BLK: Die Ein­füh­rung des Euro­päi­schen Mahn­ver­fah­rens

Zeit: Don­ners­tag, 18.09.2008, 13:00 Uhr
Ort: Hör­saal 111
Refe­rent: Herr Dr. Chris­tian Kunz (Amts­ge­richt Wed­ding)
Doku­mente: Pro­to­koll

Auf­grund der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1896/2006 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates wird zum 12. Dezem­ber 2008 das Euro­päi­sche Mahn­ver­fah­ren ein­ge­führt. Es soll ein­heit­lich in allen Mit­glied­staa­ten (ohne Däne­mark) die grenz­über­schrei­tende Durch­set­zung unbe­strit­te­ner Geld­for­de­run­gen ver­ein­fa­chen und beschleu­ni­gen.

Für die­ses Ver­fah­ren ent­wi­ckeln die Jus­tiz­ver­wal­tun­gen von Deutsch­land und Öster­reich gemein­sam eine IT-Lösung. Grund­lage ist die in Öster­reich vor­han­dene Anwen­dung für das natio­nale Mahn­ver­fah­ren, aus der zahl­rei­che Ele­mente über­nom­men wer­den kön­nen. Die tech­ni­sche Kon­zep­tion liegt in einem streng modu­la­ren Auf­bau unter Ver­wen­dung offe­ner Stan­dards. Im Inter­esse einer mög­lichst brei­ten Nut­zung soll die Anwen­dung auch in wei­te­ren Mit­glied­staa­ten ein­ge­setzt kom­men kön­nen. Daher sind umfas­sende Schnitt­stel­len zur Inte­gra­tion in unter­schied­li­che Infra­struk­tu­ren sowie Sprach- und Wäh­rungs­mo­dule vor­ge­se­hen.

Auf deut­scher Seite liegt die Feder­füh­rung bei der Senats­ver­wal­tung für Jus­tiz des Lan­des Ber­lin, da das Euro­päi­sche Mahn­ver­fah­ren bun­des­weit auf das Amts­ge­richt Berlin-Wedding kon­zen­triert sein wird. Fer­ner ist das Bun­des­mi­nis­te­rium der Jus­tiz betei­ligt. Koope­ra­ti­ons­part­ner in Öster­reich ist das Bun­des­mi­nis­te­rium für Jus­tiz in Wien. Das Vor­ha­ben wird von der EU-Kommission aus­drück­lich begrüßt und vor­aus­sicht­lich auch finan­zi­ell geför­dert. Ver­schie­dene Mit­glied­staa­ten der EU haben bereits Inter­esse an der Ent­wick­lung gezeigt.

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