BLK III: Warum auf die elek­tro­ni­sche Post war­ten: Der E-Postausgang

Zeit: Frei­tag, 14.09.2012, 10.00 Uhr
Ort: HS 0.18
Refe­ren­ten: Patrik WAGNER, Regie­rungs­di­rek­tor, Hes­si­sches Minis­te­rium der Jus­tiz, für Inte­gra­tion und Europa

Die hes­si­sche Jus­tiz ver­folgt in meh­re­ren Pro­jek­ten das Ziel, den elek­tro­ni­schen Post­aus­gang als Stan­dard­ver­sen­de­pro­zess zu eta­blie­ren.

Erste Erfah­run­gen in ver­schie­de­nen pilo­thaf­ten Anwen­dun­gen zei­gen, dass schon heute 50% und mehr elek­tro­ni­sche Aus­gänge mög­lich sind. Aktu­ell sind über 30.000 elek­tro­ni­sche Post­aus­gänge monat­lich zu ver­zeich­nen.

Nach Eröff­nung des elek­tro­ni­schen Zugangs zu allen Gerich­ten und Staats­an­walt­schaf­ten bereits Ende 2007 ist die viel­fach pro­gnos­ti­zierte Flut von elek­tro­ni­schen Ein­gän­gen aus­ge­blie­ben. Im August 2011 wurde erst­mals die Anzahl von 20.000 elek­tro­ni­schen Ein­gän­gen im Monat über­schrit­ten. Die Stra­te­gie der hes­si­schen Jus­tiz war und ist daher – an Stelle des War­tens auf Anwalts­post – den „initia­ti­ven elek­tro­ni­schen Post­aus­gang“ durch Aus­bau der Fach­ver­fah­ren und Auto­ma­ti­sie­rung der Ver­sen­de­ver­fah­ren zu för­dern.

Erste Schritte began­nen schon im Jahre 2007 im Han­dels­re­gis­ter. Mit dem Start der auto­ma­ti­sier­ten elek­tro­ni­schen Rech­nungs­ver­sen­dung, dem ers­ten bun­des­wei­ten initia­ti­ven Ver­sen­de­pro­zes­ses, im Jahre 2010 erhal­ten jetzt Anwälte aus ganz Deutsch­land elek­tro­ni­sche Post aus Hes­sen. Bis Juli 2012 konn­ten auf die­sem Weg mehr als 100.000 elek­tro­ni­sche Rech­nun­gen erfolg­reich zuge­stellt wer­den.

Seit der Mitte 2011 kön­nen die hes­si­schen Insol­venz­ge­richte per EGVP nicht nur elek­tro­ni­sche Nach­rich­ten emp­fan­gen, son­dern auch jeg­li­ches „Schrift­gut“ form­ge­recht ver­sen­den. Im Jahr 2012 hat sich die Zahl elek­tro­ni­scher Aus­gänge auf monat­lich 4.500 erhöht. Die Aus­wei­tung der initia­ti­ven elek­tro­ni­schen Ver­sen­dung auf die Sozi­al­ge­richts­bar­keit hat begon­nen und wird bis zum Jah­res­ende 2012 abge­schlos­sen sein.

Mit der Aus­deh­nung auf die all­ge­mei­nen Post­aus­gänge ab Herbst 2012, zunächst pilo­thaft bei einem Land­ge­richt, wird die elek­tro­ni­sche Ver­sende Mög­lich­keit dann an allen Arbeits­plät­zen in den Gerich­ten und Jus­tiz­be­hör­den, unab­hän­gig von der Fach­soft­ware, zur Ver­fü­gung ste­hen.

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