Von E‑Justice und E‑Government zu E‑Justment? II

Zeit: Don­ners­tag — 22.09.2011 — 15.00 Uhr
Ort: Hör­saal 0.23
Mode­ra­ti­on: Dr. Astrid Schu­ma­cher, Bun­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik;
Dr. Wolf­ram Vief­hu­es, wei­te­rer Auf­sicht füh­ren­der Rich­ter am Amts­ge­richt, Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf
Refe­ren­tin: Dr. Tan­ja Lai­er, Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern
Doku­men­te: Prä­sen­ta­ti­on

Aus­gangs­punkt der Über­le­gun­gen für ein E‑Go­vernment-Gesetz des Bun­des bil­det der Koali­ti­ons­ver­trag (S. 102), in dem sich die Bun­des­re­gie­rung für die 17. Legis­la­tur­pe­ri­ode ver­pflich­tet hat, E‑Government zu för­dern und dazu, wo und soweit not­wen­dig, recht­li­che Rege­lun­gen anzu­pas­sen (E‑Go­vernment-Gesetz). Der­zeit ist geplant, dass der Gesetz­ent­wurf im Herbst 2011 mit den Res­sorts, Län­dern und Ver­bän­den abge­stimmt wird. Eine Befas­sung des Kabi­netts kann mög­li­cher­wei­se noch Ende die­ses Jah­res erfol­gen. Das par­la­men­ta­ri­sche Ver­fah­ren fin­det 2012 statt.Neben der prak­ti­schen Umset­zung von E‑Go­vernment-Maß­nah­men wie etwa die Ein­füh­rung und das tat­säch­li­che Leben der eAk­te bedarf es zur För­de­rung des elek­tro­ni­schen Ver­wal­tungs­han­delns in bedeut­sa­men Berei­chen der Ein­füh­rung neu­er und der Anpas­sung bis­he­ri­ger Rechts­vor­schrif­ten. Dazu plant die Bun­des­re­gie­rung gegen­wär­tig ein E‑Go­vernment-Gesetz, das dies­bzgl. wesent­li­che Rege­lun­gen bereichs­über­grei­fend erfas­sen soll. In die­sem Arbeits­kreis wer­den das Vor­ha­ben und die aktu­el­len Über­le­gun­gen von der im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um feder­füh­ren­den Orga­ni­sa­ti­ons­ein­heit vor­ge­stellt.

Als ein Haupt­hin­der­nis für die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Ver­wal­tung wur­den Schrift­form­erfor­der­nis­se genannt. Ein Bestand­teil des Geset­zes soll daher die Zulas­sung hin­rei­chend siche­rer tech­ni­scher Ver­fah­ren zur Erfül­lung der Schrift­form neben – und nicht anstel­le – der qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Signa­tur (qeS) sein. Für das Ver­hält­nis Bür­ger – Ver­wal­tung ist hier­bei ggf. an web­ba­sier­te Anwen­dun­gen im Zusam­men­spiel mit der eID-Funk­ti­on des neu­en Per­so­nal­aus­wei­ses zu den­ken. Auch wird geprüft, ob

De-Mail schrift­for­mer­set­zend ein­ge­setzt wer­den kann. Die­ser The­men­kom­plex ist auch Gegen­stand einer im De-Mail-Gesetz vor­ge­ge­be­nen Berichts­pflicht gegen­über dem Bun­des­tag, der die Bun­des­re­gie­rung bis Anfang Novem­ber 2011 nach­kom­men muss (vgl. Art. 5 des am 3. Mai 2011 in Kraft getre­te­nen De-Mail-Geset­zes, BGBl. I S. 666).

Wei­ter­hin sol­len im E‑Go­vernment-Gesetz Rege­lun­gen auf­ge­nom­men wer­den, die dem E‑Government mög­lichst ebe­nen über­grei­fend (Bund, Län­der und Kom­mu­nen) Impul­se geben kön­nen. Inhalt­lich betrifft dies etwa die elek­tro­ni­sche Akten­füh­rung (Stich­wort „erset­zen­des Scan­nen“ des Ori­gi­nal­do­ku­ments). Zudem sol­len diver­se Pflich­ten zur Vor­la­ge von Ori­gi­na­len über­dacht und die Mög­lich­keit geschaf­fen wer­den, ver­mehrt elek­tro­ni­sche Kopi­en vor­le­gen oder Nach­wei­se bei den aus­stel­len­den Behör­den anfor­dern zu kön­nen. Die Beglau­bi­gung elek­tro­ni­scher Doku­men­te soll erleich­tert wer­den.