9. Deut­scher EDV-Gerichtstag 2000

9. Deut­scher EDV-Gerichtstag

vom 20. bis 22. Sep­tem­ber 2000

Vor­an­kün­di­gung

Der 9. Deut­sche EDV-Gerichtstag wird einer guten Tra­di­tion fol­gend am Abend des 20.9.2000 mit dem locke­ren Zusam­men­tref­fen in den Räu­men der juris-GmbH begin­nen.

Der offi­zi­elle Teil steht dann unter dem Rah­men­ti­tel „E-Justice“, Unter­ti­tel: Elek­tro­ni­scher Rechts­ver­kehr und e-Commerce. Damit trägt der Deut­sche EDV-Gerichtstag der Tat­sa­che Rech­nung, dass elek­tro­ni­sche Kon­takte aller Art bereits in erheb­li­chem Umfang unsere Lebens­wirk­lich­keit bestim­men und in Zukunft noch stär­ker bestim­men wer­den. Die damit ver­bun­de­nen Ent­wick­lungs­ten­den­zen und juris­ti­schen Kon­se­quen­zen gilt es dar­zu­stel­len und auf­zu­ar­bei­ten.

Der Eröff­nungs­vor­trag soll sich in die­ser Kon­se­quenz dem Thema „Inter­net und Poli­tik“ wid­men. In einem anschlie­ßen­den Streit­ge­spräch wer­den die Aspekte des The­mas „e-justice tomor­row“ aus­ge­leuch­tet.

Für die ein­zel­nen Arbeits­kreise sind die fol­gen­den The­men vor­ge­se­hen:

  • Bör­sen­kri­mi­na­li­tät im Inter­net
    Das Inter­net bie­tet nicht nur neue Per­spek­ti­ven für Wirt­schaft und Han­del, son­dern auch neue Spiel­räume für kri­mi­nelle Akti­vi­tä­ten. Der erleich­terte Zugang für den Bür­ger zu Bör­sen in aller Welt und das gestei­gerte Inter­esse an Akti­en­ge­schäf­ten machen es mög­lich, z.B. durch Kurs­ma­ni­pu­la­tio­nen gro­ßen Scha­den anzu­rich­ten. Unter dem Thema „Bör­sen­kri­mi­na­li­tät im Inter­net“ soll eine Arbeits­gruppe diese spe­zi­el­len For­men der Kri­mi­na­li­tät beleuch­ten.
  • Authen­ti­fi­ka­tion
    Die wach­sen­den tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten des Daten­aus­tau­sches über Kabel­ver­bin­dun­gen machen eine sichere Iden­ti­fi­ka­tion unver­zicht­bar. Daher sol­len in die­sem Jahr aktu­elle Erfah­run­gen mit bio­me­tri­schen Siche­rungs­sys­te­men vor­ge­stellt und erör­tert wer­den.
  • Jus­tiz im Inter­net, Ser­vice für Anwälte und Rich­ter
    Auch die Jus­tiz drängt ins Inter­net. Ob aus indi­vi­du­el­lem Antrieb von Jus­tiz­be­diens­te­ten oder auf­grund offi­zi­el­len Vor­ga­ben, die Anzahl der im Inter­net mit einer Home­page ver­tre­te­nen Gerichte wächst ste­tig.
    In die­sem Arbeits­kreis soll der Frage nach­ge­gan­gen wer­den, wie sich Gerichte bereits im Inter­net prä­sen­tie­ren und was sinn­vol­ler­weise auf die Inter­net­seite eines Gerich­tes gehört. Dabei wird aus Sicht des Anwalts dar­ge­stellt wer­den, wel­che Infor­ma­tio­nen er auf die­ser Inter­net­seite erwar­tet. Aus rich­ter­li­cher Sicht soll erör­tert wer­den, wel­che Unter­stüt­zung durch Ange­bote des Inter­nets oder des behör­den­ei­ge­nen Intra­nets am eige­nen Arbeits­platz benö­tigt wird.
  • Elek­tro­ni­sche Regis­ter
    Die Arbeits­weise elek­tro­ni­scher Regis­ter wird am Bei­spiel des Han­dels­re­gis­ters prä­sen­tiert. Dabei soll vor allem die Mehrländer-Entwicklung Regis­Star vor­ge­stellt wer­den. Beson­de­res Augen­merk gilt hier dem Zulas­sungs­ver­fah­ren; auch kann die Funk­ti­ons­weise der WEB-Auskunft online gezeigt wer­den.
  • SGMLXML
    In einem Work­shop wird die Funk­ti­ons­weise von SGML / XML zur Struk­tu­rie­rung juris­ti­scher Texte fort­ge­setzt. Die­ser Bereich ist nicht nur für Recht­spre­chungs­da­ten­ban­ken und Ver­lage von Inter­esse, son­dern auch für die gerichts­in­terne edv-gestützte Doku­men­ta­tion von Ent­schei­dun­gen und für den elek­tro­ni­schen Aus­tausch von Ent­schei­dun­gen zwi­schen den Gerichts­in­stan­zen. Auch im Bereich des „elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs“ wer­den diese Tech­ni­ken in Zukunft nach einer ent­spre­chen­den gesetz­li­chen Zulas­sung bei der elek­tro­ni­schen Zustel­lung von Gerichts­ent­schei­dun­gen erheb­li­che Bedeu­tung gewin­nen.
  • Ergän­zend hierzu wird eine „Pra­xis­werk­statt: Publi­ka­tion von Ent­schei­dun­gen / Gerichts­da­ten­ban­ken im Inter­net“ statt­fin­den.
  • Die Arbeits­gruppe Anwalts­soft­ware wird auch in die­sem Jahr ihre erfolg­rei­che Arbeit fort­set­zen.
  • Abge­run­det wird die Palette der Arbeits­kreise durch das Thema „Suchen und Fin­den im Inter­net“.
  • Last not least wird auch die Bund-Länder-Kommis­sion für Daten­ver­ar­bei­tung (BLK) wie­der die tra­di­tio­nelle „Tour de Hori­zon“ zum Thema „Was tut sich Neues im Bereich der Jus­tiz ?“ durch­füh­ren. Im Rah­men die­ses Über­bli­ckes über den Stand der EDV-Entwicklungen in der Jus­tiz der ein­zel­nen Bun­des­län­der soll auch über die bei ver­schie­de­nen Gerich­ten lau­fen­den Pilot­pro­jekte zum elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr berich­tet und erste Erfah­run­gen demons­triert wer­den.

Ver­eins­in­tern fin­den in die­sem Jahr Vor­stands­wah­len statt.

Den Teil­neh­mern des EDV-Gerichtstages wird die – bereits heute fast aus­ge­buchte – Fir­men­be­gleit­aus­stel­lung wie­der umfas­sende Gele­gen­hei­ten bie­ten, sich einen gründ­li­chen Über­blick über die breite Palette von Jus­tiz­lö­sun­gen, Anwalts­soft­ware, all­ge­mei­nen juris­ti­schen Pro­gram­men, den viel­fäl­ti­gen CD-ROM-Datenbanken und spe­zi­el­ler EDV-Literatur zu ver­schaf­fen. Wer in der „scene“ als Anbie­ter einen Namen hat, ist regel­mä­ßig auf dem EDV-Gerichtstag mit einem Stand ver­tre­ten. Den beson­de­ren Reiz des EDV-Gerichtstages macht gerade die Chance aus, im direk­ten Kon­takt mit zahl­rei­chen Pro­gramm­au­to­ren, Her­stel­lern, Anbie­tern und ande­ren Anwen­dern Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu dis­ku­tie­ren und prak­ti­sche Erfah­run­gen zu sam­meln.

Für klei­nere Gesprächs­run­den bie­tet der EDV-Gerichtstag wie­der an, Räume zur Ver­fü­gung zu stel­len. Anfra­gen und Anmel­dun­gen sind zu rich­ten an den Deut­schen EDV-Gerichtstag e.V., Lehr­stuhl Prof. Dr. Rüß­mann, Uni­ver­si­tät Saar­brü­cken, Im Stadt­wald, Bau 31, 66123 Saar­brü­cken, Tel. 0681 302 3150, Fax 0681 302 4012, e-mail:skuhn@rz.uni-sb.de. Im Inter­net ist der EDV-Gerichtstag erreich­bar unter www.edvgt.de.



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