- Deutscher EDV-Gerichtstag e.V. - https://www.edvgt.de -

Bund-Länder-Kommission II

Zeit: Don­ners­tag, 14.30 bis 15.00 Uhr
Ort: HS 111
Refe­ren­ten: RiAG Dr. Höb­bel
RiAG Otto Sei­bert

FTCAM Sys­tem

Das FTCAM Sys­tem erfaßt die Arbeit der Fami­li­en­ge­richte und erlaubt ver­schie­dene Arbeits­me­tho­den:

  1. Man kann ca 50 % der Dezer­nats­ar­beit und ca. 90 % aller Schei­dungs­ur­teile mit ca 450 For­mu­la­ren erle­di­gen. Jedes For­mu­lar ent­hält neben der rich­ter­li­chen Ent­schei­dung (zahl­rei­che Beschlüsse, Schei­dungs­ur­teile, aber keine Unter­halts­ur­teile) Bear­bei­tungs­hin­weise und Aus­füh­rungs­ver­fü­gun­gen für Geschäfts­stelle und Kanz­lei.
  2. Eine Kanz­lei, der eine Sie­mens Netz­an­lage zur Ver­fü­gung steht, kann die aus ca. 3 000 Bau­stei­nen zusam­men­ge­setz­ten For­mu­lare mit HIT abar­bei­ten. Eine ver­sierte Kanz­lei kann Stan­dar­de­heschei­dun­gen auf­grund all­ge­mei­ner Arbeits­an­wei­sun­gen selb­stän­dig her­stel­len und den fix und fer­ti­gen Urteils­ent­wurf dem Rich­ter vor­le­gen. Das ist beim AG Han­no­ver seit 1980 ca. 15 000 mal gesche­hen
  3. Ein Anwen­der, dem ein PC und das Pro­gramm WORKS für DOS 3.0 zur Ver­fü­gung steht, kann ca 80 % aller Schei­dungs­ur­teile sowie einige Beschlüsse und Berech­nun­gen (Unter­halt, Zuge­winn­aus­gleich) mit dem PC her­stel­len. Diese Methode ist in DRiZ 1995, 283 beschrie­ben wor­den.
  4. Vor­ge­stellt wer­den soll die Win­word Test­Ver­sion 0.9, mit der ca. 60 % aller Schei­dungs­ur­teile (= pro Jahr in Han­no­ver 1 200 und in Deutsch­land 120 000) her­ge­stellt wer­den kön­nen:
    • Mit dem Start des FTCAM Sys­tems wird eine ACCESS Daten­bank geöff­net .(ACCESS 2.0 wird als Run­ti­me­Ver­sion mit­ge­lie­fert und läuft unbe­ein­fluß­bar im Hin­ter­grund ab).
    • Der Anwen­der wird dann nach den Tat­sa­chen des Ein­zel­fal­les befragt, z.B. ob beide Ehe­leute geschie­den wer­den wol­len, wel­che Staats­an­ge­hö­rig­keit sie haben, ob sie sich über das Sor­ge­recht einig sind und wel­che Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten die Ehe­leute wäh­rend der Ehe­zeit erwor­ben haben.
    • Das Pro­gramm öff­net auf­grund die­ser Anga­ben genau pas­sende Fra­ge­bö­gen, in denen der Anwen­der die rich­tige Ant­wor­ten ankreu­zen oder abge­fragte Daten kurz ein­ge­ben muß. Zahl­rei­che recht­li­che Hin­weise, Bear­bei­tungs­hil­fen und Plau­si­bi­li­täts­kon­trol­len erleich­tern die Arbeit und sor­gen für ein kor­rek­tes Ergeb­nis.
    • Auf­grund die­ser Anga­ben „prüft das Pro­gramm die Rechts­lage“. Beim Ver­sor­gungs­aus­gleich über­nimmt es alle Rechen­vor­gänge und ent­schei­det , wie der Ver­sor­gungs­aus­gleich statt­zu­fin­den hat.
    • Das Pro­gramm stellt dann selb­stän­dig einen Ent­wurf des Ver­bun­dur­teils her, indem es sich zunächst den für den kon­kre­ten Fall pas­sen­den Seri­en­brief sucht und die­sen mit den ein­ge­ge­be­nen und errech­ne­ten Daten der Daten­bank mischt. Anschlie­ßend stellt das Pro­gramm das Urteil sowie sämt­li­che Teil­aus­fer­ti­gun­gen her und spei­chert diese als nor­male Win­word Dateien.
    • Der Anwen­der kann sich den PC Ent­wurf des Ver­bun­dur­teils auf dem Bild­schirm anse­hen und abän­dern. Er oder ein Drit­ter kann sofort oder spä­ter das Urteil mit oder ohne Teil­aus­fer­ti­gun­gen aus­dru­cken oder­die Win­word Dateien auf Dis­kette oder online an seine Kanz­lei ver­schi­cken.

Vor­teile des FTCAM Sys­tems: