Bel­gi­en: EDV im Umbruch

Zeit: Don­ners­tag, 16. Sep­tem­ber 2004, 15.00 Uhr
Ort: HS 118
Mode­ra­ti­on: Herr Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor Dr. Maxi­mi­li­an Her­ber­ger
Refe­ren­ten: Frau Domi­ni­que Roel­ants, Pro­jekt­lei­te­rin bei Uni­sys Bel­gi­en
Herr Patri­ce-Emma­nu­el Schmitz, Uni­sys Bel­gi­en
Herr Ivan Ver­oug­strae­te, Prä­si­dent des Bel­gi­schen Gerichts­ho­fes
Doku­men­te: Ankün­di­gungPro­to­koll

(Alle Vor­trä­ge wer­den auf Eng­lisch gehal­ten)

Seit Ende 2001 läuft das vom bel­gi­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um aus­ge­schrie­be­ne Pro­jekt Phe­nix, in dem ein inte­grier­tes Sys­tem für die gesam­te bel­gi­sche Jus­tiz ent­wi­ckelt wird. Mit dem Ein­zug der EDV in die Jus­tiz waren im Lau­fe der Jah­re 13 ver­schie­de­ne Anwen­dun­gen in den ver­schie­de­nen Gerichts­bar­kei­ten ent­stan­den, die Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me und Inef­fi­zi­enz mit sich brach­ten. Vor­ran­gi­ges Ziel des Pro­jekts Phe­nix ist es, die­se vor­han­de­nen Anwen­dun­gen durch ein ein­heit­li­ches Sys­tem zu erset­zen, das stan­dar­di­siert und gleich­zei­tig auf die spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen der jewei­li­gen Juris­dik­ti­on abge­stimmt ist. In einer Lauf­zeit von 5 Jah­ren sol­len bei einem Bud­get von rund 20 Mio. Euro das tech­ni­sche Gerüst und die gemein­sa­men Anwen­dun­gen ent­wi­ckelt, Trai­nings für die Nut­zer durch­ge­führt und eine Nut­zer­be­ra­tung ein­ge­rich­tet wer­den. Damit ist Phe­nix der größ­te Dienst­leis­tungs­auf­trag, der jemals von der bel­gi­schen öffent­li­chen Hand ver­ge­ben wur­de. Kern­stück der Ent­wick­lung ist die elek­tro­ni­sche Akte, die ein­mal zu Beginn eines Falls ange­legt wird und im Ver­lauf des Ver­fah­rens ergänzt wird. Des Wei­te­ren geht es dar­um, Infor­ma­tio­nen zusam­men­zu­brin­gen, die bis­lang über dezen­tra­li­sier­te und inkom­pa­ti­ble Daten­ban­ken ver­streut sind. Dabei muss die Ver­trau­lich­keit, Authen­ti­zi­tät und Inte­gri­tät der elek­tro­ni­schen Doku­men­te gewähr­leis­tet sein. Zudem ist eine kla­re Rol­len­ver­tei­lung sicher­zu­stel­len, bei der die Jus­tiz die Kon­trol­le über den im Sys­tem ent­hal­te­nen Inhalt behält.

Im Rah­men des Arbeits­krei­ses wird zunächst Herr Ivan Ver­oug­strae­te, Prä­si­dent des Bel­gi­schen Gerichts­ho­fes, aus der Sicht der Anwen­der über die Anfor­de­run­gen an Phe­nix und die bis­he­ri­gen Erfah­run­gen im lau­fen­den Pro­jekt berich­ten. Frau Domi­ni­que Roel­ants, Pro­jekt­lei­te­rin bei Uni­sys Bel­gi­en, wird dann aus der Sicht des mit der Ent­wick­lung beauf­trag­ten Unter­neh­mens das Pro­jekt vor­stel­len. Schließ­lich wird Herr Patri­ce-Emma­nu­el Schmitz, eben­falls Uni­sys Bel­gi­en, einen Aus­blick dar­auf geben, wie ver­gleich­ba­re Pro­jek­te in ande­ren euro­päi­schen Län­dern umge­setzt wer­den kön­nen und wie bei­spiels­wei­se das von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on geför­der­te Pro­jekt eJus­ti­ce dazu bei­tra­gen kann, siche­re und trans­pa­ren­te Anwen­dun­gen für die euro­päi­sche Jus­tiz zu ent­wi­ckeln.