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Algo­rith­men in Jus­tiz und Ver­wal­tung – Stand, Per­spek­ti­ven und Her­aus­for­de­run­gen

19. Sep­tem­ber 2019 um 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Hör­saal 0.23

Mode­ra­ti­on:Dr. Astrid Schu­ma­cher, Lei­te­rin des Fach­be­reichs BL 1: Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­be­ra­tung und Geheim­schutz im Bun­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI), Bonn
Prof. Dr. Uwe-Diet­mar Ber­lit, Vor­sit­zen­der Rich­ter am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und Hono­rar­pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Leip­zig
Refe­ren­ten:Univ.-Prof. Dr. Mario Mar­ti­ni, Deut­sche Uni­ver­si­tät für Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten – Lehr­stuhl für Ver­wal­tungs­wis­sen­schaft, Staats­recht, Ver­wal­tungs­recht und Europarecht/Leiter des For­schungs­be­reichs „Trans­for­ma­ti­on des Staa­tes in Zei­ten der Digi­ta­li­sie­rung“, Spey­er
Björn Beck, Staats­an­walt, Minis­te­ri­um der Jus­tiz und für Euro­pa Baden-Würt­tem­berg – Refe­rat für Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, Stutt­gart

Ver­wal­tung und Jus­tiz kom­men um KI/AI und Legal Tech nicht her­um – schon wegen der Brei­te der Begrif­fe und der Viel­falt der von ihnen erfass­ten Phä­no­me­ne. Digi­ta­li­sie­rung der Arbeits­pro­zes­se in den Berei­chen der „Büro­tech­nik“, der Kom­mu­ni­ka­ti­on sowie der Infor­ma­ti­ons­er­fas­sung, ‑auf­be­rei­tung und ‑ver­mitt­lung sind in Ver­wal­tung und Jus­tiz längst Rea­li­tät – wenn auch nicht flä­chen­de­ckend. Der Arbeits­kreis setzt dies vor­aus und wid­met sich der qua­li­ta­tiv nächs­ten Stu­fe – algo­rith­mus­ge­steu­er­ter Entscheidungs(vorbereitungs)prozesse in Ver­wal­tung und Jus­tiz. In tra­di­tio­nell von Papier und Men­schen gepräg­ten Orga­ni­sa­tio­nen, deren Rechts­rah­men die Digi­ta­li­sie­rung nur ansatz­wei­se reflek­tiert, wirft dies Fra­gen auf. Das uni­ons­recht­li­che Ver­bot auto­ma­ti­sier­ter Ein­zel­ent­schei­dun­gen (Art. 22 DSGVO) setzt eine Gren­ze, die indes nicht abso­lut gilt. Die Jus­tiz ist dop­pelt betrof­fen: durch algo­rith­mus­ge­steu­er­te Entscheidungs(vorbereitungs)prozesse bei der eige­nen Auf­ga­ben­er­le­di­gung sowie – in den öffent­lich-recht­li­chen Fach­ge­richts­bar­kei­ten – als Kon­troll­ge­gen­stand.

Der Arbeits­kreis will über die Per­spek­ti­ven algo­rith­mus­ge­steu­er­ter Entscheidungs(vorbereitungs)prozesse in Ver­wal­tung und Jus­tiz sowie bereits ver­wirk­lich­te Ansät­ze infor­mie­ren. Die­se Ent­wick­lun­gen sind nicht frei von Pro­ble­men – neben sol­chen der tech­ni­schen Rea­li­sie­rung vor allem auch in Bezug auf (verfassungs-)rechtliche Vor­aus­set­zun­gen und Gren­zen. Die­se wer­den als Her­aus­for­de­run­gen begrif­fen, die es rechts­staats­kon­form zu bewäl­ti­gen gilt.

Univ.-Prof. Dr. M. Mar­ti­ni wid­met sich den über­grei­fen­den Her­aus­for­de­run­gen, denen sich Ver­wal­tung und Jus­tiz zu stel­len haben, aus einer eher struk­tu­rell-ana­ly­ti­schen Per­spek­ti­ve. Er leuch­tet ins­be­son­de­re die rechts­staat­li­chen und demo­kra­tie­theo­re­ti­schen Pro­blem­fel­der aus, die sich mit dem Ein­satz auto­ma­ti­sier­ter und ent­schei­dungs­un­ter­stüt­zen­der Sys­te­me ver­knüp­fen. StA B. Beck bringt die Per­spek­ti­ve der Jus­tiz ein. Als Lei­ter einer ein­schlä­gi­gen Arbeits­grup­pe der BLK ver­ant­wor­tet er u.a. an dem The­men­pa­pier „Ein­satz kogni­ti­ver Sys­te­me in der Jus­tiz“ und wird den Akzent auf die ope­ra­tiv-prak­ti­sche Sicht legen. Er wird dabei unter­schied­li­che Ein­satz­fel­der vor­stel­len, in denen neue Tech­no­lo­gi­en die Jus­tiz ent­las­ten könn­ten.

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