8. Deutscher EDV-Gerichtstag 1999

vom 15. bis 17. Sep­tem­ber 1999

Vorankündigung

Der näch­ste Deutsche EDV-Gericht­stag 1999 wird erst­ma­lig im Herb­st stat­tfind­en, um Ter­minüber­schnei­dun­gen mit anderen wichti­gen EDV-Ereignis­sen wie der Cebit zu ver­mei­den. Die unge­broch­ene Tra­di­tion des EDV-Gericht­stages wird mit dem beliebten Zusam­men­tr­e­f­fen in den Räu­men der juris-GmbH am Abend des 15.09.1999 fortgesetzt.

Rah­men­the­ma wird in diesem Jahr die Frage sein, ob und unter welchen Bedin­gun­gen der Bürg­er ein Recht hat, Infor­ma­tio­nen über seine Recht­squellen in elek­tro­n­is­ch­er Form – also speziell im Inter­net – zur Ver­fü­gung gestellt zu bekom­men. Dabei geht es um die Diskus­sion der These, dass der Staat die Pflicht habe, dem Bürg­er Geset­ze (Primär­texte) kosten­los zur Ver­fü­gung zu stellen. Aus einem solchen “freien Recht für freie Bürg­er” ergeben sich auch Fra­gen, z. B.  zum Ver­hält­nis des Bürg­ers zum Recht, zu der Rechtssi­t­u­a­tion der Pri­vatan­bi­eter bei Veröf­fentlichun­gen und zum Zugang des Bürg­ers zu kon­so­li­dierten Geset­zes­tex­ten und zu Veröf­fentlichun­gen im Inter­net. Auch kartell­rechtliche Aspek­te sind dabei zu berück­sichti­gen. Dabei soll auch der Blick über die Gren­zen auf die Rechtssi­t­u­a­tion in den europäis­chen Nach­bar­län­dern nicht zu kurz kommen.

Im Rah­men des Eröff­nungsvor­trages am 16.9.99 sollen zu diesem Schw­er­punk­t­the­ma The­sen vorgestellt wer­den, die am 17.9.99 Gegen­stand ein­er Podi­ums­diskus­sion mit führen­den Per­sön­lichkeit­en aus Poli­tik, Jus­tiz und den Ver­la­gen sein sollen.

Die einzel­nen Arbeit­skreise des 8. EDV-Gericht­stages wer­den sich nach dem bish­eri­gen Stand der Pla­nun­gen am 16.9.99 u.a. mit den fol­gen­den The­men beschäftigen:

  • Das Inter­net ermöglicht zahlre­iche neue Möglichkeit­en der Kom­mu­nika­tion, die Gegen­stand eines eige­nen Arbeit­skreis­es sein werden.
  • Aber auch krim­inelle Energie find­et im Inter­net ein großes Betä­ti­gungs­feld. Das The­ma “Krim­i­nal­ität im Inter­net” soll in ein­er Arbeits­gruppe im Hin­blick auf seine rechtlichen und tech­nis­chen Aspek­te beleuchtet werden.
  • Auch das Spezialthe­ma Recht­shil­fe im Inter­net wird einen eigen­ständi­gen Arbeit­skreis beschäftigen.
  • Der im let­zten Jahr außeror­dentlich gut besuchte Arbeit­skreis “SGML” wird im näch­sten Jahr seine Arbeit zu den Fra­gen eines ein­heitlichen Date­naus­tauschmod­ells für Urteile fort­set­zen, und auf der Basis des noch prax­is­näheren XML erstellte fer­tige App­lika­tio­nen vorstellen. Dieser Bere­ich ist nicht nur für Recht­sprechungs­daten­banken und Ver­lage von Inter­esse, son­dern wird auch in Zukun­ft für die gerichtsin­terne edv-gestützte Doku­men­ta­tion von Entschei­dun­gen, für den elek­tro­n­is­chen Aus­tausch von Entschei­dun­gen zwis­chen den Gerichtsin­stanzen und — soweit in Zukun­ft geset­zlich zuläs­sig — die elek­tro­n­is­che Zustel­lung von Gericht­sentschei­dun­gen erhe­bliche Bedeu­tung gewin­nen. Dabei ist die Ver­ab­schiedung eines weit­eren Saar­brück­er Stan­dards für diese inter­nen Struk­turen eines Doku­mentes beabsichtigt.
  • Die Arbeits­gruppe Anwaltssoft­ware befasst sich in diesem Jahr ins­beson­dere mit der Frage der Haf­tung bei fehler­haften Programmen.
  • Die wach­senden tech­nis­chen Möglichkeit­en des Date­naus­tausches über Kabelverbindun­gen lassen das Bedürf­nis nach ein­er sicheren Iden­ti­fika­tion steigen. Daher sollen aktuelle Erfahrun­gen mit der sog.elek­tro­n­is­chen Unter­schrift (dig­i­tale Sig­natur) und den neuen tech­nis­chen Möglichkeit­en derAuthen­tifika­tion vorgestellt und erörtert werden.
  • Fort­ge­führt wird die Diskus­sion über “Hand­buch und Doku­men­ta­tion”, die sich mit den Anforderun­gen befasst, die aus Anwen­der­sicht an Soft­ware­doku­men­ta­tio­nen gestellt wer­den müssen.
  • Der Arbeit­skreis der Bund-Län­der-Kom­mis­sion wird eine “Tour d´ hori­zon” der EDV-Land­schaften in den Gericht­en der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land geben und eine Rei­he von weit­eren Einzelpunk­ten behandeln.

Den Teil­nehmern des EDV-Gericht­stages wird die Fir­men­be­gleitausstel­lung wieder umfassende Chan­cen bieten, sich einen bre­it­en und gründlichen Überblick über das Ange­bot an juris­tis­ch­er Soft­ware, spezieller EDV-Lit­er­atur und die vielfälti­gen CD-ROM-Anwen­dun­gen zu ver­schaf­fen. Ger­ade die Möglichkeit, dabei im direk­ten Kon­takt mit zahlre­ichen Her­stellern, Anbi­etern und anderen Anwen­dern Infor­ma­tio­nen zu disku­tieren und prak­tis­che Erfahrun­gen zu sam­meln, macht den beson­deren Reiz des EDV-Gericht­stages aus. Ein Schw­er­punkt der Fir­men­be­gleitausstel­lung wer­den dabei wieder die einzel­nen Spracherken­nung­spro­gramme sein.

Für kleinere Gespräch­srun­den bietet der EDV-Gericht­stag wieder an, Räume zur Ver­fü­gung zu stellen. Anfra­gen und Anmel­dun­gen sind zu richt­en an die Geschäftsstelle des Deutschen EDV-Gericht­stags e.V., Lehrstuhl Prof. Dr. Rüß­mann, z. Hd. Frau Kuhn, Uni­ver­sität Saar­brück­en, Post­fach 15 11 50, 66041 Saar­brück­en, Tel. 0681 302 3150, Fax 0681 302 4012. Im Inter­net ist der EDV-Gericht­stag erre­ich­bar unter www.edvgt.de.