BLK: Das Zen­trale Tes­ta­ments­re­gis­ter der Bun­des­no­tar­kam­mer

Zeit: Don­ners­tag — 16.09.2010 — 16.00 Uhr
Ort: Hör­saal 111
Refe­rent: Dr. Tho­mas Diehn (LL.M. (Har­vard), Bun­des­no­tar­kam­mer)

Urkun­den, die die Erb­folge beein­flus­sen, wer­den der­zeit auf Kar­tei­kar­ten an die Stan­des­äm­ter und die Haupt­kar­tei für Tes­ta­mente gemel­det, wel­che im Ster­be­fall – eben­falls in Papier­form – die Stelle benach­rich­ti­gen, die die Urkunde ver­wahrt. Die­ses Ver­fah­ren ist unvoll­stän­dig und feh­ler­an­fäl­lig. Es führt häu­fig zu ver­zö­ger­ten oder unrich­ti­gen Ent­schei­dun­gen in Erb­fäl­len.

Der Bun­des­rat hat des­halb ein Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des Benach­rich­ti­gungs­we­sens in Nach­lass­sa­chen auf den Weg gebracht, in des­sen Mit­tel­punkt die Ein­rich­tung eines Zen­tra­len Tes­ta­ments­re­gis­ters bei der Bun­des­no­tar­kam­mer steht. Dort sol­len die Ver­wahr­da­ten aller gegen­wär­ti­gen und künf­ti­gen erb­fol­ge­re­le­van­ten Urkun­den elek­tro­nisch regis­triert wer­den. Auch Son­der­fälle wie Rück­nah­men aus der beson­de­ren amt­li­chen Ver­wah­rung oder in ein­fa­che Akten­ver­wah­rung genom­mene gemein­schaft­li­che Tes­ta­mente nach dem ers­ten Ster­be­fall wer­den künf­tig erfasst.

Im Ster­be­fall benach­rich­tigt das Zen­trale Tes­ta­ments­re­gis­ter elek­tro­nisch das zustän­dige Nach­lass­ge­richt sowie die Notare und Gerichte, die Urkun­den ver­wah­ren, so dass letzt­wil­lige Ver­fü­gun­gen schnell und zuver­läs­sig eröff­net wer­den. Zudem kön­nen Nach­lass­ge­richte und Notare durch elek­tro­ni­sche Ein­sicht schnell fest­stel­len, ob Tes­ta­mente oder Erb­ver­träge – ggf. mit Bin­dungs­wir­kung – vor­han­den sind.

Das Zen­trale Tes­ta­ments­re­gis­ter soll am 1.1.2012 in Betrieb genom­men wer­den. Ab die­sem Zeit­punkt wer­den neue erb­fol­ge­re­le­vante Urkun­den nicht mehr zu den Stan­des­äm­tern bzw. zur Haupt­kar­tei für Tes­ta­mente gemel­det, son­dern aus­schließ­lich elek­tro­nisch zum Zen­tra­len Tes­ta­ments­re­gis­ter. Die bestehen­den Tes­ta­ments­ver­zeich­nisse sol­len in einem Zeit­raum von fünf Jah­ren in das Zen­trale Tes­ta­ments­re­gis­ter über­führt wer­den.

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