Tech­ni­ken der Aus­spä­hung – bedrohte Pri­vat­heit

Zeit: Don­ners­tag, 18. Sep­tem­ber, 13:00 Uhr
Ort: Hör­saal 117
Mode­ra­tion: W. Gut­deutsch
Refe­ren­ten: Chris­tian Goltz, Staats­an­walt als Grup­pen­lei­ter bei der Schwer­punkt­ab­tei­lung Wirt­schaft der StA Chem­nitz;
Dr. Sieg­fried H. Streitz, öffent­lich bestell­ter und ver­ei­dig­ter EDV-Sachverständiger, Brühl
Doku­mente: Prä­sen­ta­tion Ban­naschPrä­sen­ta­tion GoltzPrä­sen­ta­tion StreitzPro­to­koll

Eine Unter­schrift unter einen Antrag für eine Kun­den­karte, ein Tera­byte Spei­cher­platz für weni­ger als 100 € und ein kurze Zeit unbe­ob­ach­te­tes Mobil­te­le­fon – was haben diese Sach­ver­halte gemein­sam?

Frei­wil­lig her­aus­ge­ge­bene Infor­ma­tio­nen kön­nen mit heute am Markt ver­füg­ba­ren Tech­no­lo­gien belie­big gespei­chert und viel­fäl­tig ver­knüpft wer­den. Ergänzt mit – unbe­wusst – her­aus­ge­ge­be­nen Infor­ma­tio­nen wie bei­spiels­weise einem Bewe­gungs­pro­fil des Mobil­te­le­fons, das anhand der Funknetz-Zellen erstellt wird, las­sen sich die vor­han­de­nen Ein­zel­an­ga­ben zu weit rei­chen­den Per­sön­lich­keits­pro­fi­len zusam­men­stel­len.

Der Arbeits­kreis bie­tet – in Fort­set­zung des Arbeits­krei­ses „Anfor­de­run­gen an die Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung und recht­li­che Kon­se­quen­zen“ des letzt­jäh­ri­gen EDV-Gerichtstages einen Über­blick, wel­che Mög­lich­kei­ten der Daten­ge­win­nung und –zusam­men­füh­rung schon der­zeit bestehen. Dar­aus wer­den Risi­ken für die Pri­vat­heit abge­lei­tet und anhand von kon­kre­ten Situa­tio­nen und Sze­na­rien dis­ku­tiert.

Bern­hard Ban­nasch, Minis­te­ri­al­rat und Lei­ter des Refe­rats „Jus­tiz, Sicher­heit, Grund­satz­fra­gen“ beim Säch­si­schen Daten­schutz­be­auf­trag­ten in Dres­den wird den (recht­li­chen) Rah­men skiz­zie­ren und bei­spiel­haft auf Bedro­hun­gen ein­ge­hen. Dazu gehö­ren die Über­wa­chung von Internet-Knotenpunkten und die „stra­te­gi­sche Über­wa­chung“.

Ein Redak­teur des Ham­bur­ger Nach­rich­ten­ma­ga­zins DER SPIEGEL stellt Bege­ben­hei­ten und Beob­ach­tun­gen aus sei­ner jour­na­lis­ti­schen Pra­xis vor, die Pro­bleme bei der Hand­ha­bung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten beleuch­ten.

Chris­tian Goltz, Staats­an­walt als Grup­pen­lei­ter bei der Schwer­punkt­ab­tei­lung Wirt­schaft der Staats­an­walt­schaft Chem­nitz berich­tet aus Pra­xis­er­fah­run­gen, ins­be­son­dere bei Durch­su­chun­gen, und stellt Bei­spiele für Ein­ver­ständ­nis­er­klä­run­gen mit ihrer recht­li­chen Reich­weite vor.

Aus tech­ni­scher Sicht wird der öffent­lich bestellte und ver­ei­digte Sach­ver­stän­dige Dr. Sieg­fried Streitz aus Brühl Verknüpfungs- und Ver­ar­bei­tungs­mög­lich­kei­ten prä­sen­tie­ren und die der­zeit nahezu unbe­grenz­ten Ver­ar­bei­tungs­ka­pa­zi­tä­ten erläu­tern.

Abschlie­ßend soll über­legt wer­den, mit wel­chen Schwer­punk­ten und Aus­rich­tun­gen der Arbeits­kreis im nächs­ten Jahr fort­ge­setzt wird. Mög­li­che Aus­bli­cke sind „Selbst­da­ten­schutz“ oder Vorschläge/Anregungen zur Ver­bes­se­rung des per­sön­li­chen Daten­schut­zes.

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