BLK: Bar­rie­re­frei­heit als Anfor­de­rung im Ausschreibungs- und Ver­ga­be­ver­fah­ren

Zeit: Don­ners­tag, 25.9.2014, 14.00 – 14.30 Uhr
Ort: Hör­saal 0.18
Refe­ren­ten: Andreas Cars­tens, Rich­ter am Finanz­ge­richt; Finanz­ge­richt Nie­der­sach­sen
Det­lef Girke, BITV-Consult, selb­stän­di­ger Bera­ter für Bar­rie­re­freie IT
Doku­mente: Prä­sen­ta­tion Cars­tens / Girke

Das Gesetz zur För­de­rung des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs mit den Gerich­ten ver­pflich­tet dazu, die Zugänge zu den Über­mitt­lungs­we­gen des elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehrs, die elek­tro­ni­schen Doku­mente der Gerichte und die elek­tro­ni­schen For­mu­lare der Jus­tiz bar­rie­re­frei zu gestal­ten. Auch die elek­tro­ni­schen Akten und die juris­ti­schen Fach­an­wen­dun­gen müs­sen bar­rie­re­frei sein.

Dar­über hin­aus sieht die Richt­li­nie 2014/24/EU der Euro­päi­schen Union vom 26.02.2014 über die öffent­li­che Auf­trags­ver­gabe, die inner­halb von zwei Jah­ren in inner­staat­li­ches Recht umzu­set­zen ist, in Art. 42 Abs. 1 Satz 4 vor, künf­tig bei jeg­li­cher Beschaf­fung, die zur Nut­zung durch natür­li­che Per­so­nen – ganz gleich, ob durch die All­ge­mein­heit oder das Per­so­nal des öffent­li­chen Auf­trag­ge­bers – vor­ge­se­hen ist, die Anfor­de­run­gen zur Bar­rie­re­frei­heit ver­pflich­tend in die Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen auf­zu­neh­men und bei der Ver­ga­be­ent­schei­dung zu beach­ten (Amts­blatt der Euro­päi­schen Union vom 28.03.2014, L 94/65).

Der Arbeits­kreis wird daher auf die fol­gen­den Fra­ge­stel­lun­gen ein­ge­hen:

  1. Wel­che tech­ni­schen Stan­dards zur Bar­rie­re­frei­heit (WCAG 2.0, DIN EN ISO 9241 – 171, …) sind für die Aus­schrei­bung zugrunde zu legen?
  2. Wie ist die Leis­tungs­be­schrei­bung hin­sicht­lich der Anfor­de­run­gen zur Bar­rie­re­frei­heit zu for­mu­lie­ren?
  3. In wel­cher Weise und an wel­cher Stelle ist Bar­rie­re­frei­heit im Rah­men der Auswahl- und Ver­ga­be­ent­schei­dung zu berück­sich­ti­gen?
  4. Wel­che Nach­weise zur Bar­rie­re­frei­heit sind vom Bie­ter zu wel­chem Zeit­punkt zu erbrin­gen?

Die Auf­gabe des Arbeits­krei­ses wird es sein, Grund­la­gen zu for­mu­lie­ren, die hin­sicht­lich der Bar­rie­re­frei­heit bei öffent­li­chen Aus­schrei­bun­gen zu beach­ten sind. Gleich­zei­tig ist er für Unter­neh­men, die sich an einer Aus­schrei­bung betei­li­gen wol­len, von Bedeu­tung. Nicht zuletzt dient er dem eigent­li­chen Ziel, eine bar­rie­re­freie IT in der Jus­tiz zu ver­wirk­li­chen.

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