Gruß­wor­te des Vor­sit­zen­den

Ein dop­pel­tes Mot­to haben wir dem EDV-Gerichts­tag 2016 gege­ben. Genug gere­det – set­zen wir´s um bezieht sich (nicht nur) auf das beson­de­re elek­tro­ni­sche Anwalts­post­fach (beA). Des­sen Start ste­he bevor, hieß es an die­ser Stel­le schon im letz­ten Jahr. Die BRAK ver­bürgt sich für die Tech­nik. Die Anwalt­schaft dis­ku­tiert, ob die pas­si­ve Nut­zung siche­rer Kom­mu­ni­ka­ti­on gegen die freie Advo­ka­tur ver­stößt. Da kann man ein wenig unge­dul­dig wer­den.
Eine Jus­tiz ohne „E“ ist mög­lich, aber sinn­los ver­sucht es in Anleh­nung an Lori­ot mit Iro­nie – einem hin und wie­der gefahr­ge­neig­ten Gen­re. Die­ser Teil des Mot­tos will die Fra­ge pro­vo­zie­ren, wo eJus­ti­ce sinn­voll ist und Ver­bes­se­run­gen bringt. Ein Selbst­zweck war der elek­tro­ni­sche Rechts­ver­kehr für den EDV-Gerichts­tag nie. Es geht nicht um bes­se­re IT-Tech­nik, es geht um deren Ein­satz als Arbeits­mit­tel für gute juris­ti­sche Arbeit.
Jetzt, da das The­ma aus den Exper­ten­run­den her­aus bei der Pra­xis ankommt, muss man das wie­der laut sagen. Es geht um schnel­le­re Ver­fah­ren, ein­fa­che­re Über­mitt­lung von Doku­men­ten, bes­se­re Archi­vie­rung und Auf­find­bar­keit. Aber es geht nicht nur dar­um, Ana­lo­ges durch Digi­ta­les zu erset­zen. So ist etwa die eAk­te im ers­ten Schritt nur die gescann­te Vari­an­te der Papier­ak­te. Aber sofort will man die Tex­te in den Schrei­ben der Geg­ner durch­su­chen. Man will sich Mar­kie­run­gen anle­gen und die­se der Glie­de­rung eines Schrift­sat­zes zuord­nen. Das ist weit mehr als die bun­ten Kle­be­zet­tel in einer Papier­ak­te. Das ist IT-gestütz­te Rela­ti­ons­tech­nik.
Der 25. EDV-Gerichts­tag mar­kiert eine Zäsur. Bis­lang hat­ten wir den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr initi­iert und grund­le­gend gestal­tet. Jetzt geht es dar­um, eJus­ti­ce „drau­ßen“ zu erklä­ren, Anre­gun­gen und Kri­tik auf­zu­neh­men und in die zukünf­ti­ge Wei­ter­ent­wick­lung ein­zu­be­zie­hen.
Wir reden über weit mehr als Tech­nik. Ein Abwar­ten bis zur theo­re­ti­schen Lösung aller denk­ba­ren offe­nen Fra­gen geht nicht: Genug gere­det, packen wir´s an.