Die auto­ma­ti­sche Gene­rie­rung von Hyper­links aus Rechts­vor­schrif­ten­zi­ta­ten

Zeit: -
Ort: CC1 (HS 121)
Refe­rent: Herr Dipl.-Ing. Mag. Felix Gant­ner, infolex, Wien, http://www.infolex.co.at/infolex

Ver­wei­se auf Rechts­vor­schrif­ten sind ein wesent­li­cher Bestand­teil juris­ti­scher Tex­te. Sie stel­len in juris­ti­schen Daten­ban­ken ein wich­ti­ges Such­kri­te­ri­um dar.

Im Inter­net wird bei der Bereit­stel­lung von juris­ti­schen Tex­ten erwar­tet, dass die Zita­te auch als Hyper­links den unmit­tel­ba­ren Zugang zu den zitier­ten Rechts­vor­schrif­ten ermög­li­chen.

Lei­der wird in juris­ti­schen Tex­ten jedoch sehr unein­heit­lich auf Rechts­vor­schrif­ten ver­wie­sen. Es gibt Zita­te auf bestimm­te Glie­de­run­gen einer Rechts­vor­schrift (§, Arti­kel, Absatz, …) oder sol­che, die nur den Namen einer Rechts­vor­schrift anfüh­ren, wobei uU auch eine Fund­stel­le genannt wird. Ein Zitat kann sich auf eine ein­zel­ne oder auf meh­re­re Rechts­vor­schrif­ten bezie­hen:

  • § 1 Abs 2 Z 1 HGB
  • § 1358 ABGB
  • § 1 Abs 1 Z 2 und § 3 Abs 1 lit a TGVG
  • Art II des Fir­men­buch­ge­set­zes BGBl 1991/10
  • Art V Z 5 UeKindG
  • Art 1 des 1.ZPMRK
  • §§ 29, 30 und 31 MRG
  • §§ 158c bis 158h Vers­VG
  • §§ 896, 1014, 1035 ff, 1042, 1358, 1422 ABGB
  • Anhang XXII lit. B sub­lit f) der Geschäfts­ein­tei­lung der Salz­bur­ger Lan­des­re­gie­rung LGBl. Nr. 86/1993
  • TP 4 I Z 3 letz­ter Halb­satz RAT
  • TP 7/2 RAT
  • § 33 TP 21 Abs 1 Z 2 GebG

Wei­ters ist es für Rechts­vor­schrif­ten­zi­ta­te typisch, dass kei­ne ein­heit­li­che Schreib­wei­se der ver­wen­de­ten Abkür­zun­gen exis­tiert oder ver­wen­det wird. So wur­den in den Ent­schei­dun­gen des Obers­ten Gerichts­hof (OGH) in Wien für die GmbHG-Nov 1980 fol­gen­de Rechts­vor­schrif­ten­na­men gefun­den:

  • BG BGBl 1980/320
  • BG BGBl 1980/320
  • BG BGBl. 1980/320
  • BG vom 2. 7. 1980, mit dem das Gesetz über Gesell­schaf­ten mit beschränk­ter Haf­tung geän­dert wur­de (BGBl. 320
  • BGBl 1980/320
  • BGBl 320/1988
  • BGBl. 1980/320
  • BGBl.Nr.320/1980
  • Bun­des­ge­setz BGBl Nr 320/1980
  • Bun­des­ge­setz über die Ände­rung des Gesetz über Gesell­schaf­ten mit beschränk­ter Haf­tung vom 2 Juli 1980
  • Bun­des­ge­setz vom 2 Juli 1980, BGBl Nr 320
  • Bun­des­ge­setz vom 2 Juli 1980, mit dem das Gesetz über Gesell­schaf­ten mit beschränk­ter Haf­tung geän­dert wird, BGBl Nr 320
  • Bun­des­ge­set­zes BGBl. Nr. 320/1980
  • Bun­des­ge­set­zes vom 2. Juli 1980, BGBl. Nr. 320
  • Bun­des­ge­set­zes vom 2. Juli 1980, mit dem das Gesetz über Gesell­schaf­ten mit beschränk­ter Haf­tung geän­dert wird, BGBl.Nr. 320
  • Gesetz vom 2 Juli 1980, BGBl Nr 320
  • GmbH-Geset­zo­vel­le 1980
  • GmbH-Nov 1980 BGBl 320
  • GmbH-Nov. 1980 BGBl. 320
  • GmbHG-Nov 1980
  • GmbHG-Nov. 1980, BGBl. 320
  • GmbHG-Novel­le 1980
  • GmbH­GNov 1980
  • GmbH­Nov 1980
  • Nov. BGBl. 320/1980
  • Novel­le BGBl.Nr.320/1980

Eine Voll­text­su­che nach einem bestimm­ten Rechts­vor­schrif­ten­zi­tat wird daher sel­ten das voll­stän­di­ge, gewünsch­te Ergeb­nis brin­gen.

Um den­noch die Suche nach Rechts­vor­schrif­ten zu ermög­li­chen, wird in Rechts­da­ten­ban­ken häu­fig eine eige­ne Kate­go­rie bereit­ge­stellt, in der die Rechts­vor­schrif­ten­ver­wei­se in ein­heit­li­cher Schreib­wei­se ent­hal­ten sind. Die Daten für die­se Kate­go­rie kön­nen manu­ell oder auto­ma­tisch gene­riert wer­den.

Da wegen der gro­ßen Zahl an Doku­men­ten in Rechts­da­ten­ban­ken eine manu­el­le Ana­ly­se nicht sinn­voll ist, wur­de das Exper­ten­sys­tem CITEXPERT ent­wi­ckelt. Es wird ein­ge­setzt, um die Ein­trä­ge in die Kate­go­rie, die Rechts­vor­schrif­ten­zi­ta­te in ein­heit­li­cher Schreib­wei­se ent­hält, auto­ma­tisch zu gene­rie­ren. Die­se die­nen dann auch als Grund­la­ge für die Gene­rie­rung von Hyper­links.

CITEXPERT ana­ly­siert juris­ti­sche Tex­te und fin­det die dar­in ent­hal­te­nen Zita­te mit der Metho­de der regel­ba­sier­ten Mus­ter­er­ken­nung. Die gefun­de­nen Zita­te wer­den mit­tels Regeln über die Struk­tur von juris­ti­schen Ver­wei­sen aus­ge­wer­tet, über­ar­bei­tet und in einer ein­heit­li­chen Schreib­wei­se den Doku­men­ten hin­zu­ge­fügt.

Die Erken­nungs­ra­te von CITEXPERT liegt bei über 90%.

Es wur­de mit CITEXPERT bereits der gesam­te Daten­be­stand des Obers­ten Gerichts­hofs (OGH) für die CD-ROM-Ent­schei­dungs­da­ten­bank der Öster­rei­chi­schen Staats­dru­cke­rei auto­ma­tisch auf­be­rei­tet (rund 50.000 Doku­men­te).

Es wer­den die Pro­ble­me, die bei der Ent­wick­lung eines Sys­tems zur auto­ma­ti­schen Erken­nung von Rechts­vor­schrif­ten­ver­wei­sen zu lösen sind, dar­ge­stellt und eine Inter­net/In­tra­net-Lösung von CITEXPERT vor­ge­führt, die aus Rechts­vor­schrif­ten­zi­ta­ten in juris­ti­schen Tex­ten Hyper­links zu einer inter­nen Daten­bank oder ande­ren im Inter­net zugäng­li­chen Daten­ban­ken gene­riert.