Geset­zes­vor­ha­ben zur För­de­rung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs und des E-Government

Zeit: Don­ners­tag, 13.09.2012, 15.00 Uhr
Ort: HS 0.19
Mode­ra­tion: Prof. Dr. Uwe-Dietmar BERLIT, Rich­ter am Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt;
Dr. Wolf­ram VIEFHUES, wei­te­rer Auf­sicht füh­ren­der Rich­ter am Amts­ge­richt,
Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf
Refe­ren­ten: Dr. Ralf KÖBLER, Minis­te­ri­al­di­ri­gent, Abtei­lungs­lei­ter I, Hes­si­sches Minis­te­rium der Jus­tiz, für Inte­gra­tion und Europa;
Dr. Chris­tian MEYER-SEITZ, Minis­te­ri­al­rat, Refe­rats­lei­ter, Bun­des­mi­nis­te­rium der Jus­tiz­Der elek­tro­ni­sche Rechts­ver­kehr in Jus­tiz und Ver­wal­tung steht quan­ti­ta­tiv wei­ter­hin vor dem Durch­bruch. Zahl und Umfang der viel­fäl­ti­gen Pilot­pro­jekte neh­men zwar zu, ebenso die Erkennt­nis, wie die prak­ti­schen Pro­bleme und Schwie­rig­kei­ten bewäl­tigt wer­den könn(t)en. Für die För­de­rung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs spielt aber nicht zuletzt das (Prozess-)Recht eine zen­trale Rolle. Es setzt den Rah­men für eine nut­zen­stif­tende, pra­xis­ge­rechte Gestal­tung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs; es kann aber auch – wie im Han­dels­re­gis­ter und Mahn­ver­fah­ren – den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr ver­bind­lich ein­füh­ren wol­len.

Für den Rechts­rah­men rücken erfor­der­li­che Ver­bes­se­run­gen in den Bereich des Mög­li­chen. Die Jus­tiz­mi­nis­ter­kon­fe­renz hat im Juni 2012 einige Län­der beauf­tragt, den Gesetz­ent­wurf der 6-Länder-Arbeitsgruppe „eJustice-Bundesratsinitiative“ umge­hend als gemein­sa­men Gesetz­ent­wurf in den Bun­des­rat ein­zu­brin­gen. In einer Vor­fas­sung waren die kon­kre­ten Rege­lungs­über­le­gun­gen die­ser Arbeits­gruppe Gegen­stand der Dis­kus­sio­nen auf dem 20. EDV-Gerichtstag. Das Ziel, für die Jus­tiz „pro­zes­suale Hemm­nisse“ zu besei­ti­gen und die „Ren­tier­lich­keit“ öffent­li­cher E-Justice-Investitionen durch wei­tere Ver­pflich­tun­gen zur elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­tion zu erhö­hen, prägt auch den Dis­kus­si­ons­ent­wurf eines Geset­zes zur För­de­rung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs in der Jus­tiz, den das Bun­des­mi­nis­te­rium der Jus­tiz (BMJ) im Juni 2012 zugäng­lich gemacht hat. Die bei­den Ent­würfe wei­sen im Grund­satz wie im Detail viele Gemein­sam­kei­ten, aber auch signi­fi­kante Unter­schiede auf. Hin­ter der Sach­de­batte über die Grund­satz­fra­gen, die mit einer obli­ga­to­ri­schen Ein­füh­rung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs für die „pro­fes­sio­nel­len Ein­rei­cher“ und die Jus­tiz selbst ver­bun­den sind, und die (diver­gie­ren­den) Rege­lungs­vor­schläge und –ansätze steht auch die Frage, wie eine Ver­ab­schie­dung dem elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr dien­li­cher Rege­lun­gen noch vor der Bun­des­tags­wahl 2013 erreicht wer­den kann. Ebenso in die par­la­men­ta­ri­sche Phase gelangt im Herbst 2012 vor­aus­sicht­lich der – über­ar­bei­tete – Gesetz­ent­wurf eines „E-Government-Gesetzes“ des Bun­des, der für den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr in der Jus­tiz nicht zuletzt wegen der medi­en­bruch­freien „Pro­zess­ket­ten“ bei der Kon­trolle von Behör­den­han­deln durch die öffentlich-rechtliche Fach­ge­richts­bar­kei­ten, der Erwar­tung insb. der Anwalt­schaft an elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­tion mit Behör­den und Gerich­ten und der Ant­wor­ten auf gemein­same Fra­gen (siche­rer Daten­aus­tausch; elek­tro­ni­sche Iden­ti­fi­zie­rung jen­seits der qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Signa­tur; Anfor­de­run­gen an erset­zen­des Scan­nen) von Inter­esse ist.

Dr. Ralf Köbler (Abtei­lungs­lei­ter im Hess. Jus­tiz­mi­nis­te­rium) wird den Gesetz­ent­wurf der „Bun­des­rats­in­itia­tive“ und des­sen Rege­lungs­an­sätze und –über­le­gun­gen vor­stel­len, Dr. Chris­tian Meyer-Seitz (Refe­rats­lei­ter im BMJ) wird erläu­tern, wel­che Gründe das BMJ zu sei­nem – par­ti­ell anders struk­tu­rier­ten – Gesetz­ent­wurf und Rege­lungs­an­satz bewo­gen haben. Vom Stand des Ein­brin­gungs­ver­fah­rens wird abhän­gen, ob auch in die Kern­in­halte des Gesetz­ent­wur­fes zum E-Government-Gesetzes ein­ge­führt wird. Kurz­state­ments von Verbands- und Inter­es­sen­ver­tre­tern wer­den die Dis­kus­sion eröff­nen.

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