Elek­tro­ni­sche Regis­ter

Zeit: Don­ners­tag, 21. Sep­tem­ber, 16.00 Uhr
Ort: HS 117
Mode­ra­tion: Herr Regie­rungs­di­rek­tor Pott
Refe­ren­ten: Herr Prä­si­dent des Amts­ge­richts Essen Held
Herr Minis­te­ri­al­rat Bor­chert 

Die Bemü­hun­gen der Län­der um eine tat­säch­li­che Umset­zung der elek­tro­ni­schen Regis­t­er­füh­rung und der elek­tro­ni­schen Beaus­kunf­tung sind in letz­ter Zeit erheb­lich ver­stärkt wor­den. Es gibt zwei getrennte Bünd­nisse:

  1. Bayern/NRW/Sachsen/Sachsen-Anhalt (Regis­STAR)
  2. Berlin/Brandenburg (AUREG)

Im Mit­tel­punkt bei­der Pro­jekte steht die elek­tro­ni­sche Füh­rung des Han­dels­re­gis­ters, wobei die Aus­wei­tung auf wei­tere Regis­ter (Genossenschafts-, Vereins- und Part­ner­schafts­re­gis­ter) durch Anpas­sun­gen des jewei­li­gen Sys­tems leicht mög­lich sein wird. Der Arbeits­kreis soll über die aktu­ells­ten Ent­wick­lun­gen und über die wei­tere Ein­füh­rungs­pla­nung infor­mie­ren.

Bei Regis­STAR ist eine elek­tro­ni­sche Regis­t­er­füh­rung und eine online-Auskunft aus dem Han­dels­re­gis­ter (§ 9a HGB) beab­sich­tigt. Es soll Internet-Technologie ein­ge­setzt wer­den; der Zugriff kann dann zum Telefon-Ortstarif mit nor­ma­lem Brow­ser von jedem Com­pu­ter aus gesche­hen. Gedacht ist an eine zen­trale Spei­cher­stelle für jedes Bun­des­land. Pro­ble­ma­tisch ist noch, dass es keine zen­trale Spei­cher­stelle auf Bun­des­ebene gibt, und man bei einer Anfrage wis­sen muss, in wel­chem Bun­des­land die Firma ihren Sitz hat. Spä­tere Ver­net­zung der Spei­cher auf Bun­des­ebene und in einem wei­te­ren Schritt auf euro­päi­scher Ebene (Euro­pean Busi­ness Regis­ter) sind aber wohl tech­nisch mög­lich. Der­zeit lau­fen abschlie­ßende Tests bei den Amts­ge­rich­ten Mün­chen und Essen; ab dem 01.10.2000 ist in Essen ein Pro­be­be­trieb vor­ge­se­hen.

Zur Umstel­lung der Han­dels­re­gis­ter bedarf es einer Umschrei­bung der vor­han­de­nen Daten­be­stände. Dies soll durch Ein­scan­nen mit OCR-Schrifterfassung gesche­hen, für das im Rah­men des RegisSTAR-Projektes ein spe­zi­el­les Pro­gramm ent­wi­ckelt wurde. Die­ses Pro­gramm ist u.a. in der Lage, über Spal­ten hin­aus­ra­gende Ein­tra­gungs­texte als Ein­heit zu erken­nen. In einem ers­ten Schritt sol­len wegen der Masse nur aktu­el­lere Daten­be­stände über­tra­gen wer­den und nicht die gesamte his­to­ri­sche Ent­wick­lung in den Regis­tern (gelöschte Ein­tra­gun­gen).

AUREG soll eben­falls den Online-Zugriff auf zen­tral geführte Handels- und Genos­sen­schafts­re­gis­ter ermög­li­chen. Die erstellte Lösung soll pro­blem­los auf andere Regis­ter wie Vereins-, Partnerschafts- oder Schiffs­re­gis­ter über­tra­gen wer­den kön­nen. Das Pro­duk­ti­ons­sys­tem arbei­tet platt­for­mun­ab­hän­gig und ist offen für belie­bige rela­tio­nale Daten­ban­ken. In AUREG sind alle ver­bind­li­chen Abspra­chen der Jus­tiz­ver­wal­tun­gen in Deutsch­land umge­setzt wor­den. So sind bei­spiels­weise die Mas­ken und Abfra­ge­rou­ti­nen auf die Bestim­mun­gen in ande­ren Bun­des­län­dern abge­stimmt. AUREG baut auf den Erfah­run­gen mit den Pro­jek­ten HAREG, HAREG II und REGIS auf. Dem Sys­tem liegt eine meta­da­ten­ba­sie­ren­den Tech­no­lo­gie zugrunde.

Alt­re­gis­ter­da­ten wer­den von AUREG in der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Spal­ten­dar­stel­lung mit der dazu­ge­hö­ri­gen Rötung über­nom­men. Der Zugang zum Aus­kunfts­sys­tem ist für zuge­las­sene Nut­zer mit den übli­chen Stan­dard­tech­ni­ken über jeden Com­pu­ter mit Inter­net­an­schluss mög­lich.

Seite Drucken