Bund-Länder-Kommission IV

Zeit: Frei­tag, 17. Sep­tem­ber 2004, 11.00 Uhr
Ort: HS 111
Refe­ren­ten: Herr Ober­staats­an­walt Wickern
Herr Vol­ker Mai­lach
Doku­mente: Ankün­di­gungPro­to­koll

In den Staats­an­walt­schaf­ten in Nordrhein-Westfalen ist seit 1996 ein spe­zi­ell ent­wi­ckel­tes Tex­ter­stel­lungs­sys­tem namens TVA-StA im Ein­satz. Die­ses war sei­ner­zeit für die Arbeits­plätze im Unter­stüt­zungs­be­reich ent­wi­ckelt wor­den. Für die Ent­schei­der (Staats- und Amtsanwälte/ innen sowie Rechtspfleger/innen) waren Papier­vor­dru­cke vor­ge­se­hen. Im Laufe der Zeit nutz­ten diese aber auch einen Teil der elek­tro­ni­schen TVA-StA-Formulare, und ab etwa 2000 stan­den test­weise ein­zelne elek­tro­ni­sche (Einstellungs-)Formulare zur Ver­fü­gung. Wegen sys­tem­be­ding­ter Beschrän­kun­gen und wesent­li­cher struk­tu­rel­ler Män­gel von TVAStA, vor allem für Ent­schei­der, kam keine Wei­ter­ent­wick­lung von TVA-StA son­dern nur eine Neu­ent­wick­lung in Betracht. Bei die­ser soll­ten alle bewähr­ten TVA-StA-Elemente, vor allem die ? eine sehr ratio­nelle Tex­ter­stel­lung ermög­li­chende – Text­ge­stal­tung über For­mu­lar­mas­ken, bei­be­hal­ten blei­ben. Dadurch wurde ein mög­lichst hoher Wie­der­er­ken­nungs­wert ange­strebt, der zugleich die Belas­tung der Pra­xis durch Schu­lungs­maß­nah­men sehr gering hält. Außer­dem sollte durch die Ein­be­zie­hung der Ent­schei­der der bis­he­rige Medi­en­bruch zwi­schen Ent­schei­dern und Ser­vice­kräf­ten auf­ge­ho­ben und dadurch die Tex­ter­stel­lung deut­lich effek­ti­ver gestal­tet wer­den. Dafür wurde ? in enger Koope­ra­tion mit den übri­gen MESTA-Ländern ? das von der Fa. All-for-One Sys­tem­haus AG ent­wi­ckelte Pro­dukt ?Fame? aus­ge­wählt, das für die spe­zi­el­len Anfor­de­run­gen des NRW-Schreibwerks noch um viele neue Funk­tio­na­li­tä­ten erwei­tert wurde.

Ein wesent­li­ches Merk­mal von ACUSTA ist die Ein­heit­lich­keit der Soft­ware sowohl für Ent­schei­der als auch die Mitarbeiter(innen) im Unter­stüt­zungs­be­reich. Grund­sätz­lich ste­hen in ACUSTA dank einer mit XML rea­li­sier­ten Daten­zu­steue­rung alle in dem Staatsanwaltschafts- Auto­ma­ti­ons­sys­tem MESTA vor­han­de­nen Daten zur Ver­fü­gung. Der ACUSTA-Bildschirm ist hori­zon­tal in zwei Teile auf­ge­teilt. Im lin­ken Teil arbei­tet der Anwen­der mit den gewohn­ten Text­mas­ken, wäh­rend im rech­ten Teil das bear­bei­tete Doku­ment in sei­nem end­gül­ti­gen Aus­se­hen zu betrach­ten ist, wobei der Anwen­der bei jeder Ver­fü­gung sowohl die Ver­fü­gung selbst als auch alle durch die Ver­fü­gung ver­an­lass­ten Rein­schrif­ten im Vor­schau­fens­ter betrach­ten und ggf. bear­bei­ten kann. Gleich­zei­tig sind die Mas­ken nicht starr, son­dern kön­nen durch den Anwen­der zur Lauf­zeit um wei­tere Bau­steine erwei­tert wer­den.

ACUSTA wird der­zeit noch von der gleich­na­mi­gen, beim Gene­ral­staats­an­walt in Düs­sel­dorf ein­ge­rich­te­ten Arbeits­gruppe rea­li­siert. Im Herbst 2004 soll ACUSTA mit einem zunächst noch ein­ge­schränk­ten und kon­ti­nu­ier­lich zu erwei­tern­den For­mu­lar­an­ge­bot in zwei Staats­an­walt­schaf­ten pilo­tiert wer­den. Die lan­des­weite Ein­füh­rung mit einem im Umfang TVA-StA ent­spre­chen­den For­mu­lar­an­ge­bot soll im Herbst 2005 begin­nen.

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