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Nach Inkraft­tre­ten des euro­päi­schen Daten­schutz­pa­kets: Was kommt auf Deutsch­land, ins­be­son­de­re auf die Jus­tiz zu?

23. September 2016 um 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr

Nach Inkraft­tre­ten des euro­päi­schen Daten­schutz­pa­kets: Was kommt auf Deutsch­land, ins­be­son­de­re auf die Jus­tiz zu?

23. Sep­tem­ber 11.00 – 12.30 Uhr, HS 0.23

Mode­ra­ti­on:

Rechts­an­walt Prof. Dr. Wil­fried Bern­hardt, Staats­se­kre­tär a.D., Natio­na­les E‑Government Kom­pe­tenz­zen­trum

Prof. Dr. Georg Bor­ges, geschäfts­füh­ren­der Direk­tor, Insti­tut für Rechts­in­for­ma­tik, Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des

Refe­ren­ten:

N.N., Ver­tre­ter der in der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on für Daten­schutz­fra­gen zustän­di­gen Arbeits­ein­heit

Dr. Rai­ner Stent­zel, Lei­ter des Refe­rats ÖS I 3 im BMI

Dr. Peter Schantz, Refe­rent im Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz

Pro­to­koll und Prä­sen­ta­tio­nen

Pro­to­koll

Prä­sen­ta­ti­on – Dr. Schantz

Am 04. Mai 2016 wur­de die EU-Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) im Amts­blatt der Euro­päi­schen Uni­on ver­öf­fent­licht und trat am 25. Mai 2016 in Kraft. Anwend­bar ist sie damit ab dem 25. Mai 2018 und löst die (Datenschutz)-Richtlinie 95/46/EG von 1995 ab. Fer­ner wur­de die Richt­li­nie des EP und des Rates zum Schutz natür­li­cher Per­so­nen bei der Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten durch die zustän­di­gen Behör­den zum Zwe­cke der Ver­hü­tung, Ermitt­lung, Auf­de­ckung oder Ver­fol­gung von Straf­ta­ten oder der Straf­voll­stre­ckung sowie zum frei­en Daten­ver­kehr und zur Auf­he­bung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI des Rates beschlos­sen.

Der neue Rechts­rah­men soll lt. Erwä­gungs­grün­den „einen soli­den, kohä­ren­te­ren und klar durch­setz­ba­ren Rechts­rah­men im Bereich des Daten­schut­zes in der Uni­on“ schaf­fen, damit eine Ver­trau­ens­ba­sis für die digi­ta­le Wirt­schaft zum Wachs­tum im Bin­nen­markt berei­ten und den natür­li­chen Per­so­nen die Kon­trol­le über ihre per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten ermög­li­chen.

Die DSGVO nimmt nicht nur die Ver­wal­tun­gen und die Wirt­schaft in die Pflicht, auch die Gerich­te und ande­re Jus­tiz­be­hör­den sind vom Anwen­dungs­be­reich erfasst. Aller­dings sind – durch Uni­ons­recht oder das Recht der Mit­glieds­staa­ten zu regeln­de – Aus­nah­men von den Betrof­fe­nen­rech­ten zum „Schutz der Unab­hän­gig­keit der Jus­tiz“ und dem „Schutz von Gerichts­ver­fah­ren“ vor­ge­se­hen. Das betrifft auch die Auf­sicht über die Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten durch Gerich­te im Rah­men ihrer jus­ti­zi­el­len Tätig­keit. Zwar wirkt die DSGVO als EU-Ver­ord­nung nach Art. 288 AEUV direkt und unmit­tel­bar in allen Mit­glieds­staa­ten. Die VO über­lässt jedoch über die genann­ten Jus­ti­zas­pek­te hin­aus den Mit­glieds­staa­ten Spiel­räu­me für ergän­zen­de Vor­schrif­ten oder natio­na­le Son­der­re­ge­lun­gen, etwa im Bereich des Beschäf­tig­ten­da­ten­schut­zes oder der Daten­ver­ar­bei­tung durch Behör­den, bei Detail­fra­gen der Betrof­fe­nen­rech­te oder bei den Vor­aus­set­zun­gen für die Bestel­lung eines Daten­schutz­be­auf­trag­ten. Dazu wer­den der­zeit inner­halb der Bun­des­re­gie­rung Rege­lun­gen erar­bei­tet.

Die neue Richt­li­nie regelt in spe­zi­fi­scher Wei­se Daten­schutz­fra­gen im Rah­men der Straf­ver­fol­gung durch Poli­zei und Jus­tiz und bedarf zu ihrer Wirk­sam­keit natio­na­ler Umset­zungs­re­ge­lun­gen.

Der Arbeits­kreis wird sich mit den grund­sätz­li­chen Fra­gen der DSGVO und der Daten­schutz-Richt­li­nie für Poli­zei und Straf­jus­tiz sowie mit den Fra­gen der Umset­zun­gen und Anpas­sun­gen im natio­na­len Recht beschäf­ti­gen und dabei auch die für Jus­tiz und Straf­ver­fol­gungs­or­ga­ne in den nächs­ten zwei Jah­ren erfor­der­li­chen Schrit­te zur Vor­be­rei­tung auf das neue Recht dis­ku­tie­ren.

Dazu wer­den nach der Ein­füh­rung durch Prof. Dr. Wil­fried Bern­hardt vor­tra­gen:

  • Ein Ver­tre­ter (N.N.) der EU-Kom­mis­si­on zu grund­sätz­li­chen Fra­gen der DSGVO und der Richt­li­nie,
  • Herr Dr. Rai­ner Stent­zel, Lei­ter des Refe­rats ÖS I 3 im BMI, das unter ande­rem für den Daten­schutz im Poli­zei­be­reich und für das Bun­des­kri­mi­nal­amt­ge­setz sowie aktu­ell die Umset­zung der Daten­schutz­richt­li­nie zustän­dig ist, zu Fra­gen der Richt­li­nie,
  • Herr Dr. Peter Schantz, Refe­rent im Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz, zu den Neue­run­gen durch die DSGVO im mate­ri­el­len Daten­schutz­recht und mit einem Aus­blick auf die erfor­der­li­chen natio­na­len Anpas­sungs­maß­nah­men.

In der anschlie­ßen­den, von Prof. Dr. Georg Bor­ges mode­rier­ten Dis­kus­si­on sol­len die neu­en daten­schutz­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an die Jus­tiz mit den Teil­neh­mern kri­tisch erör­tert wer­den.

Details

Datum:
23. September 2016
Zeit:
11:00 Uhr bis 12:30 Uhr
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Hör­saal 0.23
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