Gruß­wort des Vor­sit­zen­den

Time to say good­bye … “

Bis­her stan­den hier andere Über­schrif­ten. Eine kleine Aus­wahl:

  • (Saar­brü­cker) Stan­dard (1994),
  • Freies Recht für freie Bür­ger!? (1999),
  • Neun Jahre — und (k)ein biß­chen weise? (2000),
  • Von Sicher­heit, Frei­heit und Spar­sam­keit (2002),
  • Mit der Tech­nik von heute zur Jus­tiz von mor­gen (2003),
  • Jus­tiz im Gespräch – Gerichte als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­tren (2004),
  • Das „e-“ in „e-justice“ (2007),
  • bot­tom up“ — und kein Motto (2008),
  • IT@Recht — Auf dem Weg zur Jus­tiz 2.0? — IT und Recht in der Netz­ge­sell­schaft (2010), Von Vereins- und Steu­er­recht, oder: Warum ein Rechts­pro­fes­sor im Vor­stand eines Ver­eins viel ler­nen kann (2012),
  • Sams­tag, der 1. Januar 2022 (2013).

Dies­mal habe ich mir aber erlaubt, eine etwas aus dem Rah­men fal­lende und per­sön­lich geprägte Über­schrift zu wäh­len. Denn: Der dies­jäh­rige EDV-Gerichtstag ist mein letz­ter im Amt des Vor­sit­zen­den. Es gibt zwar die Theo­rie, dass man als Ruhe­ständ­ler beson­ders viel Zeit habe, um so ange­nehme und erfreu­li­che Auf­ga­ben wahr­zu­neh­men wie die, dem EDV-Gerichtstag vor­zu­ste­hen. Der­ar­ti­gen Ver­su­chun­gen darf man aber nicht über Gebühr nach­ge­ben. Irgend­wann ist es Zeit, sich zu ver­ab­schie­den.

Ich ver­binde die­sen Abschied damit, allen Dank zu sagen, die mich in mei­ner Arbeit für den EDV-Gerichtstag unter­stützt haben (wobei die Rei­hen­folge nicht von Belang ist, ein zwin­gen­des dies­be­züg­li­ches Kri­te­rium ist mir nicht ein­ge­fal­len).

Dank gebührt:

  • den Mit­strei­te­rin­nen und Mit­strei­tern im Vor­stand, die den etwas rebel­li­schen, koope­ra­ti­ven und freund­schaft­li­chen Grün­dungs­geist immer bewahrt haben;
  • den Freun­den aus Europa, vor allem aus Frank­reich, Luxem­burg, den Nie­der­lan­den, Öster­reich und der Schweiz, die auch dies­mal wie­der den EDV-Gerichtstag durch ihre Anwe­sen­heit aus­zeich­nen, mit­ge­stal­ten und ihm ein euro­päi­sches Gepräge geben;
  • unse­rer Uni­ver­si­tät, die uns aka­de­mi­sche Hei­mat ist;
  • der saar­län­di­schen Poli­tik für stete Unter­stüt­zung von Anfang an und die Mit­grün­dung der Euro­päi­schen EDV-Akademie des Rechts;
  • den ande­ren Bun­des­län­dern und dem Bund für ihr nach­hal­ti­ges Enga­ge­ment, das sich nicht nur in zahl­rei­chen Eröff­nungs­vor­trä­gen zeigte (und die­ses Jahr wie­der zeigt), son­dern zugleich in der Mit­wir­kung der Bund-Länder-Kommission für Infor­ma­ti­ons­tech­nik in der Jus­tiz bei der Pro­gramm­ge­stal­tung sei­nen Aus­druck fin­det;
  • Den Unter­neh­men, ohne deren Enga­ge­ment in der Begleit­aus­stel­lung wir das breite Pan­orama von prä­sen­ter IT-Technik nicht hät­ten bie­ten kön­nen, das stets den EDV-Gerichtstag geprägt hat;
  • juris nicht nur für die Eröff­nungs­abende, die stets gelun­gen auf unser Tref­fen ein­ge­stimmt haben, son­dern beson­ders für die Mit­stif­tung und Dotie­rung des Die­ter Meurer-Förderpreises;
  • mei­ner Fami­lie.

Leicht stellt sich bei einem Abschied Melan­cho­lie ein. Zu leug­nen, dass das ein wenig so ist, wäre nicht ehr­lich. Es über­wiegt aber der opti­mis­ti­sche Blick in die Zukunft, zeich­net sich doch – min­des­tens bis 2022, aber wohl auch dar­über hin­aus – eine Auf­gabe für den EDV-Gerichtstag ab, die unser gemein­sa­mes Pro­jekt leben­dig hal­ten kann. Die Rede ist von der Beglei­tung der nun begon­ne­nen Reise zum voll­stän­dig elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr.

Somit sind wir dann beim Motto des dies­jäh­ri­gen EDV-Gerichtstags ange­kom­men: „mis­sion pos­si­ble“ wird man für den voll-elektronischen Rechts­ver­kehr nur sagen kön­nen, wenn sich eine Auf­bruchs­stim­mung ein­stellt, die bis jetzt bei den „betei­lig­ten Ver­kehrs­krei­sen“ in der Breite noch nicht so recht aus­zu­ma­chen ist. Gewiss kann der dies­jäh­rige EDV-Gerichtstag in die­ser Hin­sicht einen Bei­trag leis­ten – zusam­men mit den kom­men­den.

Dass Frank­reich unser Gast­land bei mei­nem Abschied ist, freut mich beson­ders, habe ich doch dort in Mont­pel­lier zu Beginn mei­nes Uni­ver­si­täts­le­bens eine frühe euro­päi­sche Rechts­in­for­ma­tik in Auf­bruchs­stim­mung erlebt, von der man nur ler­nen konnte. Und heute errei­chen uns wie­der viele inspi­rie­rende Gedan­ken zur euro­päi­schen Rechts­in­for­ma­tik aus Frank­reich. Sie wer­den die­ses Jahr hier zur Spra­che kom­men. Zu erin­nern ist schließ­lich – mit Dank für unsere fran­zö­si­schen Freunde – an die „Décla­ra­tion de Sar­re­bruck“ vom 16.11.1997, eine wich­tige Sta­tion auf dem Weg zu unse­rer For­de­rung „Freies Recht für freie Bür­ger“ von 1999. Die dadurch mit in Gang gesetzte Ent­wick­lung zählt sicher zu den Din­gen, auf die der EDV-Gerichtstag beson­ders stolz sein darf.

Saar­brü­cken, den 29.8.2014

(Maxi­mi­lian Her­ber­ger)

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