Euro­päi­sche EDV-Akademie des Rechts (EEAR)

Zeit: Don­ners­tag — 24.09.2009 — 13.00 Uhr
Ort: Hör­saal 116
Mode­ra­tion: Dr. Astrid Schu­ma­cher (BSI);
Dr. Wolf­ram Vief­hues (Rich­ter am Amts­ge­richt Ober­hau­sen)
Refe­ren­ten: Alfred Gass und Sebas­tian Bro­ßette (EEAR);
Dr. Ulrike Korte (BSI);
Hagen Kosock (Peter L. Rei­chertz Insti­tut für Medi­zi­ni­sche Infor­ma­tik der TU Braun­schweig und der Medi­zi­ni­schen Hoch­schule Han­no­ver (PLRI))
Doku­mente: Prä­sen­ta­tion KortePrä­sen­ta­tion KosockPro­to­koll

Quint­es­senz des Arbeits­krei­ses zur elek­tro­ni­schen Lang­zeit­ar­chi­vie­rung und der spe­zi­el­len Pro­ble­ma­tik der Rechts­ver­bind­lich­keit des erset­zen­den Scan­nens („Beweis­wert­erhal­tende Auf­be­wah­rung von Doku­men­ten“) beim ver­gan­ge­nen 17. EDV-Gerichtstag war die Fest­stel­lung gesetz­ge­be­ri­schen Hand­lungs­be­darfs, was ins­be­son­dere die not­wen­dige Rege­lung der Zuläs­sig­keit und Aus­ge­stal­tung des erset­zen­den Scan­nens betrifft. Der EDV-Gerichtstag hat dar­auf­hin die EEAR mit der wei­te­ren recht­li­chen und tat­säch­li­chen Begut­ach­tung der The­ma­tik beauf­tragt. Auf Grund­lage der bereits gewon­ne­nen Erkennt­nisse erar­bei­tet die EEAR der­zeit im Auf­trag des Deut­schen EDV-Gerichtstages ein Gut­ach­ten, des­sen Zwi­schen­er­geb­nisse Herr Gass und Herr Bro­ßette vor­stel­len wer­den. Hier wird ins­be­son­dere die Rea­li­sie­rung von Zuläs­sig­keitstat­be­stän­den in ver­schie­de­nen rele­van­ten Anwen­dungs­be­rei­chen unter­sucht, dar­un­ter das Gesund­heits­we­sen sowie die Jus­tiz­ver­wal­tung. Am kon­kre­ten Bei­spiel des erset­zen­den Scan­nens von gericht­li­chen Zustel­lungs­ur­kun­den wer­den die – tat­säch­li­chen und recht­li­chen – Pro­bleme prak­tisch ver­an­schau­licht.

Den zwei­ten Schwer­punkt bil­det das Refe­rat von Frau Dr. Korte vom BSI zur Tech­ni­schen Richt­li­nie zur ver­trau­ens­wür­di­gen elek­tro­ni­schen Lang­zeitspei­che­rung. Die zuneh­mende Ver­brei­tung elek­tro­ni­scher Daten und Doku­mente in Unter­neh­men und öffent­li­cher Ver­wal­tung stellt eine große Her­aus­for­de­rung hin­sicht­lich der län­ger­fris­ti­gen beweis­kräf­ti­gen Auf­be­wah­rung dar. Elek­tro­ni­sche Doku­mente sind per se vir­tu­ell und erfor­dern daher geeig­nete tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men, mit denen ihre Inte­gri­tät, Authen­ti­zi­tät und Ver­kehrs­fä­hig­keit für lange Zeit­räume gewähr­leis­tet wer­den kann. Der Vor­trag von Frau Dr. Korte (BSI) stellt die Tech­ni­sche Richt­li­nie zur ver­trau­ens­wür­di­gen elek­tro­ni­schen Lang­zeitspei­che­rung vor, in der auf der Grund­lage bestehen­der recht­li­cher Nor­men und tech­ni­scher natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Stan­dards in einem modu­lar auf­ge­bau­ten Gesamt­kon­zept ein Kri­te­ri­en­ka­ta­log für die lang­fris­tige, rechts- und revi­si­ons­si­chere Auf­be­wah­rung elek­tro­ni­scher Daten und Doku­mente ent­wi­ckelt wurde.

Die hier prä­sen­tier­ten Erkennt­nisse und Arbeits­er­geb­nisse wer­den in tech­ni­scher und recht­li­cher Hin­sicht bereits Lösungs­vor­schläge zu den im letz­ten Jahr ermit­tel­ten Anfor­de­run­gen an die beweis­si­chere Lang­zeit­ar­chi­vie­rung und das rechts­ver­bind­li­che erset­zende Scan­nen ent­hal­ten. Für die wei­te­ren Auf­ga­ben in die­sem zuneh­mend aku­ter wer­den­den Kom­plex des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs sol­len wei­tere Hand­lungs­op­tio­nen auf­ge­zeigt und dis­ku­tiert wer­den.

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