Bewertung und Vertrauen in sozialen Netzwerken

Zeit: Don­ner­stag  —  22.09.2011  —  15 Uhr
Ort: Hör­saal 0.19
Mod­er­a­tion: Recht­san­walt und Medi­a­tor Dr. Thomas Lapp – IT-Kan­zlei dr-lapp.de GbR
Ref­er­enten: Recht­san­walt Michael Fried­mann, QNC GmbH;
Recht­sref­er­en­dar Jens Fern­er, Anwalt­skan­zlei Fern­er, Als­dorf
Doku­mente: Präsen­ta­tionPro­tokoll

Unter­suchun­gen zur Frage, wie Recht­suchende zu ihrem Anwalt und let­ztlich zu ihrem Recht find­en, ver­weisen immer auf Empfehlun­gen im Bekan­ntenkreis. Auch hier­für bieten sich im Web 2.0 Alter­na­tiv­en. Neben den schon länger bekan­nten Infor­ma­tio­nen wie Anwalt­sauskun­ft oder Anwalt­such­ser­vice, die vor allem Selb­st­darstel­lun­gen der Anwälte sind, gibt es inzwis­chen Por­tale, auf denen die Anwälte bew­ertet wer­den. Teil­weise wer­den dort nur die angemelde­ten Anwälte von ihrem Man­dan­ten bew­ertet (http://www.anwalt-nach-mass.de/ oder http://www.123recht.net/). Bei anderen Por­tal­en ist nicht immer klar, wer die Bew­er­tung ver­fasst hat. Insofern stellt sich für die Anwälte nicht mehr unbe­d­ingt die Frage, ob sie an diesen Bew­er­tun­gen teil­nehmen. Auch wer nicht aktiv teil­nimmt, wird in sozialen Net­zw­erken unter Umstän­den zum Thema.Soziale Net­zw­erke erfreuen sich außeror­dentlich großer Beliebtheit. Face­book als ein bekan­ntes Beispiel dafür ist in 74 Sprachver­sio­nen ver­füg­bar und hat aktuell ca. 750 Mil­lio­nen Nutzer (Stand Juni 2011 laut Wikipedia). Wäre es ein Land, gehörte es zu den größten Län­dern der Erde. Google+ ist erst vor kurzem ges­tartet, erfreut sich aber ras­ant steigen­der Mit­gliederzahlen. Der­ar­tige soziale Net­zw­erke wie Twit­ter, Linedin, Xing etc. wer­den auch von Juris­ten inten­siv genutzt. Speziell an Juris­ten wen­den sich der beck-blog (http://blog.beck.de/) und der Mark­t­platz Recht. Bei allen Ange­boten stellt sich die Frage, wie Juris­ten sich dort präsen­tieren, was sie von sich preis­geben und mit welchen Infor­ma­tio­nen sie an die Öffentlichkeit treten. Es ist zwar möglich, aktuelle Fälle auf die behan­del­ten Rechts­fra­gen zu reduzieren und dann in Fachkreisen zu disku­tieren. Die Beteiligten des Fall­es kön­nen jedoch „ihren Fall“ leicht erken­nen. Je nach Kon­stel­la­tion kann es auch für Außen­ste­hende ein­fach sein, anhand von Fach­fra­gen auf die ger­ade bear­beit­eten Fälle zu schließen. Zu fra­gen ist auch, welchen Ein­fluss diese Darstel­lun­gen auf das Bild und ins­beson­dere das Ver­trauen der Öffentlichkeit haben. Der Arbeit­skreis wird disku­tieren, welche Über­legun­gen bei der Teil­nahme an solchen sozialen Net­zw­erken anzustellen sind.

Eine Son­der­rolle spielt der Mark­t­platz Recht (http://www.marktplatz-recht.de), der eine geschlossene, nur für Juris­ten zugängliche Plat­tform ist. Auf dem Mark­t­platzrecht kön­nen auch Gerichte und einzelne Richter bew­ertet wer­den.

Der Arbeit­skreis wird disku­tieren, welche Auswirkun­gen diese Bew­er­tun­gen auf das Ver­trauen in Jus­tiz und Anwaltschaft haben.

Wir freuen uns auf inter­es­sante Diskus­sio­nen über diese aktuellen Entwick­lun­gen.