Die Daten­schutz-Ver­ord­nung in der EU

Zeit: Don­ners­tag, 13.09.2012, 13.00 Uhr
Ort: HS 0.19
Mode­ra­ti­on: Rigo WENNING, Jus­ti­ti­ar, W3C
Refe­ren­ten: Ralf BENDRATH, Seni­or Poli­cy Advi­sor von MEP Jan Phil­ipp Albrecht (Rap­por­teur des EU-Par­la­ments zur Daten­schutz-Ver­ord­nung);
Prof. Dr. Marie-The­res TINNEFELD, Hoch­schu­le für ange­wand­te Wis­sen­schaf­ten, Mün­chen

Das The­ma Daten­schutz hat es inzwi­schen in die vor­ders­te Front der Mas­sen­me­di­en geschafft. Die Umwäl­zun­gen und Zer­würf­nis­se der alten Ord­nung durch das Inter­net füh­ren täg­lich zu neu­en Her­aus­for­de­run­gen für den Daten­schutz. Gleich­zei­tig bleibt uns die klas­si­sche Daten­ver­ar­bei­tung erhal­ten.

Die bis­he­ri­ge Rege­lung, die Richt­li­ne 95/46EC gilt als ver­al­tet. Ihre Grund-Annah­men stam­men aus den acht­zi­ger Jah­ren. Geprägt von der Kon­zen­tra­ti­on auf gro­ße Daten­ban­ken füh­ren ihre Prin­zi­pi­en nicht immer zu befrie­di­gen­den Lösun­gen, wenn wir alle zu Ver­ant­wort­li­chen der Ver­ar­bei­tung wer­den. Gleich­zei­tig lei­det der Bin­nen­markt aner­kann­ter­ma­ßen unter der Frag­men­tie­rung, die bei der Tran­si­ti­on der Richt­li­nie in natio­na­les Recht ent­stan­den ist. Daten­schutz in Ita­li­en sieht anders aus als in Schwe­den und Irland hat wie­der ande­re Vor­stel­lun­gen.

Was lag also nach dem Abschluss der Ver­trä­ge von Lis­sa­bon näher, als eine EU Ver­ord­nung für den Daten­schutz auf den Weg zu brin­gen um ein wirk­lich ein­heit­li­ches Schutz­ni­veau zu errei­chen. Die direkt anwend­ba­ren Regeln sind dann in der gesam­ten EU gleich. Damit wäre den Mit­glieds­staa­ten der Weg ver­sperrt, sich Wett­be­werbs­vor­tei­le durch Daten­schutz­dum­ping zu ver­schaf­fen. Dazu hat die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on mit COM(2012) 11 final einen Vor­schlag vor­ge­legt der der­zeit im euro­päi­schen Par­la­ment bera­ten wird. Doch wel­ches Niveau wird das euro­päi­sche Niveau? Bedeu­tet die Nivel­lie­rung einen leich­te­ren Daten­schutz für Deutsch­land? Wird die euro­päi­sche Daten­schutz­re­gu­lie­rung den Anfor­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen des Inter­net gerecht?

Für die Vor­stel­lung des der­zei­ti­gen Stands der geplan­ten Regu­lie­rung und einem Aus­blick auf das wei­te­re Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren konn­te Ralf Bend­rath gewon­nen wer­den. Er ist der zustän­di­ge wis­sen­schaft­li­che Refe­rent im Stab von MEP Jan Phil­ipp Albrecht, des Bericht­erstat­ters im euro­päi­schen Par­la­ment. Eine direk­te Kri­tik durch Marie-The­res Tin­ne­feld wird fol­gen. Dies ist gedacht als Anre­gung zur wei­te­ren Dis­kus­si­on des Daten­schut­zes: Was bedeu­tet die Novel­lie­rung für die Jus­tiz? Gibt es Fäl­le aus lang­jäh­ri­ger Pra­xis, die unbe­ant­wor­tet blei­ben? Wir freu­en uns auf span­nen­de Ein­füh­rungs­vor­trä­ge und eine anre­gen­de Dis­kus­si­on mit dem Audi­to­ri­um.