Sprach­er­ken­nung

Zeit: Don­ners­tag, 16. Sep­tem­ber 2004, 13.00 Uhr
Ort: HS 118
Refe­ren­ten: Herr Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt Karl-Heinz Volesky, Ober­lan­des­ge­richt Hamm
Frau Rich­te­rin am Amts­ge­richt Eli­sa­beth Hin­kers, Amts­ge­richt Dors­ten
Herr Prä­si­dent des Land­ge­richts Wolf­gang Prahl, Land­ge­richt Det­mold
Doku­mente: Ankün­di­gungPro­to­koll

Die Ein­satz­mög­lich­kei­ten von Sprach­er­ken­nungs­sys­te­men wer­den in der Jus­tiz in ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern bereits seit mehr als 10 Jah­ren mit gro­ßen ERwar­tun­gen unter­sucht. Viel­fäl­tige Einsatz- und Pra­xis­tests an ver­schie­de­nen Gerich­ten und Staats­an­walt­schaf­ten haben erge­ben, dass die meis­ten markt­ver­füg­ba­ren Sprach­er­ken­nungs­pro­dukte sicher­lich zuneh­mend respek­ta­ble Erken­nungs­er­geb­nisse errei­chen, deren Hand­ha­bung und Prak­ti­ka­bi­li­tät bei den dik­tie­ren­den Prak­ti­kern aber nur bedingt auf Akzep­tanz stößt. Die Ein­satz­phi­lo­so­phie von Sprach­er­ken­nungs­sys­te­men ist zumeist ein­zel­platz­ori­en­tiert und in der Regel nicht auf über­grei­fen­den Arbeits­ab­läufe in der Jus­tiz abge­stimmt. Dabei stel­len sie nicht nur die Anwen­der son­dern auch die IT-Betreuungsstruktur vor ernst zu neh­mende Pro­bleme. So ver­wun­dert es nicht, dass die markt­ver­füg­ba­ren Einzelplatz-Erkennungssysteme bis auf wenige Aus­nah­men bis­her noch nicht in nen­nens­wer­tem Umfang den Weg in die Jus­tiz­pra­xis gefun­den haben.

Der Arbeits­kreis will sich in ers­ter Linie nicht mit bestimm­ten Soft­ware­pro­duk­ten son­dern den grund­sätz­li­chen und kon­zep­tio­nel­len Fra­ge­stel­lun­gen zum Ein­satz sol­cher Sys­teme aus­ein­an­der­set­zen. Es soll vor dem Hin­ter­grund prak­ti­scher Prä­sen­ta­tio­nen dis­ku­tiert wer­den, ob die der­zei­tige Ent­wick­lung schon nahe am Ziel ist oder ob die Zukunft viel­leicht in ganz ande­ren Ansät­zen liegt, die einen beherrsch­ba­ren, aber auch wirt­schaft­lich ver­tret­ba­ren Ein­satz von Sprach­er­ken­nungs­funk­tio­na­li­tä­ten an allen Richter- und Rechts­pfle­ger­ar­beits­plät­zen ermög­licht. Auch die Vor- und Nach­teile von Online- und Offline-Diktiersystemen sol­len in die­sem Zusam­men­hang betrach­tet und dis­ku­tiert wer­den.
Ein pri­mär orga­ni­sa­ti­ons­ori­en­tier­ter Weg wird der­zeit in Nordrhein-Westfalen ver­folgt. Grund­lage des NRW-Konzepts ist der flä­chen­de­ckende Ein­satz von digi­ta­len Dik­tier­ge­rä­ten, deren Nut­zung auch die Anbin­dung an Sprach­er­ken­nungs­tech­no­lo­gie ermög­licht.

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