Kri­mi­na­li­tät im Inter­net

Zeit: Don­ners­tag, 16. Sep­tem­ber 1999, 11.00 Uhr
Ort: HS 117
Mode­ra­tion: Herr Ober­staats­an­walt Til­man Huber
Refe­ren­ten: Herr Ober­staats­an­walt Wolf­gang Seit­her
Herr Kri­mi­nal­kom­mis­sar Bodo Mes­ecke

Das Inter­net – das welt­weite Netz – ist längst keine harm­lose Spiel­wiese für Com­pu­ter­freaks. Es wurde unge­wollt zum gefähr­li­chen Tum­mel­platz für Kri­mi­nelle jeder Cou­leur. Die FAZ vom 18. Mai 1999 mel­dete „Das Inter­net beschäf­tigt die Bör­sen­auf­sicht – Gefahr der Kursmanipulation/Möglickeiten für Insi­der­han­del stei­gen“. Am 15. Juni 1999 hieß es im glei­chen Blatt „Immer mehr Kri­mi­nelle nut­zen das Netz“.

Als Refe­ren­ten für den Arbeits­kreis konn­ten Ober­staats­an­walt Wolf­gang Seit­her von der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Düs­sel­dorf und Kri­mi­nal­kom­mis­sar Bodo Mes­ecke von einer Spe­zi­al­ab­tei­lung des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes gewon­nen wer­den. Die Teil­neh­mer des Arbeits­krei­ses erhal­ten nach ein­lei­ten­den Kurz­vor­trä­gen die Mög­lich­keit, sich aus ers­ter Hand über die Ent­wick­lungs­strö­mun­gen der Kri­mi­na­li­täts­for­men und die Mög­lich­kei­ten ihrer Ein­däm­mung und Straf­ver­fol­gung zu unter­rich­ten.

Die Lage ist durch eine hohe Dun­kel­zif­fer der sta­tis­tisch erfaß­ten Fälle gekenn­zeich­net. Die netz­spe­zi­fi­schen Delikts­for­men wie Com­pu­ter­spio­nage, Com­put­ers­a­bo­tage sowie alle For­men der Daten­ma­ni­pu­la­tion zu betrü­ge­ri­schen und zer­stö­re­ri­schen Zwe­cken bil­den die eine Seite der Wirk­lich­keit in der vir­tu­el­len Welt.

Die andere Seite sind „gewöhn­li­che“ Straf­ta­ten, wie Ver­brei­tung von Por­no­gra­phie, Erpres­sung per E-Mail, Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen, Anla­ge­be­trug, Waren­kre­dit­be­trug, Leis­tungs­er­schlei­chung, Ver­ab­re­dung zu Straf­ta­ten, Men­schen­han­del, ver­bo­te­nes Glücks­spiel, gemein­ge­fähr­li­che Straf­ta­ten wie die Anlei­tung zum Bom­ben­bau, poli­ti­sche Straf­ta­ten wie Auf­sta­che­lung zum Ras­sen­haß. Die Reihe läßt sich belie­big fort­set­zen.

Vor die­sem Hin­ter­grund erfährt die Auf­gabe der Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den eine immer wei­ter wach­sende Bedeu­tung, der sie sich durch ein aus­ge­klü­gel­tes Instru­men­ta­rium an Auf­klä­rungs­me­tho­den sowie die not­wen­di­gen insti­tu­tio­nel­len Res­sour­cen gewach­sen zei­gen muß.

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