Standards von E‑mail

Zeit: Don­ner­stag, 16. Sep­tem­ber 2004, 15.00 Uhr
Ort: HS 117
Mod­er­a­tion: Frau Mar­garethe Bergmann, Auf­sicht­führende Rich­terin am AG Köln
Ref­er­enten: Frau Recht­san­wältin Dr. Astrid Auer-Reins­dorff, Arbeits­ge­mein­schaft Infor­ma­tion­stech­nolo­gie im Deutschen Anwalt Vere­in, Berlin
Herr Dr. Siegfried Stre­itz, EDV-Sachver­ständi­ge Streitz,Brühl;Arbeitskreis EDV und Recht, Köln
Doku­mente: Ankündi­gung — Pro­tokoll

E‑Mail-Kom­mu­nika­tion nimmt im dien­stlichen Bere­ich einen hohen Stel­len­wert ein. Über Regeln, Stan­dards und Etikette wurde gle­ich­wohl bish­er kaum nachgedacht. Dieses Vaku­um will der Arbeit­skreis aus­füllen. Er richtet sich an alle Nutzer, die im beru­flichen Bere­ich E‑Mail-Kom­mu­nika­tion ein­set­zen.
In ein­er all­ge­meinen Ein­führung sollen zunächst einige Beson­der­heit­en der E‑Mail-Kom­mu­nika­tion (wie z.B. Form­losigkeit, Möglichkeit der Hier­achieumge­hung, Spe­icherung und Reg­istrierung, Sicher­heit­saspek­te) ange­sprochen wer­den.

Aus tech­nis­ch­er Sicht wer­den sodann die Risiken der E‑Mail-Kom­mu­nika­tion und die im Hin­blick darauf einzuhal­tenden Ziele, näm­lich Ver­traulichkeit, Daten­in­tegrität und Authen­tiz­ität dargestellt wer­den. Hierzu wird die Funk­tion­sweise von E‑Mails näher erläutert. Zugle­ich wer­den tech­nis­che Lösungskonzepte zur Erre­ichung der vorste­hen­den Ziele ver­mit­telt. Dabei soll auch auf Sicher­heits­fra­gen, organ­isatori-sche Aspek­te und Kosten­gesicht­spunk­te einge­gan­gen wer­den.

Anschließend sollen die Grun­dregeln der Anwaltschaft in der Infor­ma­tion­s­ge­sellschaft für Infor­ma­tion­stech­nik und Telekom­mu­nika­tion (IT/TK), die ergänzte und über­ar­beit­ete Fas­sung der vor­mals “Zehn Gebote der Anwaltschaft im Inter­net”, dargestellt und erläutert wer­den. Dabei han­delt es sich um ein Regel­w­erk, das sich­er­stellen soll, dass anwaltliche Grundw­erte wie Ver­schwiegen­heit, Man­dan­ten­bezug, Dis­tanzge­bot und Frei­heit von Drit­te­in­flüssen bei der Inte­gra­tion der mod­er­nen Kom­mu­nika­tion­s­me­di­en in den Kan­zleiablauf einge­hal­ten wer­den. Die dort aufgestell­ten Grund­sätze hin­sichtlich der Email-Kom­mu­nika­tion dienen weit­er dazu, die Ver­let­zung von Lizen­zen und Urhe­ber­recht­en zu ver­mei­den und die Com­put­er­sys­teme vor schädlichen Ein­wirkun­gen und unbefugtem Zugriff zu schützen. Fern­er spie­len Fra­gen der elek­tro­n­is­chen Sig­natur, der Ver­schlüs­selung und der Ver­wen­dung von gebräuch­lichen For­mat­en für E‑Mail-Anhänge eine Rolle. Die von der Anwaltschaft aufgestell­ten Grund­sätze lassen sich entsprechend auf andere Beruf­s­grup­pen über­tra­gen. Rechts­fra­gen des Zugangs und der Verbindlichkeit von E‑Mail-Erk­lärun­gen sollen aus Zeit­grün­den zunächst aus­ges­part bleiben.
Sofern anhand der Refer­ate und der Diskus­sion im Teil­nehmerkreis möglich, soll ver­sucht wer­den, einen ersten Kat­a­log der Anforderun­gen und Kri­te­rien für den Umgang mit E‑Mails zu for­mulieren.