Erbrechts­pro­gramme

Zeit: Frei­tag, 17. Sep­tem­ber 2004, 11.00 Uhr
Ort: HS 118
Mode­ra­tion: Herr Notar Bet­ten­dorf, Vor­sit­zen­der des EDV-Ausschusses der Bun­des­no­tar­kam­mer
Refe­ren­ten: Herr Heinz Anger­mair, Geschäfts­füh­rer der GeNe-GmbH
Herr RA Dr. Michael Bone­feld
Herr RiOLG a. D. Wer­ner Gut­deutsch
Herr Min­Rat a. D. Uwe Hart­leb
Doku­mente: Ankün­di­gungPro­gramm­be­schrei­bungPro­to­koll

In unse­rer altern­den Wohl­stands­ge­sell­schaft mit immer grö­ßer wer­den­den Nach­läs­sen gewinnt die Pla­nung und Abwick­lung von Erb­fäl­len stän­dig an Bedeu­tung. Des­halb sto­ßen nun auch Pro­gramme zum Erbrecht zuneh­mend auf das Inter­esse der juris­ti­schen Pra­xis. Der Arbeits­kreis für Rechts­an­wen­dungs­pro­gramme will hier zuerst eine Bestands­auf­nahme durch­füh­ren.

Hierzu wer­den drei am Markt ver­füg­bare Pro­gramme vor­ge­stellt: von Anger­mair die erbrecht­li­chen Pro­gramme der Fa GeNe, von Bone­feld das Erbrechts- Pro­gramm des Haufe-Verlags und von Gut­deutsch das Erbrechts­pro­gramm des C. H. Beck- Ver­lags.

Dabei soll an einem Fall die Arbeits­weise aller drei Pro­gramme neben­ein­an­der dar­ge­stellt wer­den. Zugleich wer­den die Pro­gramm­kon­zepte erläu­tert:
– Das Gutdeutsch-Programm erfasst das Ver­mö­gen nur eines Erb­las­sers, lie­fert aber beson­ders schnelle Ergeb­nisse für die erbrecht­li­chen und erb­schafts­steu­er­li­chen Kon­se­quen­zen dane­ben auch für schen­kungs­steu­er­li­che Alter­na­ti­ven.
– Das Haufe-Programm erfasst das Ver­mö­gen meh­re­rer Per­so­nen und ermög­licht daher einen Per­spek­ti­ven­wech­sel durch Wech­sel des Erblassers/Schenkers.
– Das GeNe-Programm erfasst eben­falls das Ver­mö­gen meh­re­rer Per­so­nen, ermög­licht aber zusätz­lich die Berech­nung wesent­li­cher Ziel­werte der Liquiditäts- und Ver­sor­gungs­pla­nung sowie der Unter­neh­mens­nach­folge.

Am Ende stellt Hart­leb seine als Free­ware im Inter­net zur Ver­fü­gung gestellte juris­ti­sche Experten-Shell Jurex am Bei­spiel Erbrecht vor.

Pro­gramm­be­schrei­bung Haufe Erbrecht 5.3:

Die Ver­sion 5.3 wurde in Zusam­men­ar­beit mit den Her­aus­ge­bern aus den Rei­hen der deut­schen Ver­ei­ni­gung für Erbrecht und Ver­mö­gens­nach­folge (DVEV) in Angel­bach­tal / Hei­del­berg für den Ein­satz in der täg­li­chen Pra­xis kon­zi­piert.

Ein­ge­bet­tet in eine leis­tungs­fä­hige Akten- und Adress­ver­wal­tung stellt Ihnen das Pro­gramm nicht nur kom­for­ta­ble Erfassungs- und Berech­nungs­mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung son­dern ent­hält dar­über hin­aus auch all die Inhalte, Mus­ter, Vor­schrif­ten und Ent­schei­dun­gen, die Sie in der Bear­bei­tung erbrecht­li­cher Man­date unter­stüt­zen.

In den Modu­len „Pla­nung“ und „Ana­lyse“ ist der Stamm­baum der Dreh- und Angel­punkt für Ihre Arbeit mit dem Pro­gramm. Alle ande­ren Fens­ter und Dia­loge wer­den von hier aus auf­ge­ru­fen. Hier erfas­sen Sie – aus­ge­hend vom Erb­las­ser – die am Erb­fall betei­lig­ten Per­so­nen, wobei allen Beson­der­hei­ten bei Ehe­gat­ten in ver­schie­de­nen Güter­stän­den oder ein­ge­tra­ge­nen Lebens­part­nern oder auch Stief­kin­dern Rech­nung getra­gen wird. Die Stamm­baum­sym­bole zei­gen Ihnen bereits alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zur erfass­ten Per­son an, wobei sich der jewei­lige Infor­ma­ti­ons­ge­halt ein­fach durch Maus­klick umschal­ten lässt.
Aus dem Stamm­baum rufen Sie auch das Nachlass- und das Zuwen­dungs­ver­zeich­nis auf. Dort wer­den der gesamte Nach­lass und die leb­zei­ti­gen Zuwen­dun­gen kata­lo­gi­siert und durch ein­fa­che Aus­wahl so erfasst, dass alle erbrecht­li­chen und steu­er­li­chen Berech­nun­gen auto­ma­tisch durch­ge­führt wer­den kön­nen.

Das Pro­gramm unter­stützt Sie dabei durch wei­tere Dia­loge etwa in der steu­er­li­chen Bewer­tung von betrieb­li­chem Ver­mö­gen nach dem Stutt­gar­ter Ver­fah­ren oder von Grund­be­sitz nach §§ 146 ffBewG, es berech­net die kapi­ta­li­sier­ten Werte von Ver­sor­gungs­be­zü­gen oder Belas­tun­gen von Ver­mö­gens­wer­ten und berück­sich­tigt natür­lich sämt­li­che personen- und sach­be­zo­ge­nen Prei­be­träge, den Här­teaus­gleich und die Tarif­be­gren­zung in der Steu­er­be­re­chung.

Im Erben­ver­zeich­nis sehen Sie einen Über­blick über gesetz­li­che und tes­ta­men­ta­ri­sche Quo­ten, Pflichtteils- und Pflicht­teil­s­er­gän­zungs­an­sprü­che sowie über die Steu­er­be­las­tung aller erfass­ten Betei­lig­ten. Das Berech­nungs­pro­to­koll stellt alle Rechen­schritte und Berech­nungs­er­geb­nisse in über­sicht­li­cher und von Ihnen frei wähl­ba­rer Zusam­men­set­zung dar und erlaubt Ihnen damit die nach­voll­zieh­bare Aus­wer­tung auch kom­ple­xer Fall­ge­stal­tun­gen.

Im Modul „Steuer“ kön­nen Sie sich auf nur einen Betei­lig­ten am Erb­fall und auf die steu­er­li­che Seite der Berech­nung kon­zen­trie­ren. Dadurch redu­ziert sich der Ein­ga­be­auf­wand und Sie kom­men schnellst­mög­lich zum Ergeb­nis.

Das Fach­buch „Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten von Erb­fäl­len und Schen­kun­gen“ von Dr. jur. Ralph Land­sit­tel ist im Pro­gramm in elek­tro­ni­scher Form vor­han­den. Aus nahezu allen Dia­lo­gen des Pro­gramms kön­nen Sie die the­ma­tisch ent­spre­chende Seite des Buches per Maus­klick auf­ru­fen und am Bild­schirm lesen. Zusätz­lich ent­hält das Pro­gramm

    • eine Geset­zes­da­ten­bank mit mehr als 280 Geset­zen auf dem aktu­el­len Stand
    • eine Tabel­len­an­zeige mit steu­er­li­chen Tabel­len aus dem Erb­StG und dem BewG, den letz­ten sechs Ster­be­ta­feln des sta­tis­ti­schen Bun­des­amts und dem har­mo­ni­sier­ten Ver­brau­cher­preis­in­dex mit dem Basis­jahr 2000, der auch in der Zuge­winn­be­rech­nung zugrunde gelegt wird; eben­falls in der Tabel­len­an­zeige sind eine Fülle von inter­ak­ti­ven Kos­ten­ta­bel­len ent­hal­ten eine Samm­lung von 40 ein­schlä­gi­gen Ver­wal­tungs­an­wei­sun­gen
    • 53 Mus­ter­schrei­ben für die täg­li­che Pra­xis
    • eine umfang­rei­che Ent­schei­dungs­samm­lung mit mehr als 4.000 Ein­trä­gen
    • eine Über­sicht über 169 erbrecht­lich rele­vante Fris­ten
    • 107 For­mu­lare und For­mu­lie­rungs­vor­schläge zur Tes­ta­ments­voll­stre­ckung
    • Über­sich­ten über Kos­ten­fra­gen im Erbrecht, Auf­bau Sche­mata und Check­lis­ten
    • einen Rech­ner zur Unter­neh­mens­be­wer­tung nach der Dis­coun­ted Cashflow-Methode
    • mehr als 800 erbrecht­lich rele­vante Adres­sen von Nach­lass­ge­rich­ten, Erb­schaft­steu­er­fi­nanz­äm­tern, Grund­buch­äm­tern und wei­te­ren Insti­tu­tio­nen
    • einen For­mu­lar­ge­ne­ra­tor für die Erb­schaft­steu­er­er­klä­rung

In der Summe stellt Erbrecht ein umfas­sen­des Hilfs­mit­tel in der Bear­bei­tung erbrecht­li­cher Man­date dar, das mit jedem Update wei­ter ergänzt, erwei­tert und selbst­ver­ständ­lich stets aktua­li­siert wird. Sie nut­zen damit modernste Soft­ware und hoch­ak­tu­elle Inhalte aus einer Hand.

Die Pro­gramm­be­die­nung ist am so genann­ten Windows-Standard ori­en­tiert und wird Ihnen durch ein umfang­rei­ches Hand­buch, eine kon­text­sen­si­tive Online-Hilfe und ein Tipp-Fenster im Stamm­baum erläu­tert.

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