Von E-Justice und E-Government zu E-Justment? I

Zeit: Don­ners­tag — 22.09.2011 — 13.00 Uhr
Ort: Hör­saal 0.23
Mode­ra­tion: Prof. Dr. Uwe-Dietmar Ber­lit, Vor­sit­zen­der Rich­ter am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt;
Dr. Wolf­ram Vief­hues, wei­te­rer Auf­sicht füh­ren­der Rich­ter am Amts­ge­richt, Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf
Refe­ren­ten: Dr. Ralf Köbler, Abtei­lungs­lei­ter I, Hes­si­sches Minis­te­rium der Jus­tiz, für Inte­gra­tion und Europa;
Dr. Chris­tian Meyer-Seitz, Refe­rats­lei­ter, Bun­des­mi­nis­te­rium der Jus­tiz
Doku­mente: Prä­sen­ta­tionPro­to­koll

Nun­mehr hat sich eine neue Dyna­mik erge­ben. Die Bun­des­rats­in­itia­tive zur För­de­rung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs, mit der erst­mals kon­krete Rege­lungs­vor­schläge meh­re­rer Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tun­gen ein­ge­bun­den in ein Gesetz­ge­bungs­vor­ha­ben vor­ge­stellt wer­den, soll für die Jus­tiz „pro­zes­suale Hemm­nisse“ besei­ti­gen und die „Ren­tier­lich­keit“ öffent­li­cher E-Justice-Investitionen durch wei­tere Ver­pflich­tun­gen zur elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­tion erhö­hen. Diese Initia­tive fällt in eine Zeit, in der auch ande­rer Stelle – näm­lich beim E-Government – wegen der bis­he­ri­gen Fehl­schläge nicht nur über neue Ansätze nach­ge­dacht wird, son­dern hierzu auch bereits kon­krete Gesetz­ge­bungs­be­stre­bun­gen ein­ge­lei­tet wor­den sind (siehe dazu den AK „E-Government-Gesetz – Schritte zur För­de­rung des E-Government“ um 15:00 Uhr). Gemein­same Pro­bleme erge­ben sich z.B. bei Fra­gen siche­ren Daten­aus­tauschs und siche­rer Iden­ti­fi­zie­rung jen­seits der (qua­li­fi­zier­ten) elek­tro­ni­schen Signa­tur; wei­tere Schnitt­stel­len betref­fen die medi­en­bruch­freie „Pro­zess­kette“ bei der Kon­trolle von Behör­den­han­deln durch die öffentlich-rechtlichen Fach­ge­richts­bar­kei­ten und den Erwar­tung insb. der Anwalt­schaft an elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­tion mit Behör­den und Gerichten.Der elek­tro­ni­sche Rechts­ver­kehr hat in den letz­ten Jah­ren – vor allem im Regis­ter­be­reich – mit jus­tiz­spe­zi­fi­schen Ansät­zen qua­li­ta­tiv erheb­li­che Fort­schritte gemacht. Quan­ti­ta­tiv hat er trotz erheb­li­cher Anstren­gun­gen in den letz­ten Jah­ren – noch? – nicht den ent­schei­den­den Durch­bruch geschafft. Über die Pro­bleme, Schwie­rig­kei­ten und Hin­de­rungs­gründe wurde auf dem EDV-Gerichtstag regel­mä­ßig dis­ku­tiert. Gleich­wohl hat „die“ Jus­tiz bei aller Dif­fe­ren­ziert­heit, die sich aus dem föde­ra­len Auf­bau und der Glie­de­rung in Gericht­zweige folgt, für die Pra­xis­taug­lich­keit ihrer Anwen­dun­gen einen Inno­va­ti­ons­vor­sprung – auch in bewuss­ter Abgren­zung zu all­ge­mei­nen E-Governmentbestrebungen.

Dr. Ralf Köbler wird die Bun­des­rats­in­itia­tive zur För­de­rung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs vor­stel­len und zudem über Per­spek­ti­ven und Chan­cen des ERV und den Hand­lungs­be­darf refe­rie­ren, dabei aber auch Bei­spiele für gelun­gene und krea­tive Ansätze dar­stel­len.
Dr. Chris­tian Meyer-Seitz, Refe­rats­lei­ter im Bun­des­mi­nis­te­rium der Jus­tiz wird eine erste Ein­schät­zung zu den Vor­schlä­gen der Bun­des­rats­in­itia­tive geben.
Ein kri­ti­scher Kom­men­tar von Prof. Dr. U.-D. Ber­lit zu not­wen­di­gen Gemein­sam­kei­ten und struk­tu­rel­len Unter­schie­den der „Reform­be­stre­bun­gen“ bei E-Justice und E-Government soll zur abschlie­ßen­den Dis­kus­sion über­lei­ten.

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