Zen­tra­les Regis­ter

Zeit: Frei­tag, 26. Sep­tem­ber 2003, 11.00 Uhr
Ort: HS 117
Mode­ra­tion: Frau Mar­ga­re­the Berg­mann, Auf­sichtf. Rich­te­rin am AG Köln (Koor­di­na­to­rin des Han­dels­re­gis­ters)
Herr Wer­ner Gut­deutsch, Rich­ter am OLG Mün­chen a.D., Autor von Soft­ware­pro­gram­men
Refe­ren­ten: Herr Notar Jörg Bet­ten­dorf, (Kre­feld), Vor­sit­zen­der des EDV-Ausschusses der Bun­des­no­tar­kam­mer;
Herr Wolf­gang Haase, Rich­ter am Amts­ge­richt Mün­chen;
Herr Nota­ras­ses­sor Dr. Till Schem­mann, Geschäfts­füh­rer der Bun­des­no­tar­kam­mer (Ber­lin)
Doku­mente: Pro­to­koll

Die Stär­kung des Selbst­be­stim­mungs­rechts für den Fall einer psy­chi­schen Erkran­kung oder einer geis­ti­gen oder see­li­schen Behin­de­rung erfolgt vor allem durch die Errich­tung einer Vor­sor­ge­voll­macht, Betreu­ungs­ver­fü­gung oder Pati­en­ten­ver­fü­gung. Für sol­che Ver­fü­gun­gen gibt es in Deutsch­land zahl­rei­che Mus­ter staat­li­cher und nicht­staat­li­cher Stel­len. Über die Anfor­de­run­gen an die For­mu­lie­rung und die Wirk­sam­keit die­ser Ver­fü­gun­gen besteht Streit, ins­be­son­dere nach der jüngs­ten Ent­schei­dung des BGH zu die­sem Thema.

Um sicher­zu­stel­len, daß im Bedarfs­fall die Ver­fü­gun­gen für das Vor­mund­schafts­ge­richt greif­bar sind, ist es erfor­der­lich, ein zen­tra­les Regis­ter für Vor­sor­ge­ver­fü­gun­gen ein­zu­rich­ten. Vor­aus­set­zung einer sol­chen Zen­tral­stelle ist abso­lute Zuver­läs­sig­keit, Sicher­stel­lung auf Jahr­zehnte und kos­ten­mä­ßig ver­tret­ba­rer Zugang für alle Bür­ger.

Die Bun­des­no­tar­kam­mer hat ein zen­tra­les Vor­sor­ge­re­gis­ter ein­ge­rich­tet, das den Amts­ge­rich­ten Infor­ma­tio­nen über nota­ri­elle Vor­sor­geur­kun­den zur Ver­fü­gung stellt. Bis­her umfaßt das Regis­ter ca. 18600 Urkun­den, monat­lich kom­men ca. 6000 hinzu.

Noch im Laufe des Jah­res soll die Online-Erfassung und der Online-Abruf ermög­licht wer­den. Fer­ner wurde eine XML-Schnittstelle defi­niert, die auf dem Grund­da­ten­satz X-Justiz auf­baut und die Mel­dung unmit­tel­bar aus der Notar­soft­ware ermög­licht. Zur Authen­ti­sie­rung wer­den hier­bei die Signa­tur­kar­ten der Bun­des­no­tar­kam­mer zum Ein­satz kom­men.

Das Zen­trale Vor­sor­ge­re­gis­ter sollte jedoch nach Mög­lich­keit nicht nur nota­ri­elle und nota­ri­ell beglau­bigte Urkun­den, son­dern auchpri­vat­schrift­li­che Voll­mach­ten umfas­sen. Hierzu sind Geset­zes­än­de­run­gen erfor­der­lich; außer­dem muß die ver­läß­li­che Authen­ti­sie­rung der pri­va­ten Nut­zer sicher­ge­stellt wer­den.

Der Arbeits­kreis befaßt sich mit den orga­ni­sa­to­ri­schen und tech­ni­schen Fra­gen des Vor­sor­ge­re­gis­ters; die hierzu ent­wi­ckelte Soft­ware wird eben­falls vor­ge­stellt wer­den.

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