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Legal Tech – Auto­ma­ti­sie­rung von Ver­trä­gen

22. September 2017 um 9:00 Uhr bis 10:30 Uhr

Refe­ren­ten: Dr. Pierre Zickert, Kanz­lei Hen­ge­ler Muel­ler, Frank­furt
Ele­na Sce­pan­ko­va, wis­sen­schaft­li­che Ange­stell­te am Lehr stuhl von Pro­fes­sor Mat­tes an der TU Mün­chen
Jörn Erb­guth, Dipl. Infor­ma­ti­ker und Jurist, Bera­ter für Rechts­in­for­ma­tik­sys­te­me, Pro­mo­vend an der Uni­ver­si­tät Genf zur Block­chain im Bereich Infor­ma­ti­on Sys­tem Sci­ence
Mode­ra­ti­on: Dr. Tho­mas Lapp, Rechts­an­walt und Media­tor, IT-Kanz­lei dr-lapp.de, Frank­furt
Prof. Dr. Chris­toph Sor­ge, juris Stif­tungs­pro­fes­sur für Rechts­in­for­ma­tik, Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des
Prä­sen­ta­tio­nen: Prä­sen­ta­ti­on-Erb­guth

Prä­sen­ta­ti­on-Sce­pan­ko­va

Pro­to­koll: Pro­to­koll-Legal-Tech

Klas­si­sche Ver­trä­ge wer­den manu­ell ent­wor­fen, manu­ell inter­pre­tiert und manu­ell aus­ge­führt. Legal Tech bie­tet die Mög­lich­keit, alle drei Vor­gän­ge zu auto­ma­ti­sie­ren. Die Text­au­to­ma­ti­sie­rung ist ein Werk­zeug zum IT-gestütz­ten Ent­wurf von Ver­trags­tex­ten. Die Doku­ment­ana­ly­se erlaubt es, Ver­trags­tex­te auto­ma­ti­siert zu klas­si­fi­zie­ren und zu model­lie­ren. Smart Con­trac­ts die­nen zur auto­ma­ti­sier­ten Aus­füh­rung von Ver­trä­gen.

Text­au­to­ma­ti­sie­rung: Was sie ermög­licht – Wie man sie ein­führt – Wo Gefah­ren lau­ern

Der Vor­trag wid­met sich der Text­au­to­ma­ti­sie­rung, die es ermög­licht Ver­trä­ge und Tex­te jeg­li­cher Art so zu pro­gram­mie­ren, dass in einer vor­ge­schal­te­ten Ein­ga­be­mas­ke der Inhalt des zu erstel­len­den Doku­ments bestimmt wird. Im Ide­al­fall beein­flus­sen weni­ge Ein­ga­ben eine Viel­zahl von Text­stel­len in ihrer jewei­li­gen – gram­ma­tisch rich­ti­gen – Fle­xi­on. Die erkenn­bar größ­ten Vor­tei­le der auto­ma­ti­sier­ten Doku­men­ten­er­stel­lung sind die Zeit­er­spar­nis und die gestei­ger­te Qua­li­tät der Doku­men­te. Bei der Erstel­lung ist die Kon­zen­tra­ti­on allein auf den Inhalt der Tex­te und nicht auf unzäh­li­ge, sich wie­der­ho­len­de und anzu­pas­sen­de Text­stel­len gerich­tet. Auf die­se Wei­se kön­nen qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge und feh­ler­freie Doku­men­te pro­du­ziert wer­den, die ein star­kes und sofort sicht­ba­res Qua­li­täts­merk­mal auch im Außen­auf­tritt dar­stel­len.

Obwohl bereits in den 1970ern die ers­ten Text­au­to­ma­ti­sie­rungs-Pro­duk­te erschie­nen sind, wird die Text- und Ver­trags­au­to­ma­ti­sie­rung – auch mit Blick auf die wach­sen­de Legal-Tech-Sze­ne – im juris­ti­schen Bereich eher ver­hal­ten ein­ge­setzt. Die Grün­de lie­gen oft­mals an den ver­kann­ten Vor­tei­len einer Text­au­to­ma­ti­sie­rung, dem falsch ein­ge­schätz­ten Ein­füh­rungs­auf­wand oder den ers­ten (typi­schen) Pro­ble­men, die ein sol­ches Pro­jekt pau­schal in Fra­ge stel­len.

Ent­spre­chend wird der Vor­trag (1) die Vor­tei­le von Text­au­to­ma­ti­sie­rungs­lö­sun­gen dar­stel­len, (2) eine Struk­tur zur Ein­füh­rung einer Text-/Ver­trags­au­to­ma­ti­sie­rung defi­nie­ren und (3) die typi­schen Pro­ble­me auf­zei­gen, die durch vor­aus­schau­en­de Pla­nung umgan­gen wer­den kön­nen. Der Schwer­punkt des Vor­trags liegt in der effek­ti­ven Steue­rung von Text­au­to­ma­ti­sie­rungs-Pro­jek­ten.

Dr. Pierre G. Zickert stu­dier­te Rechts­wis­sen­schaf­ten an den Uni­ver­si­tä­ten Kiel, Stras­bourg und Oxford. Das Refe­ren­da­ri­at absol­vier­te er in Ber­lin und Frank­furt. Die Pro­mo­ti­on zum The­ma „Regu­lie­rung des Hoch­fre­quenz­han­dels in US- und EU-Akti­en­märk­ten“ erfolg­te an der LMU Mün­chen. Als Pro­jekt­lei­ter führ­te er kanz­lei­weit eine Text­au­to­ma­ti­sie­rungs­lö­sung bei CMS Hasche Sig­le ein, wo er von 2012 bis 2016 beschäf­tigt war. Seit 2017 ist er als Rechts­an­walt für die Kanz­lei Hen­ge­ler Muel­ler in Frank­furt tätig und berät Ban­ken sowie Unter­neh­men im Bank- und Kapi­tal­markt­recht. Schwer­punk­te sei­ner Tätig­keit lie­gen in den Berei­chen Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung (Syn­di­zier­te Finan­zie­run­gen, Schuld­schein­dar­le­hen, Anlei­he­emis­sio­nen und ande­re Finan­zie­rungs­trans­ak­tio­nen), Bank­auf­sichts­recht, Zah­lungs­diens­te und Deri­va­te.

Doku­ment­ana­ly­se

Infor­ma­ti­ker der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen und Rechts­wis­sen­schaft­ler der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät arbei­ten im Rah­men des Pro­jekts LEXALYZE zusam­men, um inno­va­ti­ve Tech­no­lo­gi­en zur Extrak­ti­on, Klas­si­fi­zie­rung, Quan­ti­fi­zie­rung, Model­lie­rung und Visua­li­sie­rung lin­gu­is­ti­scher und seman­ti­scher Infor­ma­tio­nen zur Unter­stüt­zung kon­kre­ter juris­ti­scher Arbeits­pro­zes­se anzu­wen­den, zu bewer­ten, zu inte­grie­ren und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Wir stel­len die bis­he­ri­gen Ergeb­nis­se die­ser Zusam­men­ar­beit vor und laden eta­blier­te und neue Akteu­re im Rechts­we­sen zur inter­dis­zi­pli­nä­ren Zusam­men­ar­beit ein.

Ele­na Sce­pan­ko­va stu­dier­te Rechts­wis­sen­schaf­ten an den Uni­ver­si­tä­ten Kon­stanz und Frei­burg und arbei­te­te an der Uni­ver­si­tät Zürich, am Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern sowie als Rich­te­rin am Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart. Seit 2016 ist sie wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl von Pro­fes­sor Mat­tes an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen und forscht im Rah­men des LEXA­LY­ZE-Pro­jekts an der Schnitt­stel­le von Rechts­wis­sen­schaft und Infor­ma­tik.

Smart Con­trac­ts

Smart Con­trac­ts sind Ver­trä­ge, die als Pro­gramm­code for­mu­liert sind. Dadurch ist es mög­lich, Sze­na­ri­en auto­ma­ti­siert zu simu­lie­ren. Das ist beson­ders hilf­reich bei einer gro­ßen Anzahl an Ver­trä­gen oder bei kom­ple­xen Ver­trä­gen. Effi­zi­enz­ge­win­ne erge­ben sich ins­be­son­de­re bei Due Dil­li­gence, dem Ver­gleich von Ver­trags­va­ri­an­ten, der Beur­tei­lung der Aus­wir­kun­gen von Ver­trags­än­de­run­gen oder die Eva­lu­ie­rung der Effek­te aktu­el­ler Recht­spre­chung. Auf der Block­chain zeich­nen sich Smart Con­trac­ts durch die auto­no­me, gesi­cher­te und trans­pa­ren­te Aus­füh­rung aus. Eine Ein­fluss­nah­me von außen ist aus­ge­schlos­sen.
Der Vor­trag erläu­tert, in wie weit „Smart Con­trac­ts“ juris­ti­sche Ver­trä­ge sind, ver­mit­telt an Hand eines ein­fa­chen Bei­spiels die Funk­ti­ons­wei­se von Smart Con­trac­ts auf der Block­chain und beleuch­tet Pro­blem­fel­der.

Jörn Erb­guth ist Jurist (1. Staats­prü­fung), Diplom-Infor­ma­ti­ker und udis-zer­ti­fi­zier­ter Daten­schutz­be­auf­trag­ter. Er bie­tet Bera­tung zu Legal Tech The­men an mit einem beson­de­ren Fokus auf Block­chain und Smart Con­trac­ts. An der Uni Genf pro­mo­viert Herr Erb­guth aktu­ell zum The­ma Block­chain und Gover­nan­ce.

Details

Datum:
22. September 2017
Zeit:
9:00 Uhr bis 10:30 Uhr
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Hör­saal 0.19
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