti­ons (MA & PhD) an der Lon­don School of Eco­no­mics.

Patri­cia Hamel ist seit 2017 als Natio­na­le Exper­tin in der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on in der Gene­ral­di­rek­ti­on Jus­tiz im Refe­rat für Straf­pro­zess­recht beschäf­tigt und Mit­glied der Task Force „Elek­tro­ni­sche Beweis­mit­tel“. Zuvor war sie vier Jah­re als Staats­an­wäl­tin in der Staats­an­walt­schaft Mün­chen I tätig sowie als Rich­te­rin am Amts­ge­richt Mün­chen. Nach ins­ge­samt acht Jah­ren Tätig­keit in der Jus­tiz ließ sie sich für drei wei­te­re Jah­re an das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern abord­nen. Vor ihrer Beschäf­ti­gung in der Gene­ral­di­rek­ti­on der EU Kom­mis­si­on war sie zuletzt an die Baye­ri­sche Staats­kanz­lei abge­ord­net und lei­te­te dort in der Dienst­stel­le der Ver­tre­tung des Frei­staa­tes Bay­ern bei der Euro­päi­schen Uni­on in Brüs­sel als Refe­rats­lei­te­rin das Refe­rat „Ange­le­gen­hei­ten des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz.“

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