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Ver­fol­gen statt nur Löschen – Über die Bekämp­fung der Hass­kri­mi­na­li­tät im Netz

20. September 2018 um 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Refe­ren­ten: Dr. Petra Ger­lach, Lei­te­rin Medi­en­po­li­tik und ‑öko­no­mie, Lan­des­an­stalt für Medi­en Nord­rhein-West­fa­len, Düs­sel­dorf

Mar­kus Hart­mann, Ober­staats­an­walt als Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter,

Dr. Chris­toph Heb­be­cker, Staats­an­walt,
Jani­na Men­zel, Staats­an­wäl­tin,

Staats­an­walt­schaft Köln, Zen­tral- und Ansprech­stel­le Cybercrime Nord­rhein-West­fa­len (ZAC NRW)

Mode­ra­ti­on: Die­ter Kesper, Ober­staats­an­walt a.D., Bonn
Pro­to­koll: Pro­to­koll-Ver­fol­gen-statt-nur-löschen

In der öffent­li­chen Dis­kus­si­on wird ein deut­li­cher Anstieg von Hass­kom­men­ta­ren im Inter­net wahr­ge­nom­men. Wer­den Hass­pos­tings mit straf­ba­rem Inhalt nicht nach­hal­tig und wahr­nehm­bar sank­tio­niert, ver­stärkt dies den Ein­druck, das Inter­net sei ein anony­mer und rechts­frei­er Raum, wodurch die Hemm­schwel­le für straf­ba­re Hass­re­de wei­ter her­ab­ge­setzt wird. Mit Blick auf die durch die dau­er­haf­te Ver­füg­bar­keit poten­zier­te Reich­wei­te von Hass­pos­tings im Inter­net besteht die beson­de­re Gefähr­lich­keit einer sich gegen­sei­tig bestär­ken­den, immer wei­ter eska­lie­ren­den Kom­mu­ni­ka­ti­on einer­seits und der Ermu­ti­gung einer Viel­zahl von Per­so­nen ande­rer­seits, eige­ne straf­ba­re Hass­pos­tings zu ver­öf­fent­li­chen. In der Fol­ge steht eine zuneh­men­de Radi­ka­li­sie­rung und Aus­brei­tung extre­mis­ti­scher Über­zeu­gun­gen zu befürch­ten.

Da der Äuße­rungs­ge­halt von Hass­pos­tings meist nicht offen­sicht­lich als straf­bar oder noch straf­los ein­zu­ord­nen ist und hin­sicht­lich der Anfor­de­run­gen an die Erstat­tung einer Straf­an­zei­ge oft Unsi­cher­hei­ten bestehen, ist eine Ten­denz zur exten­si­ven Löschung zwei­fel­haf­ter Pos­tings ohne Erstat­tung einer Straf­an­zei­ge zu besor­gen. Dies kann eine Ein­bu­ße an Mei­nungs­viel­falt und ein erheb­li­ches Dun­kel­feld straf­ba­rer Hass­re­de im Inter­net zur Fol­ge haben.

Zur Lösung die­ses Span­nungs­ver­hält­nis­ses wur­de im Febru­ar 2017 das Pro­jekt „Ver­fol­gen statt nur Löschen“ initi­iert, um ein koor­di­nier­tes und effi­zi­en­tes Vor­ge­hen von Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, Medi­en­häu­sern und Medi­en­auf­sicht gegen straf­recht­lich rele­van­te Hass­re­de im Netz zu ermög­li­chen. Pro­jekt­be­tei­ligt sind neben der Zen­tral- und Ansprech­stel­le Cybercrime Nord­rhein-West­fa­len, der Lan­des­an­stalt für Medi­en Nord­rhein-West­fa­len und dem Lan­des­kri­mi­nal­amt Nord­rhein-West­fa­len die Medi­en­häu­ser Rhei­ni­sche Post Online, Medi­en­grup­pe RTL Deutsch­land und West­deut­scher Rund­funk.

Seit Febru­ar 2018 befin­det sich das Pro­jekt „Ver­fol­gen statt nur Löschen“ in der ope­ra­ti­ven Pha­se. Der Schwer­punkt der aus der Pro­jekt­ar­beit her­vor­ge­gan­ge­nen Ermitt­lungs­ver­fah­ren liegt auf den Straf­tat­be­stän­den des Ver­wen­dens von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen, der Volks­ver­het­zung und der Beschimp­fung von Bekennt­nis­sen.

Das Pro­jekt „Ver­fol­gen statt nur Löschen“ ver­steht sich als Bei­trag zur Erhal­tung der Mei­nungs­frei­heit durch eine effi­zi­en­te­re Ver­fol­gung von straf­ba­ren Hass­kom­men­ta­ren im Inter­net im Wege einer Opti­mie­rung der Zusam­men­ar­beit.

Der Work­shop gibt einen Über­blick über die recht­li­chen und tech­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen bei der Bekämp­fung von Hass­kri­mi­na­li­tät im Inter­net. Er beleuch­tet außer­dem die Beson­der­hei­ten des Zusam­men­wir­kens von Behör­den, Medi­en­un­ter­neh­men und Inter­net­pro­vi­dern.

Details

Datum:
20. September 2018
Zeit:
15:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Hör­saal 0.06
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