Barrierefreiheit und eJustice

Zeit: Fre­itag, 26.09.2014, 9.00 Uhr
Ort: Hör­saal 0.19
Mod­er­a­tion: Dr. Thomas Lapp, Recht­san­walt und Medi­a­tor
Ref­er­enten: Andreas Carstens, Richter am Finanzgericht, Finanzgericht Nieder­sach­sen
Detlef Girke, BITV-Con­sult, selb­ständi­ger Berater für bar­ri­ere­freie IT
Doku­mente: Präsen­ta­tion

Pro­tokoll

Zur Bar­ri­ere­frei­heit von eJus­tice gehört auch, dass elek­tro­n­is­che Do-kumente bar­ri­ere­frei zugänglich und nutzbar sind.

Nach § 191a Abs. 3 Satz 1 GVG sind elek­tro­n­is­chen Doku­mente der Gerichte, wie Urteile, Beschlüsse, Ladun­gen oder richter­liche Frist­set-zun­gen, ab dem 01.01.2018 bar­ri­ere­frei zu gestal­ten. Elek­tro­n­is­che Schrift­sätze der Anwälte und Behör­den müssen für die Bear­beitung durch das Gericht geeignet sein (vgl. z.B. § 130a Abs. 1 Satz 1 ZPO). Auch für elek­tro­n­is­che Doku­mente gibt es mit den Web Con­tent Ac-ces­si­bil­i­ty Guide­lines (WCAG 2.0) und dem PDF/UA-Stan­dard DIN ISO 14289–1 Vor­gaben zur Bar­ri­ere­frei­heit.

Auf­gabe des Arbeit­skreis­es wird es sein, anhand von PDF-Doku­menten die Anforderun­gen an die Bar­ri­ere­frei­heit elek­tro­n­is­ch­er Doku­mente darzustellen und deren Bedeu­tung durch prak­tis­che Beispiele zu ver­an­schaulichen. Im Vorder­grund ste­ht die Frage, welche Anforderun­gen zur Bar­ri­ere­frei­heit für elek­tro­n­is­che Doku­mente der Jus­tiz oder elek­tro­n­isch einzure­ichende Schrift­sätze beson­ders wichtig sind und wie sie sich auf ein­fache Weise umset­zen lassen. Ziel des Ar-beit­skreis­es ist es, aufzuzeigen,

  • wie sich elek­tro­n­is­che Doku­mente von Jus­tiz und Anwäl­ten, die mit­tels Textver­ar­beitung erzeugt wer­den, bar­ri­ere­frei erstellen lassen,
  • welche Anforderun­gen und Ein­stel­lun­gen (beispiel­sweise: „Ko-pieren für Bar­ri­ere­frei­heit zuläs­sig“) hier­für erforder­lich sind und
  • wie sich ein elek­tro­n­is­ches Doku­ment darauf über­prüfen lässt, ob es diesen Anforderun­gen entspricht.

Die Ergeb­nisse des Arbeit­skreis­es kön­nen Gerichtsver­wal­tun­gen in die Lage ver­set­zen, durch die For­mulierung ein­heitlich­er Vor­gaben für die Erstel­lung elek­tro­n­is­ch­er Doku­mente deren Bar­ri­ere­frei­heit sicherzu-stellen, Anwäl­ten schon heute die Möglichkeit geben, elek­tro­n­is­che Schrift­sätze bar­ri­ere­frei zu erstellen und die Her­steller von An-waltssoft­ware darin unter­stützen, entsprechende Vor­gaben in ihre Pro-gramme zu inte­gri­eren.

Die Ergeb­nisse des Arbeit­skreis­es sind damit gle­icher­maßen rel­e­vant für die Jus­tiz, die Anwaltschaft und die Her­steller von Anwaltssoft­ware.