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Mas­sen­da­ten in Straf­sa­chen – Pro­ble­me und Lösun­gen

21. September 2017 um 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Refe­ren­ten: Ober­staats­an­walt Mar­kus Hart­mann, Staats­an­walt­schaft Köln
Dr. Domi­nik Bro­dow­ski, Open Com­pe­tence Cen­ter for Cyber Secu­ri­ty, Goe­the Uni­ver­si­tät Frank­furt
Jörg Bar­tho­lo­my, Micro­soft Deutsch­land GmbH
Mode­ra­ti­on: Die­ter Kesper, Ober­staats­an­walt als Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter, Staats­an­walt­schaft Köln
Pro­to­koll: Pro­to­koll-Mas­sen­da­ten-Straf­sa­chen

Der Umgang mit elek­tro­ni­schen Mas­sen­da­ten ist mitt­ler­wei­le zu einer Kern­fra­ge des straf­recht­li­chen Ver­fah­rens gewor­den. Kaum eine Durch­su­chung endet ohne die Sicher­stel­lung zahl­rei­cher Daten­trä­ger. Im Wirt­schafts­straf­ver­fah­ren wird die Beweis­be­deu­tung ana­lo­ger Medi­en durch den Zugriff auf die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on des betrof­fe­nen Unter­neh­mens ver­drängt. Allein der schie­re Umfang gesi­cher­ter Daten führt zu erheb­li­chen Pro­ble­men für die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den – selbst wenn kei­ne wei­te­re Kom­pli­ka­ti­ons­fak­to­ren wie Ver­schlüs­se­lung und Inter­na­tio­na­li­tät von Daten hin­zu­kom­men.

Beson­ders Ver­fah­ren wegen des Ver­dachts der Ver­brei­tung, des Erwerbs oder des Besit­zes von Kin­der­por­no­gra­fie lei­den unter der lan­gen Aus­wer­te­dau­er der Beweis­mit­tel. Die Ver­ga­be der Aus­wer­tung an behör­den­ex­ter­ne Gut­ach­ter ver­mag Belas­tungs­spit­zen zu dämp­fen. Eine dau­er­haf­te Lösung ist sie – auch mit Blick auf die Preis­ga­be poli­zei­li­cher Kern­kom­pe­ten­zen in der Beweis­mit­tel­aus­wer­tung – nicht. Ein Zuwachs an poli­zei­li­chen Sach­be­ar­bei­tern ist zwar wün­schens­wert, aber aus haus­hal­te­ri­schen Grün­den kaum in dem erfor­der­li­chen Umfang erwart­bar. Daher gerät für das infor­ma­ti­ons­tech­ni­sche Pro­blem der Mas­sen­da­ten­ana­ly­se ein infor­ma­ti­ons­tech­ni­scher Lösungs­an­satz in den Fokus.

Die Zen­tral- und Ansprech­stel­le Cybercrime Nord­rhein-West­fa­len bei der Staats­an­walt­schaft Köln (ZAC NRW) hat sich gemein­sam mit dem Lan­des­kri­mi­nal­amt Nord­rhein-West­fa­len, der Poli­zei Köln, der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt am Main, der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des und der Micro­soft Deutsch­land GmbH auf den Weg gemacht, den Ein­satz auto­ma­ti­sier­ter Mas­sen­da­ten­aus­wer­tung für Straf­ver­fah­rens­zwe­cke zu gestal­ten. Im Fokus ste­hen dabei cloud­ba­sier­te Ansät­ze des Machi­ne Lear­nings, künst­li­cher Intel­li­gen­zen und neu­ro­na­ler Netz­wer­ke. Eine gemein­sa­me Pro­jekt­grup­pe skiz­ziert am Anwen­dungs­bei­spiel der Mas­sen­da­ten­aus­wer­tung im Bereich der Kin­der­por­no­gra­fie ein Sze­na­rio einer tech­ni­schen Lösungs­kom­po­nen­te. Über eine „Prosecutor’s Cloud“ könn­te die auto­ma­ti­sier­te Ver­ar­bei­tung ver­fah­rens­re­le­van­te von irrele­van­ten Daten­be­stän­den anhand inhalt­li­cher Kri­te­ri­en unter­schei­den und dabei selbst­ler­nend die von einem mensch­li­chen Sach­be­ar­bei­ter final zu bewer­ten­den Daten­men­gen redu­zie­ren. Durch die cloud­ba­sier­te Imple­men­tie­rung sol­len die Ver­füg­bar­keit der Lösung, die bereit­ge­stell­te Rechen­leis­tung und der Kos­ten­auf­wand opti­miert wer­den.

Die­ser Ansatz birgt erheb­li­che tech­ni­sche und recht­li­che Unwäg­bar­kei­ten. Neben Fra­gen der tech­ni­schen Mach­bar­keit und der Leis­tungs­fä­hig­keit intel­li­gen­ter Sys­te­me sind die recht­li­chen Grund­la­gen beson­ders mit Blick auf den Daten­schutz sowie die straf­recht­li­chen und straf­pro­zes­sua­len Vor­ga­ben genau­er in den Blick zu neh­men. Wäh­rend des Work­shops wer­den die Pro­jekt­part­ner Tech­nik­de­mos vor­füh­ren, Ein­bli­cke in die aktu­el­le Kon­zep­ti­on sowie die damit ein­her­ge­hen­den Her­aus­for­de­run­gen geben und sich der kri­ti­schen Dis­kus­si­on stel­len.

Details

Datum:
21. September 2017
Zeit:
15:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Hör­saal 0.19
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