Pro­jekt eRech­nung – elek­tro­ni­scher Zah­lungs­ver­kehr in der hes­si­schen Jus­tiz

Zeit: Don­ners­tag — 16.09.2010 — 15.30 Uhr
Ort: Hör­saal 111
Refe­rent: Patrik Wag­ner (Regie­rungs­ober­rat, Hes­si­sches Minis­te­rium der Jus­tiz, für Inte­gra­tion und Europa)

Die hes­si­sche Jus­tiz moder­ni­siert ihren Zah­lungs­ver­kehr. Künf­tig sol­len die Kos­ten­rech­nun­gen der Gerichte aus­schließ­lich elek­tro­nisch ver­sandt wer­den und Bezah­lun­gen per ePay­ment über das Inter­net erfol­gen kön­nen.

Das bei dem Land­ge­richt Lim­burg a.d. Lahn pilo­tierte Online Kla­ge­ver­fah­ren hat mit der Erwei­te­rung der vor­han­de­nen Infra­struk­tur und der ent­spre­chen­den Anpas­sung der ein­ge­setz­ten Fach­soft­ware die tech­no­lo­gi­schen Grund­la­gen für die Moder­ni­sie­rung des elek­tro­ni­schen Zah­lungs­ver­kehrs geschaf­fen. In einer ers­ten Pro­jekt­phase wur­den dabei Vor­schuss­kos­ten­rech­nun­gen in Zivil­sa­chen mit der in Hes­sen im Ein­satz befind­li­chen Fach­soft­ware JUKOS (Ver­fah­ren zur Auto­ma­tion des Gerichtskosten- und –kas­sen­we­sens und der Geld­stra­fen­voll­stre­ckung) elek­tro­nisch erstellt und per „Elek­tro­ni­schem Gerichts– und Ver­wal­tungs­post­fach (EGVP)“ ver­sandt.

Zah­lun­gen kön­nen auf den übli­chen Wegen oder, eine wei­tere Neu­ent­wick­lung im Rah­men die­ses Pro­jekts, mit­tels eines hin­ter­leg­ten Links zu einem inte­grier­ten ePay­ment Ser­vice Pro­vi­der durch den Anwalt selbst oder ggf. auch den Man­dan­ten geleis­tet wer­den. Dies geschieht elek­tro­nisch mit Kre­dit­karte, giro­pay oder im elek­tro­ni­schen Last­schrift­ver­fah­ren über die ePayment-Plattform des Lan­des Hes­sen im Hes­sen­por­tal. Nach der Zah­lung wird eine elek­tro­ni­sche Zah­lungs­be­stä­ti­gung auto­ma­ti­siert durch die ePayment-Plattform an das Gericht gesandt.

Das Pro­jekt wurde im März 2010 auf alle Gerichte der Land­ge­richts­be­zirke Lim­burg a.d. Lahn, Gie­ßen, und Mar­burg, zunächst nur für Vor­schüsse in Zivil­sa­chen, und ab Juni 2010 auf alle Vor­schuss­kos­ten­rech­nun­gen aus­ge­wei­tet. Bis Ende Juli 2010 konn­ten auf die­sem Weg mehr als 2.200 Rech­nun­gen zuver­läs­sig durch das IT-System der hes­si­schen Jus­tiz ver­sandt wer­den. Bis zum Jah­res­ende 2010 wird die eRech­nung (für alle Vor­schüsse) auch bei den übri­gen hes­si­schen Land- und Amts­ge­rich­ten ein­ge­führt.

Die elek­tro­ni­sche Rech­nung hilft die Ver­fah­rens­dauer zu ver­kür­zen und bie­tet für die Emp­fän­ger die Mög­lich­keit, die elek­tro­ni­schen Rech­nungs­da­ten (im pdf-Format) ohne Medi­en­bruch in einem durch­gän­gi­gen Pro­zess elek­tro­nisch wei­ter zu ver­ar­bei­ten. Im Ver­gleich zur Papier­rech­nung stellt dies einen deut­li­chen Mehr­wert dar.

Bei der eRech­nung han­delt es sich um das erste Jus­tiz­pro­jekt, das den elek­tro­ni­schen Post­aus­gang voll­stän­dig auto­ma­ti­siert und vor­ran­gig vor dem Papier­aus­gang nutzt. Allein die Kon­stel­la­tion, dass ein elek­tro­ni­sches Post­fach vor­han­den ist, ist für die Wahl der elek­tro­ni­schen Ver­sen­de­form aus­schlag­ge­bend. Dabei ist es völ­lig uner­heb­lich, ob der Adres­sat das EGVP bis­her in dem Ver­fah­ren genutzt hat.

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