BLK II: Die Elek­tro­ni­sche Straf­akte in der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Bun­des­po­li­zei und Staats­an­walt­schaf­ten

Zeit: Don­ners­tag, 26.9.2013, 15.00 Uhr
Ort: Hör­saal 0.18
Refe­ren­ten: Jörg Baum­bach, Direk­tor in der BPOL, Abtei­lungs­lei­ter 3 – Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung, Bun­des­po­li­zei­prä­si­dium Pots­dam;
Lutz Meyer, Poli­zei­haupt­kom­mis­sar in der BPOL, Sach­be­ar­bei­ter Refe­rat 31 – IKT-Verfahren, Bun­des­po­li­zei­prä­si­dium Pots­dam;
Mat­thias Kegel, Ober­staats­an­walt, Gene­ral­staats­an­walt­schaft des Lan­des Bran­den­burg
Doku­mente: Prä­sen­ta­tionPro­to­koll

Am 16.11.2012 hat das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rium mit dem Refe­ren­ten­ent­wurf eines Geset­zes zur Ein­füh­rung der elek­tro­ni­schen Akte in Straf­sa­chen ein kla­res jus­tiz­po­li­ti­sches Ziel auf­ge­stellt. Aus Sicht der IT-Praxis der Staats­an­walt­schaf­ten ist es unver­zicht­bar, sich dem Pro­zess der Ein­füh­rung der elek­tro­ni­schen Straf­akte früh­zei­tig zu stel­len und sich aktiv ein­zu­brin­gen, um
– in Teil­schrit­ten wert­volle Erfah­run­gen zu sam­meln,
– Zwi­schen­schritte zu eva­lu­ie­ren,
– neue Detail­pro­bleme zu erken­nen und schritt­weise zu lösen,
– Stan­dards zu schaf­fen und zu erpro­ben,
so dass die Ergeb­nisse für die Gre­mien genutzt wer­den kön­nen, die bun­des­weite Stan­dards für die e(Straf-) Akte vor­be­rei­ten und beschlie­ßen.

Die Ein­schät­zung der Gro­ßen Straf­rechts­kom­mis­sion des Deut­schen Rich­ter­bun­des in ihrem für das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rium 2007 erstell­ten Gut­ach­ten hat nach wie vor Gül­tig­keit: „Viele Detail­pro­bleme las­sen sich jedoch auch mit gro­ßer Fan­ta­sie nicht sicher pro­gnos­ti­zie­ren. Sie wer­den sich viel­mehr erst im Echt­be­trieb her­aus­stel­len.“ (S. 242). Als ein ers­tes Pro­jekt bie­ten sich die von der Bun­des­po­li­zei ermit­tel­ten sog. Fahr­geld­de­likte zum Nach­teil der DB-AG (i.d.R. § 265a StGB Erschlei­chen von Leis­tun­gen, sog. „Schwarz­fah­ren”) an, weil:

- die Deut­sche Bahn AG Straf­an­zeige und Straf­an­träge elek­tro­nisch stellt,
– die Ver­fah­ren bei der Bun­des­po­li­zei zen­tra­li­siert in Zen­tra­len Bear­bei­tungs­stel­len elek­tro­nisch bear­bei­tet wer­den,
– die Ver­fah­ren weit­ge­hend struk­tu­riert und ein­fach gela­gert sind und
durch die Bun­des­po­li­zei eine bun­des­weite Klam­mer­wir­kung erreicht wird, da sie die bear­bei­te­ten Straf­an­zei­gen an alle Staats­an­walt­schaf­ten der Bun­des­re­pu­blik abgibt und damit beide staats­an­walt­schaft­li­che IT-Verbünde ein­ge­bun­den sind.

Um das Pro­jekt über­schau­bar und prak­ti­ka­bel zu hal­ten und mög­lichst schnell umset­zen zu kön­nen, sind Detail­pro­bleme aus­ge­klam­mert wor­den. Das Pro­jekt setzt auf die bestehende Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen der Bun­des­po­li­zei und den Staats­an­walt­schaf­ten auf, so dass der Anpas­sungs­auf­wand gering und damit kos­ten­güns­tig aus­fällt.

Der Vor­trag will skiz­zen­haft zei­gen, wie die elek­tro­ni­sche (Zweit-) Akte bei der Bun­des­po­li­zei ent­steht, wie sie an die Staatsanwalt­schaft über­ge­ben und dort bear­bei­tet wer­den kann.

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