BLK: GK ERV

Zeit: Frei­tag, 19.09.2008, 11:00 Uhr
Ort: Hör­saal 111
Mode­ra­ti­on: Dr. Wolf­ram Vief­hu­es, Vor­sit­zen­der der gemein­sa­men Kom­mis­si­on elek­tro­ni­scher Rechts­ver­kehr
Refe­ren­ten: Herr Otten, Chief Infor­ma­ti­on Secu­ri­ty Offi­cer des Gotha­er Kon­zerns;
Herr Har­tig von der HUK-COBURG
Doku­men­te: Prä­sen­ta­ti­onPro­to­koll

Der Arbeits­kreis dient im ers­ten Teil dazu, einen kur­zen Bericht über die Akti­vi­tä­ten der gemein­sa­men Kom­mis­si­on zu geben. Anschlie­ßend wird ein Über­blick über das Bran­chen­netz der deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (Metho­den, Ver­fah­ren und Sicher­heits­as­pek­te) gege­ben, um bei­spiel­haft Mög­lich­kei­ten einer siche­ren – und auch rechts­ver­bind­li­chen – elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on in einem sol­chen geschlos­se­nen IT-Sys­tem dar­zu­stel­len. Zum Schluß befasst sich Arbeits­kreis mit einem beson­de­ren Aspekt einer e‑Akte, näm­lich dem stan­dar­di­sier­ten elek­tro­ni­schen Daten­aus­tausch zwi­schen Rechts­an­wäl­ten und Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men.

Bericht über die Akti­vi­tä­ten der gemein­sa­men Kom­mis­si­on

Die gemein­sa­me Kom­mis­si­on hat seit dem letz­ten EDV-Gerichts­tag 2 Sit­zun­gen im Ple­num abge­hal­ten und eine Rei­he von wei­te­ren Akti­vi­tä­ten ent­fal­tet.

Dabei kann fest­ge­hal­ten wer­den, dass die Kom­mis­si­on von vie­len Mit­glie­dern, die auch in der BLK und ande­ren Gre­mi­en ver­tre­ten sind, dazu genutzt wird, Infor­ma­tio­nen oder Mei­nun­gen von Berufs­grup­pen ein­zu­ho­len, die in der BLK oder den Gre­mi­en auf­grund deren Beset­zung nicht ver­tre­ten sind bzw. sein kön­nen. Auf die­se Wei­se hat die Kom­mis­si­on eine wich­ti­ge „Mitt­ler­rol­le“, die zuneh­mend von allen Mit­glie­dern akzep­tiert und genutzt wird. Die Tages­ord­nung der Sit­zun­gen zielt daher dar­auf ab, Infor­ma­tio­nen von mög­lichst vie­len Akti­vi­tä­ten unter­schied­li­cher Insti­tu­tio­nen und Gre­mi­en im ERV-Bereich aus­zu­tau­schen, zu bün­deln und zu sam­meln. Die prak­ti­schen Erfah­run­gen und Neu­ig­kei­ten sol­len zeit­nah bespro­chen und Pro­ble­me mög­lichst früh ent­deckt wer­den; gemein­sam soll prag­ma­tisch nach Lösungs­mög­lich­kei­ten gesucht wer­den.

Im Ein­zel­nen sind u.a. fol­gen­de The­men – teil­wei­se mehr­fach und unter ver­schie­de­nen Aspek­ten – behan­delt wor­den.

  1. Zu den The­men XJus­tiz und EGVP gab es nicht nur regel­mä­ßi­ge aktu­el­le Sach­stands­be­rich­te und Erkennt­nis­se aus den Arbeits­grup­pen, son­dern es wur­den auch Erfah­run­gen und Pro­ble­me mit dem EGVP aus Sicht der Anwäl­te und Nota­re inten­siv dis­ku­tiert. Der wei­te­re Aus­bau von xJus­tiz stand auf der Tages­ord­nung spe­zi­ell mit Initia­ti­ven zu ergän­zen­den Ein­satz­mög­lich­kei­ten.
  2. Als spe­zi­el­ler wei­te­rer Ein­satz von XJus­tiz bie­tet sich der elek­tro­ni­sche Daten­aus­tausch zwi­schen den Fami­li­en­ge­rich­ten und den Ver­sor­gungs­trä­gern an, der im Zusam­men­hang mit der Struk­tur­re­form des Ver­sor­gungs­aus­gleichs beson­de­re Bedeu­tung erlan­gen wird. Hier wur­de das ent­spre­chen­de Pilot­pro­jekt beim OLG Düs­sel­dorf vor­ge­stellt und wei­te­re Aus­bau­mög­lich­kei­ten erör­tert, die zwi­schen­zeit­lich in der Grün­dung einer spe­zi­el­len BLK-Unter­ar­beits­grup­pe gemün­det sind.
    Auf­ga­be die­ser Unter­ar­beits­grup­pe ist es alle im Zusam­men­hang mit der Umset­zung der Struk­tur­re­form anfal­len­den orga­ni­sa­to­risch-tech­ni­schen Fra­ge­stel­lun­gen zu ermit­teln, geeig­ne­te Lösungs­mög­lich­kei­ten vor­zu­schla­gen und die Koor­di­na­ti­on zwi­schen der Gestal­tung von Form­blät­tern und der fach­li­chen Erar­bei­tung eines XJus­tiz-Daten­sat­zes zur Umset­zung der elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on – im Beneh­men mit der Arbeits­grup­pe „IT-Stan­dards“- zu über­neh­men.
    Hier kommt es inbe­son­de­re auf die Zusam­men­ar­beit mit den Ver­sor­gungs­trä­gern in ihren unter­schied­li­chen Aus­prä­gun­gen von Trä­gern der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­run­gen bis hin zu den pri­va­ten Ver­si­che­run­gen an. Hier spie­len auch Sicher­heits­pro­ble­me im Zusam­men­hang mit der elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on und elek­tro­nisch unter­stütz­ten Arbeits­ab­läu­fen eine gro­ße Rol­le. Einen Blick in die tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Gege­ben­hei­ten beim Gesamt­ver­band der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft e.V. (GDV) wer­den die anschlie­ßen­de Vor­trä­ge geben.
  3. Auf­grund zahl­rei­cher Pra­xis­pro­ble­me mit der elek­tro­ni­schen Signa­tur bot sich Ver­an­las­sung, den Kon­takt zwi­schen Jus­tiz, BNotK, BRAK, BSt­bK und der Bun­des­netz­agen­tur sowie dem BMWI her­zu­stel­len. Nach einem ers­ten Gespräch unter Betei­li­gung der Vize­prä­si­den­tin der Bun­des­netz­agen­tur im Febru­ar 2008 sind jetzt regel­mä­ßi­ge Gesprä­che in halb­jähr­li­chen Abstand fest ver­ein­bart.
  4. Zusätz­lich ist ein Erfah­rungs­aus­tausch mit dem BMWI zu Signa­tur­fra­gen – ins­be­son­de­re zu den Mög­lich­kei­ten einer elek­tro­ni­schen Behör­den­si­gna­tur – ein­ge­lei­tet wor­den.
  5. Durch die ver­fah­rens­recht­li­chen Neu­re­ge­lun­gen im FamFG wer­den zahl­rei­che Ände­run­gen in den Jus­tiz-Fach­sys­te­men erfor­der­lich wer­den. Hier wur­de eine län­der­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­beit der ver­schie­de­nen Ver­fah­rens­pfle­ge­stel­len ein­ge­lei­tet.
  6. Das For­schungs­pro­jekt „rechts­si­che­res erset­zen­des Scan­nen“ wur­de eben­so behan­delt wie die The­men digi­ta­le Archi­vie­rung und Lang­zeit­ar­chi­vie­rung von elek­tro­ni­schen Doku­men­ten. Auch hier stellt sich die Fra­ge nach einer Wei­ter­ent­wick­lung der ver­fah­rens­recht­li­chen Vor­schrif­ten im Hin­blick auf die neu­en tech­ni­schen Gege­ben­hei­ten (sie­he hier­zu auch den spe­zi­el­len AK zum The­ma digi­ta­le Archi­vie­rung / Scan­nen).
  7. In meh­re­ren von der gemein­sa­men Kom­mis­si­on initi­ier­ten und orga­ni­sier­ten Work­shops haben sich Fach­leu­te aus den ver­schie­de­nen Berei­chen mit unter­schied­li­chen The­men wie z.B. Signa­tur, Scan­nen befasst.
  8. Der gegen­sei­ti­ge Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen und Erfah­run­gen erstreck­te sich auch auf ver­schie­de­ner Akti­vi­tä­ten der EEAR (Zen­tra­les Schutz­schrif­ten­re­gis­ter) und der BNotK (zen­tra­les Tes­ta­ments­re­gis­ter), das Pro­jekt SAFE , das Bür­ger­por­tal („d‑mail“ / Bür­ger­mail), die bis­he­ri­gen Ergeb­nis­se der BLK-Arbeits­grup­pe Online-For­mu­la­re und deren Aus­wir­kun­gen auf den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr, die Ein­bin­dung des Rechts­an­walts­re­gis­ters der BRAK in die Jus­tiz-Fach­ver­fah­ren.
  9. Das The­ma „elek­tro­ni­sche Akte“ war unter ver­schie­de­nen Blick­win­keln Gegen­stand von Kom­mis­si­ons­sit­zun­gen. Zum einen gab es Erfah­rungs­be­rich­te aus den Län­dern mit Hybridak­ten oder mit „elek­tro­ni­schen Arbeits­ko­pi­en“ der Gerichts­ak­ten. Zum ande­ren wur­de die Mög­lich­keit dis­ku­tiert, in bestimm­ten Teil­be­rei­chen eine struk­tu­rier­te elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Man­dant, Anwalt und Gericht zu nut­zen. Ent­spre­chen­de Ansät­ze sind bereits in der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft vor­han­den, die ggf. von den Gerich­ten auf­ge­grif­fen wer­den kön­nen. Dar­über wird der zwei­te nach­fol­gen­de Vor­trag infor­mie­ren.

Vor­trag:
„Das Bran­chen­netz der deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft – Metho­den, Ver­fah­ren und Sicher­heits­as­pek­te“
Refe­rent:
Herr Otten, Chief Infor­ma­ti­on Secu­ri­ty Offi­cer des Gotha­er Kon­zerns

Herr Otten ist damit für den gesam­ten Daten­schutz und die Sicher­heit im Gotha­er Kon­zern ver­ant­wort­lich und auch inner­halb des GDV Lei­ter der Gre­mi­ums für Infor­ma­ti­ons-/Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie, Mit­glied der Kom­mis­si­on Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie/-manage­ment, IT-Ser­vices des GDV und der Daten­schutz­kom­mis­si­on.

Vor­trag:
„Stan­dar­di­sier­ter elek­tro­ni­scher Daten­aus­tausch zwi­schen Rechts­an­wäl­ten und Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men“
Refe­rent:
Herr Har­tig von der HUK-COBURG wird einen kon­kre­ten Erfah­rungs­be­richt über elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­fah­ren mit Rechts­an­wäl­ten geben.

Zeit­plan:

      Beginn    19.9.2008 - 11:00 Uhr
      Bericht:  ca. 15 Minuten
      Vortrag   Branchennetz ca. 30 Minuten
      Vortrag   struktrierte Kommunikation ca. 30 Minuten