Bund-Länder-Kommission III

BLK: Einsatz justizspezifischer Editoren

Zeit: Fre­itag, 3. April 1998, 11.00 Uhr bis 11.45 Uhr
Ort: HS 112

Min­is­teri­um für Jus­tiz und Angele­gen­heit­en der Europäis­chen Union Meck­len­burg-Vor­pom­mern
Min­is­teri­um für Jus­tiz, Bun­des- und Europaan­gele­gen­heit­en des Lan­des Schleswig-Hol­stein

Ein­satz jus­tizspez­i­fis­ch­er Edi­toren. Ein Mehr an Autonomie. (EGT ‘98)

Die Lan­desjus­tizver­wal­tun­gen Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Schleswig-Hol­stein entwick­eln derzeit gemein­sam auf der Basis der in Meck­len­burg-Vor­pom­mern bere­its seit 1992 einge­set­zten Grund­buch­lö­sung ARGUS-GB das “Elek­tro­n­is­che Grund­buch”. Der Über­gang auf ein “Elek­tro­n­is­ches Grund­buch” ist ein “Jahrhun­der­twerk”. Es stellt gegenüber Jus­ti­zan­wen­dun­gen in anderen Bere­ichen deut­lich erhöhte Anforderun­gen an die Ver­füg­barkeit, die Daten­sicher­heit, den Daten­schutz und die nach­haltige Wart­barkeit ein­schließlich der Weit­er­en­twick­lungsmöglichkeit­en der Gesamt­sys­teme. Die Lan­desjus­tizver­wal­tun­gen haben sich deshalb für eine daten­banko­ri­en­tierte Lösung entsch­ieden. Ein zen­traler neuer Ansatz der zu entwick­el­nden Lösung ist auch die Entschei­dung für einen auf die jus­tizspez­i­fis­chen Bedürfnisse opti­mal angepaßten Edi­tor, ARGUS-Text, einem Daten­bank-front-end mit Textver­ar­beitungsqual­ität. Dieser Ansatz trägt den Gesicht­spunk­ten nach­haltige Wart­barkeit, Zukun­fts­fähigkeit und Investi­tion­ss­chutz in beson­der­er Weise Rech­nung.

Bei Inno­va­tion­ssprün­gen der Stan­dard­textver­ar­beitun­gen von zwei Jahren und immer höheren Hard­ware­an­forderun­gen ist eine Gesamt-Soft­warearchitek­tur, die sich diesem ständi­gen Wech­sel nicht entziehen kann, für ein Pro­jekt wie das “Elek­tro­n­is­che Grund­buch” weniger geeignet. Zumal dann, wenn die Funk­tion­al­ität­ser­weiterun­gen der Stan­dard­textver­ar­beitun­gen für die Verbesserung des Jus­tiz­be­triebs keine bis gerin­gere Bedeu­tung haben (z.B.: Funk­tion­al­ität­ser­weiterun­gen im DTP-Bere­ich).

Jus­ti­zan­wen­dun­gen früher­er Gen­er­a­tio­nen arbeit­eten zumeist schon mit sys­tem­spez­i­fis­chen Edi­toren. Sie hat­ten durch­weg den Nachteil man­gel­hafter Textver­ar­beitungs­funk­tion­al­ität. Dies ver­suchte man durch die ‑zusät­zliche- Anbindung ein­er Stan­dard­textver­ar­beitung (z.B.: SNI-HIT, MS-Word, Lotus-AmiPro u.a.) auszu­gle­ichen. Neuere Entwick­lun­gen haben ein­heitlichere Benutzer­schnittstellen unter Win­dows gefun­den (z.B.: MEGA). Allen genan­nten Lösun­gen ist über den notwendi­gen Makro­pro­gram­mier­an­teil gemein­sam, daß sie sich dem raschen Wech­sel der Stan­dard­pro­duk­te (z.B.: MS-Word, Lotus-AmiPro) anpassen müssen. Fast jede neue Stan­dard-Soft­ware­gen­er­a­tion zwingt zu ein­er Anpas­sung, bis zu ein­er Neupro­gram­mierung des Makrobere­ichs der Jus­ti­zan­wen­dun­gen. Und dies umso aufwendi­ger und umfänglich­er, je höher die erre­ichte Funk­tion­al­ität in der Vorgängerver­sion war.

Im Pro­jekt “Elek­tro­n­is­ches Grund­buch” set­zen die Lan­desjus­tizver­wal­tun­gen deshalb einen jus­tizspez­i­fis­chen Edi­tor ein, eine reine 32-Bit-Anwen­dung. unter den Betrieb­ssys­te­men IBM OS/2 und MS-Win­dows-NT ver­füg­bar. Neben Textver­ar­beitungs­funk­tion­al­ität nach dem Stand der Kun­st, geringem Hard­ware-Ressourcenbe­darf bei sehr guter per­for­mance und ein­er online-Verbindung zur Daten­bank erlaubt eine spezielle Schnittstelle die Steuerung jeglich­er Textver­ar­beitungs­funk­tion­al­iät durch das Fach­pro­gramm. Mit dieser Funk­tion­al­ität sieht sich der Benutzer kün­ftig nur noch ein­er einzi­gen Ober­fläche gegenüber. Bei Tex­ter­stel­lung wird ihm die Funk­tion­al­ität sit­u­a­tion­s­gerecht zur Ver­fü­gung gestellt, weil das Fach­pro­gramm stets die Kon­trolle hat. Jus­tizspez­i­fis­che Funk­tion­al­ität (z.B.: die “Buch­hal­ter­nase” in der Grund­buchan­wen­dung) wird hinzupro­gram­miert.

Bei voll­ständi­ger Inte­gra­tion mit der Fachan­wen­dung kön­nen nun­mehr Inno­va­tion­ssprünge von den Lan­desjus­tizver­wal­tun­gen ges­teuert wer­den. Ein Mehr an Autonomie.